nuancetten II

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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noel
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Beitragvon noel » 20.10.2011, 17:18

wenn licht
farbe in formen lenkt
wenn atem
dampfend im dämmernden
morgen verdunstet
sprühe ich düfte
- diese süszschweren -
auf kÄlter werdEnde herbsthaut

& auch wenn augentau
ahorn flächig streicht
beiszt sich doch
- absinthgrün & hitzig -
hoffnung herzwärts
denn gestik spricht
noch in die stille
NOEL = Eine Dosis knapp unterhalb der Toxizität, ohne erkennbare Nebenwirkung (NOEL - no observable effect level).

Wir sind alle Meister/innen der Selektion und der konstruktiven Hoffnung, die man allgemein die WAHRHEIT nennt ©noel

Mucki
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Beitragvon Mucki » 23.10.2011, 16:38

Hola noel,

das gefällt mir richtig gut. Die erste Strophe finde ich sehr bildhaft. Sie hat etwas Trotziges.
Die zweite Strophe bildet, nach meiner Lesart, sozusagen den "Grund" für die Eingangszeilen. Mit "augentau" hast du ein feines Wort gefunden.
Klasse finde ich das hier:
noel hat geschrieben:denn gestik spricht
noch in die stille

Sehr gerne gelesen und mich hineinversetzt!

Saludos
Gabriella

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noel
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Beitragvon noel » 23.10.2011, 17:37

:Ö)
NOEL = Eine Dosis knapp unterhalb der Toxizität, ohne erkennbare Nebenwirkung (NOEL - no observable effect level).

Wir sind alle Meister/innen der Selektion und der konstruktiven Hoffnung, die man allgemein die WAHRHEIT nennt ©noel

Jelena

Beitragvon Jelena » 23.10.2011, 18:49

Hallo Noel,

ich genieße deine Lyrik wie eine wunderbare Essenz, ein Konzentrat, das durchsichtig bleibt. Einfach schön. So ging mir das auch bei anderen Werken, die ich schon von dir gelesen habe.

Ich habe nur Schwierigkeiten mit deiner Schreibweise, den eingestreuten Großbuchstaben. Ich weiß, dass du damit die Mehrdeutbarkeit verbildlichst. Ich empfinde das als überflüssig. Andere sehen darin vielleicht deine persönliche Note. Ich stolpere über diese Note wie über Steine beim Lesen und werde in der Aufnahme des Gesamtbilds gestört.

Ich denke, dass du darauf verzichten könntest, ohne deshalb zu verlieren. Du hättest genug Vertrauen auf das, was hinter den Worten steht. So empfinde ich es jedenfalls.

Liebe Grüße, Jelena.

Gerda

Beitragvon Gerda » 24.10.2011, 11:06

Liebe noel,

Dieses Werk von dir gefällt richtig gut, vielleicht auch deshalb weil es 'bei sich bleibt' im gesteckten Rahmen.
Allerdings stimme ich Jelenas Rückmeldung im Großen und Ganzen zu, ich muss das nicht wiederholen, ich habe früher schon einmal Ähnliches geschrieben, auch davon, dass sich diese Art, die Leser auf etwas zu stoßen leider abnutzt.

Liebe Grüße
Gerda

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noel
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Beitragvon noel » 24.10.2011, 17:03

ciao jelena, ciao gerda...
ich verstehe eure einwände, aber ich denke nicht. dass es sich abnützt-
ihr lest es als kritische leser, als selber schreiber, als...
dennoch leben wir in einer schnelllebigen wortfülle, in dem es ein STOPPEN geben muss
im fluss, damit nicht zu gefällig & zu schnell konsumiert wird.
so mein empFinden
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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 25.10.2011, 08:56

Hallo noel,

dennoch leben wir in einer schnelllebigen wortfülle, in dem es ein STOPPEN geben muss
im fluss, damit nicht zu gefällig & zu schnell konsumiert wird.
Dieses Gedicht rauscht doch aber auch ohne diese Stolpersteine nicht an einem vorbei?!! Ich würde sie auch rausnehmen, sie schwächen für mich das Gedicht. Für mich ist gerade die erste Strophe langsam und süßschwer, unter der Haut schon ein wenig bedrohlich klingend. In der zweiten Strophe nimmt es an Tempo und Lautstärke auf bis zum "herzwärts", um dann in der Stille zu verklingen.

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

Mucki
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Beitragvon Mucki » 25.10.2011, 16:23

Eigentlich sind diese Großbuchstaben nicht nötig, stimmt. Aber auf der anderen Seite würde ich sie vermissen in deinen Texten, noel. Sie sind dein besonderes Merkmal. Und Abnutzung kann ich nicht empfinden, da du sie ja nicht beliebig setzt, sondern dir Gedanken machst, wo und wie du diese Großbuchstaben in deine Zeilen setzt und jedes Mal anders.
Ich lese deine Texte inzwischen ganz flüssig, ergo: für mich keine Stolpersteine.

Saludos
Gabriella

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noel
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Beitragvon noel » 25.10.2011, 19:37

grazie a te cara (gabriella)

spero che la cosa è cosi


@flora ich verstehe wohl, dovh....
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 25.10.2011, 22:48

Mir ging das so mit den "zerhackten" Wörtern von noel: Zu Beginn fand ich sie ziemlich manieriert, mit der Zeit habe ich mich allerdings im besten Sinne daran gewöhnt, sie würden mir fehlen! Mir gefällt mittlerweile der collagenhafte Charakter, den sie noels Texten verleihen.
Ich sehe sie auch nicht als besonderes Merkmal, Markenzeichen, sondern eher als eine Art Handschrift. So wie man jeweils den Griffel hält, wie man andrückt beim Schreiben, ob man ihn gespitzt hat oder nicht usw. Da ergäbe sich dann auch nicht die Frage, ob etwas "nötig" ist oder nicht.

Zu den Stolpersteinen: Das sind die Großbuchstaben für mich nicht! Vielmehr sprichst Du, noel, von "fluss", also Wortfluss, in dem es wirklich auch mal Steine geben sollte, die das Gleichmäßige brechen, schnellen lassen, umlenken ...


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