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Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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leonie
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Beitragvon leonie » 06.09.2011, 14:31

Heute las ich
von einem, der
einen Engel
in seine Kleider näht.

Ich sah ihn da sitzen
im Schein einer Lampe,
sah die kleinen Stiche
und fragte mich

ob denn ein Engel
keinen Schmerz verspürt.

Ich kann nicht nähen.

Hätte ich
einen Engel,
ich glaube, ich trüge ihn
unter der Haut.

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 07.09.2011, 21:41

Hallo Leonie,

für mich ändert die Zeile nichts, sie macht es eher noch seltsamer für mich. LIch kann nicht nähen, also überlegt es eine andere Möglichkeit, den Engel "festzuhalten", sozusagen im Hauthochsicherheitstrakt. .-)

Meine Schwierigkeit ist denke ich einfach, dass das Gedicht/LIch ein Engelsbild evoziert, das ein eigenständiges Wesen zu sein scheint. Zuerst einmal sehe ich ja einfach eine Stoffengelsfigur, die jemand aufnäht. Da das Gedicht mich aber auf diese bildhafte und im ersten Teil ja bewusst wörtlich zu verstehende Ebene holt, kann ich den Sprung zurück, dass LIch es bei sich selbst dann nur noch im übertragenen Sinn sieht, der Engel also seine "leidensfähige" Gestalt sofort wieder verliert, nicht mitgehen.
Das "Kippen" von dem zu sprichst, würde für mich den gesamten Aufbau des Bildes/Gedichtes in sich zusammenfallen lassen.

Max Leseweise (?) dass jemand einen Engel gewissermaßen "einkleidet" und dieser Engel dann in der zweiten Strophe da sitzt und betrachtet wird. Der Schmerz aus der Enge, dem "Nicht(hinein)passen" herrührt und nicht den Stichen selbst, gefällt mir auch. Aber auch damit komme ich über das "verspürt" nicht hinaus.

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

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leonie
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Beitragvon leonie » 08.09.2011, 13:18

Liebe Flora,

erstmal danke, dass DU mir Max Leseweise nochmal deutlich machst, das hatte ich wiederum überhaupt nicht verstanden und gesehen, dass man es so auffassen kann (Max, sorry...).

Ist das Nicht-Mitgehen-Können denn eine Frage des im Gedicht vorgelegten Tempos? Bräuchtest Du ein paar Sätze mehr oder geht es gar nicht auf/kann gar nciht aufgehen?

Ich glaube, für diesen Text kann ich es nicht ändern, er wird ja auch von anderen gut aufgenommen, aber ich würde es dann bei einem der nächsten probieren, da ausführlicher zu sein.

Mein Thema ist zur Zeit im weitesten Sinne "Wirk-lich-keiten" und irgendwie ist eine Irritation beim Leser da durchaus gewollt.

Liebe Grüße und danke an Dich!

leonie

Max

Beitragvon Max » 08.09.2011, 16:14

Liebe Flora,

danke, anscheinend kannst Du wesentlich besser sagen, was ich meine ;)

Liebe Grüße
Max

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 08.09.2011, 18:53

Gern geschehen, Max. :-)

Huhu Leo,

Ist das Nicht-Mitgehen-Können denn eine Frage des im Gedicht vorgelegten Tempos? Bräuchtest Du ein paar Sätze mehr oder geht es gar nicht auf/kann gar nciht aufgehen?
Nein, am Tempo liegt es nicht. In dieser Zusammenstellung, oder Gegenüberstellung kann es für mich nicht aufgehen.

Liebe Grüße
Flora
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leonie
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Beitragvon leonie » 09.09.2011, 10:12

Liebe Flora,

Das nehme ich zur Kenntnis und finde es schade.

Liebe Grüße und danke an Dich!

leonie


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