ungesagt

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Oldy

Beitragvon Oldy » 10.09.2011, 21:24

der
blick nach innen
überlaut
das letzte wort
begehrt die stille

unser gehen
distanziert -
die zwiezeiten
unbedacht

gemeinnichts
fühlbar
Zuletzt geändert von Oldy am 11.09.2011, 11:27, insgesamt 1-mal geändert.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 10.09.2011, 23:17

Hallo Uwe,

hier geht es wohl um die Trennung in einer Beziehung, bei der sich einer oder beide zu sehr in sich selbst zurückgezogen haben und beide nicht mehr wahrnehmen oder sich bewusst sind, was sie aneinander hatten, sich nicht ausgesprochen haben. So jedenfalls meine Lesart.
Die Worte "überlaut" und "zwizeiten" finde ich ein bisschen holprig. "überlaut", weil es nicht zum Blick nach innen passt als Adjektiv und zu "zwizeiten": ist das ein älterer Ausdruck?

Saludos
Gabriella

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 10.09.2011, 23:32

Hallo Oldy ...

gemeinnichts fühlbar passt nach meinem Empfinden so gar nicht zu überlaut .

Auch habe ich Schwierigkeiten mit der Überschrift - ungesagt - und dem folgenden überlaut das letzte wort.

Und was meinst Du/ meint zwizeiten? Die Zeit des Zusammenseins? Das Wort sieht so fremdartig aus, dass man erst einen Schreibfehler vermutet. Ich fände es besser, wenn weitere ungewohnte, ungewöhnliche Wörter in Deinem Text vorkämen, dann könnte man sie vermutlich leichter lesen.

[Ich bin müde - daher nur ein paar einzelne Gedanken, vielleicht kriege ich ja morgen mehr hin]

Oldy

Beitragvon Oldy » 11.09.2011, 01:53

Hallo, ihr beiden

das "überlaut" soll nur das Gefühl nah dem "in sich zurückgezogen" betonen, es steht nicht im Kontext zu den letzten beiden Worten.
Dieses "überlaut" ist mir wichtig, um zu betonen, dass der Rückzug so entgültig / so massiv ist. Der andere wird nicht mehr gesehen, gefühlt. Da ist nichts mehr.

"zwizeiten" ist ein Kunstwort meinerseits, was die Zeiten zu Zweit benennt. Ich wollte diese Zeiten in einem Begriff vereinen.

"ungesagt" vereint alles das, was nicht mehr gesagt wurde / gesagt werden wollte. Das "letzte Wort" ist dann nicht mehr wörtlich zu verstehen, sondern nur noch ein Ausdruck der Abkehr voneinander.

lg
Uwe
Zuletzt geändert von Oldy am 11.09.2011, 18:39, insgesamt 1-mal geändert.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 11.09.2011, 08:45

Guten Morgen, Oldy!

Bei so kurzen Texten steht m. E. alles mit allem in Zusammenhang, daher kann ich Deinen Ausführungen nur bedingt folgen. Wenn Dein Gedicht aus thematischen Gründen nicht "rund" sein soll - was ich verstehen kann -, dann ist es mir aber nicht widerborstig, brüchig genug.

Niko

Beitragvon Niko » 11.09.2011, 10:03

hallo oldy,

vor allem die erste strophe finde ich sehr stark. es beschreibt ein gefühl, dass ich sehr gut kenne. und ich finde, wenn man so schreibt, dass man sich hineinlesen kann, dann ist alles richtig gemacht.

strofe 2 finde ich auch völlig nachvollziehbar und gut. bei deiner kreation "zwizeiten" würde ich unbedingt ein "e" einfügen: "zwiezeiten". du bist vermutlich von dem wort "zwist" ausgegangen. aber ich empfinde als grundlage beim lesen eher das wort "zwiespältig" oder "zwiegespräch". ich glaube, das "e" würde die stelle retten!

das gefühl verliert sich minimal in strofe 3. das "gemeinnichts" ist ein begriff, aus dem ich mir so rein gar nichts ziehen kann. das finde ich ärgerlich, weil damit der schluss versaut ist. und der somit dafür sorgt, unbefriedigt zurück zu bleiben.

liebe grüße: niko

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noel
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Beitragvon noel » 11.09.2011, 10:46

strophe 1 hervorRagEnd
in strophe 2 halte ich es wie niko
das E finde ich fehlt hier

die 3 strophe ist nichtsagEnd
wirkt wie dran geklatscht...
schmeist mich aus dem empfinden, weil
es zu sperrig ist
sperrig durch den neologismus
& der inhärenten phantasielosigkeit

noel
NOEL = Eine Dosis knapp unterhalb der Toxizität, ohne erkennbare Nebenwirkung (NOEL - no observable effect level).

Wir sind alle Meister/innen der Selektion und der konstruktiven Hoffnung, die man allgemein die WAHRHEIT nennt ©noel

Oldy

Beitragvon Oldy » 11.09.2011, 11:26

Hallo.

das "e" sei den "zwizeiten" gegönnt, wenn es denn besser interpretierbar ist. Ich hatte mir gedacht, dass dieses Wort aneckt.
Über den Schluss denke ich nach.
Dabei sollte zum Ausdruck kommen, dass man nichts mehr gemein hat, nichts mehr füreinander fühlt. Mal sehen, ob ich eine passende Ersetzung finde.

lg
Uwe
Zuletzt geändert von Oldy am 11.09.2011, 18:41, insgesamt 1-mal geändert.

Niko

Beitragvon Niko » 11.09.2011, 11:34

dann solltest du das einfach auch so schreiben! "nichts gemein" oder für micvh noch besser:"ungemein"

liebe grüße: niko

Oldy

Beitragvon Oldy » 11.09.2011, 11:39

Ich hatte die Kritik ob der letzten beiden Worte eher nicht am Wort festgemacht, sondern an der Aussage an sich.
Den zwischen "gemeinnichts" und "nichts gemein" oder "ungemein" sehe ich außer der Dudenkonformität keinen Unterschied.

lg
Uwe
Zuletzt geändert von Oldy am 11.09.2011, 21:31, insgesamt 1-mal geändert.

Oldy

Beitragvon Oldy » 11.09.2011, 18:51

Nach längerer Überlegung gefällt mir doch Nikos "ungemein". Ich Sinne von "Neusprech".
Nicht als Verstärkung gelesen (ungemein toll), sondern im negativen Sinne (nichts mehr gemein). Doch wie das formulieren, dass es nicht im ersten Sinne gelesen wird?
Angedacht:

zweisam
ungemein

lg
Uwe


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