Es floß über Wolken ...

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Eule
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Beitragvon Eule » 01.09.2011, 23:30

Es floss über Wolken zu mir

von Kriegen den Sandweg
entlang in die Hügel

die Rinnsteine waren
nicht sicher davor

lohte lichterte fraß
fleisch und eltern

verkrümmte die stimmen zum
himmel trieb uns die

spur durchs dornengestrüpp
und todeszellen

floss es über wolken zu mir


(edit.Not.: mit kleiner Änderung in der letzten Zeile)
Zuletzt geändert von Eule am 03.03.2012, 12:51, insgesamt 3-mal geändert.
Ein Klang zum Sprachspiel.

Oldy

Beitragvon Oldy » 02.09.2011, 08:07

Hallo Eule.

ein schweres Thema, bei dem die Gefaht besteht, zu emotionell zu werden.
Das sehe ich hier nicht, jedoch finde ich die Bilder fast schon zu deutlich. Aber sicherlich Geschmackssache.
Zwei Dinge fielen mir auf.
die Rinnsteine waren
nicht sicher davor

Ich stolpere immer wieder über dieses "davor". Das wirkt so angehängt, so "plump". Meiner Ansicht nach braucht es die Zeile nicht.
lohte lichterte fraß
fleisch und eltern

Hier scheint mit gleich in beiden Zeilung eine Dopplung zu sein. "lohte" und "lichterte" sind für mich das selbe Bild.
Vor meinens geistigen Auge verändert sich da nichts.
"fleisch und eltern" scheint mir auch eine Dopplung zu sein. Sind "eltern" nicht auch "fleisch"?
So weit, so ...

lg
Uwe

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Eule
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Beitragvon Eule » 02.09.2011, 16:43

Hallo Uwe, danke für Deine Anmerkungen. Im Text geht es um das Geschehen des Krieges, den Zusammenhang mit dem individuellen Schicksal und das persönliche Erleben dieser Ereignisse.

Deshalb ist es schon ein Unterschied, ob die Rinnsteine ganz allgemein unsicher waren, oder ob darin etwas Nachricht gab.

Auch "lohen" und "lichtern" sind unterschiedlich, bei ersterem ist die Bedrohung viel direkter. Die dreifach vorkommende Ortsbestimmung "in die" in den Strophen eins, drei + vier habe ich aber verändert.

Viele Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.

moonlight

Beitragvon moonlight » 09.09.2011, 10:36

Hallo Eule,
ein melancholisches Gedicht das mich in seinen Bann zieht.
Bis auf ein paar kleine Unstimmigkeiten....
Bei "lohte" und "lichterte" empfinde ich es ähnlich wie Uwe.
Die Groß und Kleinschreibung ist suboptimal.

Wenn du das korrigieren würdest dann wäre es für mich perfekt.

Liebe Grüße
Moonlight

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 09.09.2011, 10:49

Hallo Eule,

die Groß-/Kleinschreibung ist wirklich etwas verwirrend. ansonsten passt alles, auch und gerade das "lichterte" - schönes Wort, darf nicht fehlen :-)

Ferdigruß!

(Schreibt man heutzutage nicht "floss"? Das Floß floss den Fluss hinunter...)
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

Oldy

Beitragvon Oldy » 09.09.2011, 12:11

Das Floß floss den Fluss hinunter

Flöße flössen nicht, Flöße fahren bestenfalls. :daumen:

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Eule
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Beitragvon Eule » 09.09.2011, 13:11

Hallo Moonlight, Ferdi und Uwe ! Danke für Eure Vorschläge, den Schreibfehler und die Groß-/Kleinschreibung in der letzten Zeile habe ich verbessert. Die Wortwahl und die restliche Groß-/Kleinschreibung sind dagegen inhaltlich begründet, die möchte ich belassen. Viele Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.


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