Ausgezwitschert [M]
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poeta
Ausgezwitschert
Bremsen quietschten,
eine Tür schlug zu.
Das Klappern der Absätze
verlor sich als Tonscherbenspur.
Nun zwitschern die Tage nicht mehr,
und Abende weigern sich zu zirpen.
Geändert mit der freundlichen Hilfe von Flora und Jelene. Danke!
Der ursprüngliche Text findet sich im vierten Beitrag dieses Fadens.
Zuletzt geändert von poeta am 08.10.2011, 06:25, insgesamt 1-mal geändert.
Hallo poeta,
gefällt mir gut dein Monatsthemabeitrag. Die 140 Zeichen hast du allerdings etwas gedehnt.
Ich habe selbst gemerkt, dass das wirklich eine Herausforderung ist. Vielleicht magst du nochmal schauen, ob es im Sinne des Monatsthemas noch dichter geht?
Ganz unabhängig davon, würde ich aber die Zeile "auf blindem Asphalt" streichen, da sie mir hinterherklappert, wo sich doch das Klappern gerade verlieren sollte und sich eine Stille breitmachen müsste und ich mit ihr in diesem Bild auch wenig anfangen kann.
Der Reim "Dann lagen die Gassen verlassen." zieht es für mich ein Stück weit ins Lächerliche? Das passt zwar auch ein wenig zum "Ausgezwitschert", aber verhindert tatsächlich, dass ich mich auf die Thematik einlassen kann, wodurch dann auch die letzten Zeilen eher wie Hohn klingen.
Gelungen finde ich, dass offen bleibt, was hier geschieht und es viele Geschichten dazu geben könnte, kleine Filme loslaufen. Wäre das deutlicher ausgesprochen, hätte ich meine Bedenken, ob es nicht zu sehr im Klischee verharrt, gerade durch die klappernden Absätze.
Liebe Grüße
Flora
gefällt mir gut dein Monatsthemabeitrag. Die 140 Zeichen hast du allerdings etwas gedehnt.
Ich habe selbst gemerkt, dass das wirklich eine Herausforderung ist. Vielleicht magst du nochmal schauen, ob es im Sinne des Monatsthemas noch dichter geht? Ganz unabhängig davon, würde ich aber die Zeile "auf blindem Asphalt" streichen, da sie mir hinterherklappert, wo sich doch das Klappern gerade verlieren sollte und sich eine Stille breitmachen müsste und ich mit ihr in diesem Bild auch wenig anfangen kann.
Der Reim "Dann lagen die Gassen verlassen." zieht es für mich ein Stück weit ins Lächerliche? Das passt zwar auch ein wenig zum "Ausgezwitschert", aber verhindert tatsächlich, dass ich mich auf die Thematik einlassen kann, wodurch dann auch die letzten Zeilen eher wie Hohn klingen.
Gelungen finde ich, dass offen bleibt, was hier geschieht und es viele Geschichten dazu geben könnte, kleine Filme loslaufen. Wäre das deutlicher ausgesprochen, hätte ich meine Bedenken, ob es nicht zu sehr im Klischee verharrt, gerade durch die klappernden Absätze.
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
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Jelena
Flora hat geschrieben:gefällt mir gut dein Monatsthemabeitrag. Die 140 Zeichen hast du allerdings etwas gedehnt.![]()
Ich muss jetzt einfach mal nur spamen und grinsen und zustimmen. Mein [M] war nämlich viel länger und es war echt eine Herausforderung, das zu kürzen. Es gab Kieselsteine mit Schattenrändern, Zuckerstreuer auf Bistrotischen....Liebe Poeta,
mir gefällt die Tonscherbenspur sehr gut darin. Ton, Steine, Scherben musste ich spontan denken.
Seither zwitschern die Tage nicht mehr,
Dieser Vers klingt eher nach einer Befreiung, da ich zwitschernde Tage als negativ bewerten würde: voll mit dummen Geschwätz.
Abende, die nicht mehr zirpen, sind natürlich wirklich traurig. Dieser Gefühlswiderspruch stört mein Lesen etwas.
(Das Thema Tagesgezwitscher fand ich eher schwer. Das Wort Zwitschern ist einfach doof. Deswegen hatte ich das Brunnengeplätscher bevorzugt, war es doch "parkerfüllend" und laut wie die Vögel. Aber auch das Wort Plätschern ist eher nicht so meins.)
Wenn du noch verdichtest, kann das aber ein schöner Beitrag werden.
LG, Jelena.
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poeta
hallo ihr beiden,
entschuldigung! die 140 zeichen hab ich glatt überlesen
, muss mir mal dringend eine neue brille kaufen
.
auf 140 zeichen bringe ich es aber nicht, vielleicht drückt ihr noch ein paar augen zu:
statt
-----------------------------------------------
Ausgezwitschert
Bremsen quietschten, Reifen blockierten,
eine Tür schlug zu.
Das Klappern der Absätze
verlor sich als Tonscherbenspur
auf blindem Asphalt.
Dann lagen die Gassen verlassen.
Seither zwitschern die Tage nicht mehr,
und Abende weigern sich, friedlich zu zirpen.
______________________________
Ausgezwitschert
Klappernde Absätze
verloren sich als Tonscherbenspur
Seither zwitschern Tage nicht mehr,
weigern Nächte sich, friedlich zu zirpen.
__________________________________
wäre das annehmbar?
hi flora,
interessant finde ich, was du über die wirkung des schlagreims "gassen - verlassen" schreibst - da scheine ich mich etwas verrannt zu haben, war von mir als wiederaufnahme des klappern gedacht, das in der verlassenheit der stille sehr oft und oft unerwünscht lange im innern nachklingt. war wohl nix, hab ich leichten herzens rausgeschmissen.
beim blinden asphalt fiel mir das schon schwerer, funktioniert aber wohl auch nicht so, wie von mir gedacht.
tja und nun fehlt auch noch die einleitung zum klappern - keine vorgschichte, der film springt bei mir nun nicht mehr an und das klappern wird ziemlich abstrakt...
hi jelena,
wieder fällt mir auf, wie unterschiedlich begriffe belegt sind, für mich ist zwitschern froh, hell, lebendig... ich wache gern mit dem gezwitscher der vögel auf. aber auch der lesart "dummes geschwätz" offenbart sich sehr interessantes, irgendwie ein in-kauf-nehmen-wollen des tagesgezwitscher, um im gegenzug das nachtgezierpe nicht missen zu müssen, eine weiter konstellation...
vielen dank, ihr lieben, für eure gedanken und das zurechtstutzen. wenn ihr meint dass obige kürzung durchgehen könnte, dann stell ichs oben ein, ansonsten werde ich das [M] aus dem titel zu entfernen und vom monatsthema zurücktreten.
liebe grüße, poeta
entschuldigung! die 140 zeichen hab ich glatt überlesen
, muss mir mal dringend eine neue brille kaufen
. auf 140 zeichen bringe ich es aber nicht, vielleicht drückt ihr noch ein paar augen zu:
statt
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Ausgezwitschert
Bremsen quietschten, Reifen blockierten,
eine Tür schlug zu.
Das Klappern der Absätze
verlor sich als Tonscherbenspur
auf blindem Asphalt.
Dann lagen die Gassen verlassen.
Seither zwitschern die Tage nicht mehr,
und Abende weigern sich, friedlich zu zirpen.
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Ausgezwitschert
Klappernde Absätze
verloren sich als Tonscherbenspur
Seither zwitschern Tage nicht mehr,
weigern Nächte sich, friedlich zu zirpen.
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wäre das annehmbar?
hi flora,
interessant finde ich, was du über die wirkung des schlagreims "gassen - verlassen" schreibst - da scheine ich mich etwas verrannt zu haben, war von mir als wiederaufnahme des klappern gedacht, das in der verlassenheit der stille sehr oft und oft unerwünscht lange im innern nachklingt. war wohl nix, hab ich leichten herzens rausgeschmissen.
beim blinden asphalt fiel mir das schon schwerer, funktioniert aber wohl auch nicht so, wie von mir gedacht.
tja und nun fehlt auch noch die einleitung zum klappern - keine vorgschichte, der film springt bei mir nun nicht mehr an und das klappern wird ziemlich abstrakt...
hi jelena,
wieder fällt mir auf, wie unterschiedlich begriffe belegt sind, für mich ist zwitschern froh, hell, lebendig... ich wache gern mit dem gezwitscher der vögel auf. aber auch der lesart "dummes geschwätz" offenbart sich sehr interessantes, irgendwie ein in-kauf-nehmen-wollen des tagesgezwitscher, um im gegenzug das nachtgezierpe nicht missen zu müssen, eine weiter konstellation...
vielen dank, ihr lieben, für eure gedanken und das zurechtstutzen. wenn ihr meint dass obige kürzung durchgehen könnte, dann stell ichs oben ein, ansonsten werde ich das [M] aus dem titel zu entfernen und vom monatsthema zurücktreten.
liebe grüße, poeta
Hallo poeta,
Bremsen quietschten
eine Tür schlug zu
Das Klappern der Absätze
verlor sich als Tonscherbenspur
Nun zwitschern die Tage nicht mehr
und Abende weigern sich zu zirpen
Überschrift und Leerzeichen zähl ich nicht mit. :o) Was mir auffällt ist, dass ich weder die Reifen vermissen würde, noch das "friedlich".
Zwitschern hat für mich zumindest etwas Leichtes, Unbeschwertes, das hier nicht mehr empfunden/gehört/gesehen werden kann.
Liebe Grüße
Flora
edit: Ich habe gerade bemerkt, dass du Abende in Nächte geändert hast. Abende erscheint mir stimmiger, auch weil die Nächte dann gar nicht erst angeschnitten werden, sondern "wundoffen" bleiben.
Seh ich auch so. Ich würde eher an anderer Stelle kürzen. In die Richtung etwa:tja und nun fehlt auch noch die einleitung zum klappern - keine vorgschichte, der film springt bei mir nun nicht mehr an und das klappern wird ziemlich abstrakt...
Bremsen quietschten
eine Tür schlug zu
Das Klappern der Absätze
verlor sich als Tonscherbenspur
Nun zwitschern die Tage nicht mehr
und Abende weigern sich zu zirpen
Überschrift und Leerzeichen zähl ich nicht mit. :o) Was mir auffällt ist, dass ich weder die Reifen vermissen würde, noch das "friedlich".
Zwitschern hat für mich zumindest etwas Leichtes, Unbeschwertes, das hier nicht mehr empfunden/gehört/gesehen werden kann.
Liebe Grüße
Flora
edit: Ich habe gerade bemerkt, dass du Abende in Nächte geändert hast. Abende erscheint mir stimmiger, auch weil die Nächte dann gar nicht erst angeschnitten werden, sondern "wundoffen" bleiben.
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
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poeta
hi flora,
mir gefallen abende auch besser, ich dachte ich würde zeichen sparen, was aber gar nicht stimmt, die nächte sprechen sich nur kürzer.
mit deinem vorschlag kann ich mich recht gut arrangieren. das werde ich dann mal so im ausgangspost verankern.
hab vielen dank für deine hilfreichen anregungen.
liebe grüße, poeta
mir gefallen abende auch besser, ich dachte ich würde zeichen sparen, was aber gar nicht stimmt, die nächte sprechen sich nur kürzer.
mit deinem vorschlag kann ich mich recht gut arrangieren. das werde ich dann mal so im ausgangspost verankern.
hab vielen dank für deine hilfreichen anregungen.
liebe grüße, poeta
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Jelena
Hallo poeta,
die neue Version ist toll.
Die Geräusche verbinden sich so wunderbar zu einem Gesamteindruck - man beachte: jeder Vers ein anderes Wortgeräusch - dass mich selbst das Zwitschern nicht mehr stören kann, nimmt es doch den zugeworfenen Ball vom Quietschen auf, um dann zu verzirpen. Unglaublich, wie eine Verdichtung zur Vergrößerung führt.
Für mich wieder Beweis dafür, wie geduldig man seine Gedanken einkochen sollte.
Werde mir das Gedicht vormerken, Jelena.
die neue Version ist toll.
Die Geräusche verbinden sich so wunderbar zu einem Gesamteindruck - man beachte: jeder Vers ein anderes Wortgeräusch - dass mich selbst das Zwitschern nicht mehr stören kann, nimmt es doch den zugeworfenen Ball vom Quietschen auf, um dann zu verzirpen. Unglaublich, wie eine Verdichtung zur Vergrößerung führt.
Für mich wieder Beweis dafür, wie geduldig man seine Gedanken einkochen sollte.
Werde mir das Gedicht vormerken, Jelena.
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