II. gekürzte Version
Abschied
Heute bin ich
aus der Eisesstille geschlichen
Meinen Löffel hab ich
in der Lade gelassen,
sein Klappern wäre dir wohl zu laut
nur ein paar Bilder nehme ich mit in den Schlaf
Abschied
Heute bin ich
aus der Eisesstille geschlichen
Meinen Löffel hab ich
in der Lade gelassen,
sein Klappern wäre zu laut
ein paar Bilder nehme ich mit in den Schlaf
hin zum Verschlag in der Nacht
wo – weißt du noch?
unser Lachen hauste, damals
im Regenlicht
so lange, bis erste Nebel aufkamen
die schleppend alles in uns verschluckten
und als der Winter aufs Herbstliche folgte
Eisblumen in die Hütte grinst
sind wir von Stille eingehüllt
sagen nichts mehr
weil es stört
Abschied
Hallo Amantita,
ich finde, der Text hat sehr durch die Bearbeitung gewonnen!
Etwas schade, dass alles aus dem gemeinsam geteilten Leben auf den Löffel reduziert wird, und das langsame Verschluckt werden der Gemeinsamkeit durch Nebel und Frost entfällt, aber der zurückgelassenen Löffel ist ein starkes Bild und insgesamt kommt das Gedicht so genauer auf den Punkt.
Nur der letzten Zeile würde ich einen Umbruch gönnen, um sie u.a. mit den anderen Strophenanfängen zu parallelisieren:
nur ein paar Bilder nehme ich
mit in den Schlaf
Natürlich ist damit auch der Schlaf sehr singulär georden, war er im "Verschlag der Nacht" erfüllt vom Gelächter der Liebenden und wird jetzt zum Lager des Einzelnen.
Das entfäält alles, sodass es sich m.E. doch noch lohnt über eine Langfassung nachzudenken.
Die müsste natürlich anders aufgebaut sein. Die Entwicklung könnte zwischen der 1. und den beiden letzten Strophen der Kurzfassung stattfinden...
LG, Carl
ich finde, der Text hat sehr durch die Bearbeitung gewonnen!
Etwas schade, dass alles aus dem gemeinsam geteilten Leben auf den Löffel reduziert wird, und das langsame Verschluckt werden der Gemeinsamkeit durch Nebel und Frost entfällt, aber der zurückgelassenen Löffel ist ein starkes Bild und insgesamt kommt das Gedicht so genauer auf den Punkt.
Nur der letzten Zeile würde ich einen Umbruch gönnen, um sie u.a. mit den anderen Strophenanfängen zu parallelisieren:
nur ein paar Bilder nehme ich
mit in den Schlaf
Natürlich ist damit auch der Schlaf sehr singulär georden, war er im "Verschlag der Nacht" erfüllt vom Gelächter der Liebenden und wird jetzt zum Lager des Einzelnen.
Das entfäält alles, sodass es sich m.E. doch noch lohnt über eine Langfassung nachzudenken.
Die müsste natürlich anders aufgebaut sein. Die Entwicklung könnte zwischen der 1. und den beiden letzten Strophen der Kurzfassung stattfinden...
LG, Carl
Hallo Amanita,
ich konnte die Anmerkungen von Franz gut nachvollziehen, weil auch für mich die logische Abfolge unklar war. Die radikale Kürzung finde ich allerdings sehr schade, insbesondere, weil Du den Unklarheiten damit aus dem Wege gehst. Mir gefällt die nüchterne Abschiedsstimmung der kalten Winternacht, daher habe ich versucht, durch kleine Änderungen und Kürzungen den Text für mich verständlicher zu machen.
Meine Überlegungen dabei waren folgende:
Die zeitliche Abfolge: Das Ich bricht in der Gegenwart auf und beendet damit eine Situation, die in der Vergangenheit liegt. Hier kommen die Erinnerungen, die voranschreiten bis in die Gegenwart hinein. Der Text endet in der Gegenwart - in der neuen Lebenssituation des Ich.
Im Sinne dieser Abfolge finde ich die Zeile mit den Bildern, die das Ich mit in den Schlaf nimmt, wunderbar als Schlusszeile. Den Löffel, den das Ich zurücklässt, habe ich mit an den Schluss genommen, damit die paar Bilder, die das Ich in der letzten Zeile mitnimmt, noch mehr Gewicht erhalten.
Das Bild mit dem Nebel habe ich verkürzt, das "Herbstliche" schien mir überflüssig (erklärt sich von selbst). Die "Stille" habe ich ebenfalls gestrichen, um die viel stärkere "Eisesstille" vom Anfang nicht zu wiederholen. Hier finde ich außerdem die Aussage "sagen wir nichts mehr / weil es stört" viel deutlicher als eine abstrakte Stille.
Vielleicht sind das Anregungen für Dich. Das ganze liest sich dann so:
Abschied
Heute bin ich
aus der Eisesstille geschlichen
aus dem Verschlag in der Nacht
wo – weißt du noch?
unser Lachen hauste, damals
im Regenlicht
so lange, bis erste Nebel
schleppend alles in uns verschluckten
und jetzt da der Winter
Eisblumen in die Hütte grinst
sagen wir nichts mehr
weil es stört
Meinen Löffel hab ich
in der Lade gelassen,
ein paar Bilder nehme ich mit in den Schlaf
Gruß - annette
ich konnte die Anmerkungen von Franz gut nachvollziehen, weil auch für mich die logische Abfolge unklar war. Die radikale Kürzung finde ich allerdings sehr schade, insbesondere, weil Du den Unklarheiten damit aus dem Wege gehst. Mir gefällt die nüchterne Abschiedsstimmung der kalten Winternacht, daher habe ich versucht, durch kleine Änderungen und Kürzungen den Text für mich verständlicher zu machen.
Meine Überlegungen dabei waren folgende:
Die zeitliche Abfolge: Das Ich bricht in der Gegenwart auf und beendet damit eine Situation, die in der Vergangenheit liegt. Hier kommen die Erinnerungen, die voranschreiten bis in die Gegenwart hinein. Der Text endet in der Gegenwart - in der neuen Lebenssituation des Ich.
Im Sinne dieser Abfolge finde ich die Zeile mit den Bildern, die das Ich mit in den Schlaf nimmt, wunderbar als Schlusszeile. Den Löffel, den das Ich zurücklässt, habe ich mit an den Schluss genommen, damit die paar Bilder, die das Ich in der letzten Zeile mitnimmt, noch mehr Gewicht erhalten.
Das Bild mit dem Nebel habe ich verkürzt, das "Herbstliche" schien mir überflüssig (erklärt sich von selbst). Die "Stille" habe ich ebenfalls gestrichen, um die viel stärkere "Eisesstille" vom Anfang nicht zu wiederholen. Hier finde ich außerdem die Aussage "sagen wir nichts mehr / weil es stört" viel deutlicher als eine abstrakte Stille.
Vielleicht sind das Anregungen für Dich. Das ganze liest sich dann so:
Abschied
Heute bin ich
aus der Eisesstille geschlichen
aus dem Verschlag in der Nacht
wo – weißt du noch?
unser Lachen hauste, damals
im Regenlicht
so lange, bis erste Nebel
schleppend alles in uns verschluckten
und jetzt da der Winter
Eisblumen in die Hütte grinst
sagen wir nichts mehr
weil es stört
Meinen Löffel hab ich
in der Lade gelassen,
ein paar Bilder nehme ich mit in den Schlaf
Gruß - annette
Hallo Amanita, so wars gemeint:
Abschied
Heute bin ich
aus der Eisesstille geschlichen
Meinen Löffel hab ich
in der Lade gelassen,
sein Klappern wäre dir wohl zu laut
nur ein paar Bilder nehme ich mit in den Schlaf
wo – weißt du noch?
unser Lachen hauste, damals
im Regenlicht
Herzliche Grüße !
Abschied
Heute bin ich
aus der Eisesstille geschlichen
Meinen Löffel hab ich
in der Lade gelassen,
sein Klappern wäre dir wohl zu laut
nur ein paar Bilder nehme ich mit in den Schlaf
wo – weißt du noch?
unser Lachen hauste, damals
im Regenlicht
Herzliche Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot], Majestic-12 [Bot] und 18 Gäste