o. t.

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Gerda

Beitragvon Gerda » 20.10.2011, 11:51

Im fallenden Laub
Stöbern nach Kinderlachen
Wärme für den Herbst

©GJ20111020

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Eule
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Beitragvon Eule » 20.10.2011, 16:12

Hallo Gerda, mir gefällt dieser Haiku sehr, auch wenn ich die Wärme eher den Blättern zugeordnet hätte, also "des Herbstes". Viele Grüße ! :-)
Ein Klang zum Sprachspiel.

Gerda

Beitragvon Gerda » 20.10.2011, 18:36

Danke, Eule, freut mich. :-)
Bei deinem Vorschlag verschöbe sich die Bedeutungsebene.
Bevor ich mehr dazu schreibe, mag ich erst einmal abwarten ...

Liebe Grüße
Gerda

Herby

Beitragvon Herby » 20.10.2011, 23:16

Liebe Gerda,

das ist schön, gefällt mir ausgesprochen gut. In der Kürze der Zeilen laufen bei mir Bilder ab. Und auch das von Eule angemerkte "für den Herbst" ergibt für mich Sinn (ohne dir vorgreifen zu wollen).

Einziges Wehrmutströpfchen für mich ist "Stöbern", es will einfach nicht zum fallenden Laub passen. "Haschen nach..."?

Trotzdem sehr gerne gelesen.


LG Herby

edit: nein, "haschen" ergibt einen anderen Sinn, merk ich erst jetzt.

poeta

Beitragvon poeta » 21.10.2011, 07:52

hallo gerda, mir gings erst ähnlich wie herby,
ich dachte auch, stöbern kann man doch erst im (ab)gefallenen, am boden liegenden laub. "(ab)gefallenes laub" klingt aber längst nicht so gut. dann habe ich mich an "schneegestöber" erinnert und meine nun, dass es schon passt, wenn der wind hier in den fallenden blättern stöbert. auf den ersten blick entstehen da aber doch zwei bilder, die der fallenden und der liegenden blätter, und ein stöbern im kopf setzt ein, die beiden zu vereinen.
deine verse sind allemal einen zweiten blick wert.

liebe grüße, poeta

Gerda

Beitragvon Gerda » 21.10.2011, 10:20

Lieber Herby,

herzlichen Dank für deine Rückmeldung und die Anregung meiner Gedanken.

Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich gefunden habe, dass "stöbern" passt.
Aber ein schlichtes "Suchen" kam mir viel zu statisch, zu bewusst und zielgerichtet vor.
"Haschen" geht für meinen Geschmack überhaupt nicht, weil es etwas neckisches an sich hat. ;-)

Nun zu dem "für den Herbst" und nicht wie Eules Vorschlag "des Herbstes".
Es geht mir nicht darum, Wärme "aus" dem Herbst holen, sondern aus dem Kinderlachen Wärme in den Herbst zu transportieren. Und gerade so beim Schreiben kommt mir der Gedanke, dass "in den Herbst" vielleicht auch ginge ...
Dieser Dreizeiler eröffnet so die Ebene über die Jahreszeit "Herbst" hinaus, auf das Lebensalter.
Ich denke mal schreibend weiter und komme doch auf das "für den" zurück, weil da auch der Gedanke der Vorratshaltung hineinspielt und möchte es erst einmal so stehen lassen.



Einen warmen Herbstag und liebe Grüße
Gerda

Gerda

Beitragvon Gerda » 21.10.2011, 10:36

Liebe poeta,

ich glaube wird sind uns im Salon noch nicht über den Weg gelaufen, deshalb sende ich dir zunächst einen Willkommensgruß. :-)
Vielen Dank für deine Beschäftigung mit meinem Text und das Nachdenken darüber, ob das "stöbern" passe. Es freut mich, dass du es durch den Vergleich mit dem Schneegestöber zusammenbringen konntest und es für dich stimmig ist.
Im Stöbern - ich mag dieses Wort in seiner doch eher vagen Bedeutung von "suchen" - liegt ja mehr als nur der beschriebene Vorgang in der Natur.
In Blättern zu stöbern (Laub) führt möglicherweise bei manchen Lesern die Gedanken auch noch weiter ... auf Papier ... auf Bücher ... auf alte Fotoalben ... Erinnerungen ... Ich glaube, es kann eine Menge auslösen.

Vielen Dank noch einmal und liebe Grüße
Gerda

Jelena

Beitragvon Jelena » 21.10.2011, 16:09

Liebe Gerda,

ich sehe lachende Kinder in bunten Gummistiefeln Laubhaufen aufwirbeln. Ich erinnere mich, wie es war, sich hineinfallen zu lassen. Stöbern ist deshalb ein lustiges Wort, das für mich passt.

Wärme ist das Wort, das ich austauschen wollte. Für mich wäre eher die sommerliche Leichtigkeit im Gegensatz zur herbstlichen Schwermut gemeint.
"Nektar für den Herbst", wäre so ein Spontaneinfall. Dann sehe ich gleich Bienen, die über Blüten kreisen und summen.

Aber das kleine Werk ist hübsch geworden, liebe Grüße, Jelena.

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Eule
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Beitragvon Eule » 22.10.2011, 23:14

Hallo Gerda, meine Variante war übrigens eher als Wahrnehmung von Wärme als von deren Nutzbarmachung gedacht. ;-) Aber es ist ja ein Erfolg, wenn Texte die Leser-/innen zur Auseinandersetzung damit oder zum Phantasieren bringen. Viele Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.

Gerda

Beitragvon Gerda » 23.10.2011, 12:43

Liebe Jelena,

so habe ich dich zu einem weiteren "Spätsommerbild, - Gedanken" angeregt.
Das meine Intention eine andere ist, ist ja nicht schlimm.
Für mich ist die "Wärme" im Kontext des Kinderlachens wichtig weil sich hierdurch, die von mir w. o. genannte andere Ebene (Lebensalter) ergibt, die mir beim Nektar verloren ging.

Herzlichen Dank für deine Rückmeldung und dein Lob.

Sonnige Grüße in den Taunus
Gerda

Gerda

Beitragvon Gerda » 23.10.2011, 12:47

Liebe Eule,
Eule hat geschrieben:Aber es ist ja ein Erfolg, wenn Texte die Leser-/innen zur Auseinandersetzung damit oder zum Phantasieren bringen.


Das meine ich auch und es freut mich
Es ist wieder einmal interessant, zu sehen, dass wenige Worte eine Reihe von Bildern und Assoziationen beim Leser entstehen lassen können.

Dankeschön und sonnige Grüße
Gerda


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