vater

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
moonlight

Beitragvon moonlight » 26.09.2011, 18:27

hoffnungsfunke


wie der freudige blick
eines kindes
lässt er mich naschen
an meiner blütezeit


benommen sehe ich
dem fallen der blätter
in die vollkommenheit
der schatten zu


sie flüstern mir
täglich ihre gräuel
pressen sich immer tiefer
in meinen kopf


wispern ihr wiedersehen


ich wünschte so sehr
meine gedanken
wären windstill
würden nicht instabil
über latexhandschuhe lachen
die rot den schaum
aus dem beatmungsschlauch pressen




© Moonlight 2011

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Eule
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Beitragvon Eule » 27.09.2011, 13:46

Hallo moonlight, dieser Text enthält für mich eine Menge Wahrheit, die Du gelungen in Gedichtsform gesetzt hast. Klasse !
Ein Klang zum Sprachspiel.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 27.09.2011, 14:54

Hallo moonlight, hallo Eule!

Inhaltlich wahr, das stimmt!
Gleich am Anfang stolpere ich aber jedesmal über den Bezug wie der freudige Blick eines Kindes lässt er mich ... - er also wohl der Hoffnungsfunke. Da ist mir zuviel Perspektivwechsel drin.

moonlight, was meinst Du mit Vollkommenheit der Schatten? Ich verstehe das als Totenreich, aber dann finde ich den Plural, die Schatten nicht so glücklich gewählt.

ich wünschte so sehr
meine gedanken
wären windstill


finde ich super - nur dann folgt "instabil", das durch den ähnlichen Klang das windstill leider soooo abschwächt.

Und warum lachen Deine Gedanken, wenn ihnen doch vorher Gräuel eingeflüstert wurden? Das ergibt für mich keinen Sinn.
Dass dann ein Blick in das Elend der medizinischen Lebensverlängerung folgt, finde ich wiederum gut, weil darin die vorherigen Gedanken ihren Höhepunkt finden.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 27.09.2011, 22:25

Hallo moonlight,

auch nach mehrfachen Lesen hab ich Probleme, deine Zeilen zu verstehen. Vor allem in Bezug zum Titel "vater".
Ist in der ersten Strophe mit dem "er" wirklich der "hoffnungsfunke" gemeint? Oder ist es der Vater? Das ist die erste und auch, wie ich finde, wichtigste Hürde, die ich als Leser hier nehmen bzw. auflösen muss, da ich den weiteren Text - je nachdem - ganz anders lesen kann.
Davon abgesehen bereitet auch mir das Lachen der Gedanken Schwierigkeiten.

Soweit erst mal.

Saludos
Gabriella

moonlight

Beitragvon moonlight » 28.09.2011, 09:33

Herzlichen Dank für die Worte Eule.

LG
Moonlight

moonlight

Beitragvon moonlight » 28.09.2011, 09:44

Liebe Amanita liebe Gabriella,
vielen Dank für euren Kommentar.

.....wie der freudige Blick eines Kindes lässt er mich .....das ER ist sehr wichtig....
....Vollkommenheit der Schatten......das ist auch als Totenreich so gemeint ...Amanita vielleicht kannst du mir helfen mich besser auszudrücken....

....tja... das instabile Lachen ....das war so gemeint wenn man kurz vor dem Wahnsinn steht ...oder dem Nervenzusammenbruch .......wenn man zu viel Gräuel gesehen hat dann kann es passieren ....das instabile Lachen.

darum auch ......ich wünschte so sehr meine Gedanken wären windstill...



Liebe Grüße
Moonlight

Mucki
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Beitragvon Mucki » 28.09.2011, 12:48

Hallo moonlight,

aus deinen Andeutungen entnehme ich, dass doch der Vater gemeint ist und der Hoffnungsfunke darin besteht, dass LI sich wünscht, der Vater würde nicht wiederbelebt werden, weil LI eben durch den Vater Gräuel erlebt hat.

Saludos
Gabriella

moonlight

Beitragvon moonlight » 30.09.2011, 14:19

Hallo Gabriella,
du hast da eine dominante Interpretation geschrieben.

LG
Moonlight


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