aufgegriffen
das ist der schuldige, offenbar
harter brocken. nicht von hier.
schillernd
nicht schwarz nicht weiß.
in den strudel geraten, darin untergegangen
gesprenkelt, so rollte das fort
stell es dir vor: durch den bodensee
über den rheinfall, abgehauen
tausend kilometer und dann:
als ob nichts gewesen wäre
immer noch schillernd,
wie damals schwarz und weiß
ein glatter bursche
schwer zu fassen
schuldig, zweifellos
aufgegriffen
-
Niko
hallo räuber,
ich oute mich als nicht-verstehender. ich vermute herbst, ich ahne rhein von bodensee bis nordsee. aber konkret etwas aufgreifen und es zu meiner wahrheit machen kann ich nicht. was schade ist. wie auch immer der inhalt zu deuteln ist: "so rollte das fort" scheint mir zu nichts zu passen. was ist "das", was fort rollt? "so rollte ER SIE ES wäre mir geschmeidiger. aber "das" scheint sich nicht einpassen zu wollen und steht bockig und fett zwischen den anderen hindernissen noch mal als dreifacher ochser da........
ich mag diese art texte, schreibe sie oft selbst in ähnlicher art. um so ärgerlicher, wenn man nicht hinter die worte kommt...
liebe grüße: niko
ich oute mich als nicht-verstehender. ich vermute herbst, ich ahne rhein von bodensee bis nordsee. aber konkret etwas aufgreifen und es zu meiner wahrheit machen kann ich nicht. was schade ist. wie auch immer der inhalt zu deuteln ist: "so rollte das fort" scheint mir zu nichts zu passen. was ist "das", was fort rollt? "so rollte ER SIE ES wäre mir geschmeidiger. aber "das" scheint sich nicht einpassen zu wollen und steht bockig und fett zwischen den anderen hindernissen noch mal als dreifacher ochser da........
ich mag diese art texte, schreibe sie oft selbst in ähnlicher art. um so ärgerlicher, wenn man nicht hinter die worte kommt...
liebe grüße: niko
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RäuberKneißl
Hallo Niko,
was da am Rhein aufgegriffen wurde und schwer in der Hand lag war ein rundgeschliffener Granit-Kiesel (zumindest für mich sah nach Granit aus, bei dem ich vermute, dass er es irgendwie aus den Schweizer Bergen bis nach Bonn geschafft hat) - es war tatsächlich als kleines, spielerisches Rätsel gedacht. 'Das' bezog sich auf die moralische Seite, mit der der Text spielt, was die (spielerische) Schuld begründet. Aber danke für den Hinweis auf das Stolpern, ich werde das nochmal bedenken.
Grüße
Franz
was da am Rhein aufgegriffen wurde und schwer in der Hand lag war ein rundgeschliffener Granit-Kiesel (zumindest für mich sah nach Granit aus, bei dem ich vermute, dass er es irgendwie aus den Schweizer Bergen bis nach Bonn geschafft hat) - es war tatsächlich als kleines, spielerisches Rätsel gedacht. 'Das' bezog sich auf die moralische Seite, mit der der Text spielt, was die (spielerische) Schuld begründet. Aber danke für den Hinweis auf das Stolpern, ich werde das nochmal bedenken.
Grüße
Franz
Hallo Räuber,
dass es um einen Stein geht, schien mir schon beim ersten Lesen ziemlich klar ("Granit" wird eher nicht erkennbar). Das "das" ist wirklich ein kleiner Stolperer.
Ferdigruß!
dass es um einen Stein geht, schien mir schon beim ersten Lesen ziemlich klar ("Granit" wird eher nicht erkennbar). Das "das" ist wirklich ein kleiner Stolperer.
Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)
Hallo räuber, ich lese dies als einen Text über Vorurteile, verdeckte Sensations- und Rachelust. Alles könnte zum Sündenbock oder zum Auslöser eines Verdachtes werden, wenn es nur irgendwie/-wem auffällt, bzw. Gegenstand von Nachdenken wird. .gif)
Das Wort "schillernd" würde ich trotzdem nicht einzeln stellen, es könnte für mich gut mit der nächsten Zeile verbunden werden.
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Das Wort "schillernd" würde ich trotzdem nicht einzeln stellen, es könnte für mich gut mit der nächsten Zeile verbunden werden.
Ein Klang zum Sprachspiel.
-
Sam
Hallo Franz,
das zweimalige "schuldig" erhebt dieses Gedicht wirklich über die Beschreibung eines reinen Naturphänomens. Schuldig wird der Stein dadurch, dass er etwas geschafft hat, was so eigentlich nicht möglich ist, bzw. schwer vorstellbar. Der Einfluss äußerer Umstände wird dem Stein als Eigenschaft zugewiesen: ein glatter Bursche. So also wirkt auch die Schuld von außen angetragen und wird damit zweifelhaft, ja zur Denunziation. Damit haftet dem Gedicht etwas sehr Unangenehmes an, was ich aber als positiv wahrnehme, weil es einen weiten Assoziationsraum öffnet.
Das "das" habe ich nicht als Stolperstein empfunden, sondern als sehr passend. Es bezieht sich ja nicht auf den Stein, sondern auf den Vorgang des Weitergetrieben- Weitergerolltwerdens. Gerade diese Formulierung hat etwas Unintendiertes, was einen schönen Gegesatz zur Schuldzuweisung am Ende bildet. Von daher würde ich es auf alle Fälle so lassen.
Gruß
Sam
das zweimalige "schuldig" erhebt dieses Gedicht wirklich über die Beschreibung eines reinen Naturphänomens. Schuldig wird der Stein dadurch, dass er etwas geschafft hat, was so eigentlich nicht möglich ist, bzw. schwer vorstellbar. Der Einfluss äußerer Umstände wird dem Stein als Eigenschaft zugewiesen: ein glatter Bursche. So also wirkt auch die Schuld von außen angetragen und wird damit zweifelhaft, ja zur Denunziation. Damit haftet dem Gedicht etwas sehr Unangenehmes an, was ich aber als positiv wahrnehme, weil es einen weiten Assoziationsraum öffnet.
Das "das" habe ich nicht als Stolperstein empfunden, sondern als sehr passend. Es bezieht sich ja nicht auf den Stein, sondern auf den Vorgang des Weitergetrieben- Weitergerolltwerdens. Gerade diese Formulierung hat etwas Unintendiertes, was einen schönen Gegesatz zur Schuldzuweisung am Ende bildet. Von daher würde ich es auf alle Fälle so lassen.
Gruß
Sam
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