wegzug
in meinem alltag warst du nicht
zu hause esse ich vom teller
aus einem anderen leben und stochere
mit der gabel in vergangenem
das nicht vergeht in einer stille die beredsam
schweigt als hätte es dich nie gegeben
schreibe ich mir mein leben zusammen damit es hält
fülle seiten mit ungesagtem das verborgen
wege sucht verbindet bis sie verwischen
© GJ20110713
wegzug
Hallo Gerda!
Diese Zeile schreibe ich mir mein leben zusammen damit es hält finde ich so stark, dass der übrige Text leider nicht mithalten kann - auf mich wirkt er im Zusammenhang/ Vergleich mit dieser Zeile etwas (zu) wehleidig. Besonders die stille die beredsam schweigt finde ich nicht sehr originell!
Diese Zeile schreibe ich mir mein leben zusammen damit es hält finde ich so stark, dass der übrige Text leider nicht mithalten kann - auf mich wirkt er im Zusammenhang/ Vergleich mit dieser Zeile etwas (zu) wehleidig. Besonders die stille die beredsam schweigt finde ich nicht sehr originell!
Hallo Gerda, mir geht es wie Amanita, bis zur "stille ..." finde ich den Text sehr stark. Die Bilder, die dann folgen, schwimmen dagegen mehr an der Gefühlsoberfläche und benutzen häufige und sehr unscharfe Wendungen. Diese Stille würde ich noch einmal neu zu beschreiben versuchen, könntest Du den Stil der ersten Strophen beibehalten, würde der Text für mich sehr viel gewinnen. Herzliche Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.
-
Max
Liebe Gerda,
das empfinde ich als einen Text, der sehr persönliche Eindrücke und Erkenntnisse in eine lyrische, künstlerische Form gießt.
Dabei ist der Text dort am stärksten, wo er den persönlichen Ton sehr rein bringt. Das ist für meinen Geschmack neben
der schon zitierten Passage
auch
Weniger gefällt mir die Setzung mit dem bewussten Überbinden der Zeilen oder der Doppelfunktion einiger Passagen. Außer dass es den Text schwerer lesbar macht, verstehe ich den Wert dieses Stilmittels nicht.
Kritisch finde ich auch Allgemeinplätze wie
Ich glaube, das habe ich schon andernorts gelesen. Wenn das gedicht da mehr von deinem Ton bekäme, würde es für mich gewinnen.
Liebe Grüße
Max
das empfinde ich als einen Text, der sehr persönliche Eindrücke und Erkenntnisse in eine lyrische, künstlerische Form gießt.
Dabei ist der Text dort am stärksten, wo er den persönlichen Ton sehr rein bringt. Das ist für meinen Geschmack neben
der schon zitierten Passage
schreibe ich mir mein leben zusammen damit es hält
auch
zu hause esse ich vom teller
aus einem anderen leben
Weniger gefällt mir die Setzung mit dem bewussten Überbinden der Zeilen oder der Doppelfunktion einiger Passagen. Außer dass es den Text schwerer lesbar macht, verstehe ich den Wert dieses Stilmittels nicht.
Kritisch finde ich auch Allgemeinplätze wie
in einer stille die beredsam
schweigt
Ich glaube, das habe ich schon andernorts gelesen. Wenn das gedicht da mehr von deinem Ton bekäme, würde es für mich gewinnen.
Liebe Grüße
Max
-
Gerda
Liebe Amanita, liebe Eule, lieber Max,
ich danke euch, dass ihr euch mit meinem Text befasst habt.
Besonders, dir Max, auch für die Anregung.
Mir ist es nicht möglich adäquat zu antworten. Vielleicht wäre es besser, ich postete derzeit nichts, weil ich die Empfehlungen die ich erhalte, nicht auswerten kann.
Das, was ich transportieren möchte scheine ich weder ausdrücken zu können noch in eine geeignete Form kleiden zu können.
Die Zeilenübergänge haben für mich eine wesentliche Funktion, lieber Max, sie stehen für das "Zusammenhalten".
Über "die stille, die beredsam schweigt" habe ich gegrübelt, ob es ein Allgemeinplatz ist ... ich weiß es nicht.
Liebe Grüße
Gerda
ich danke euch, dass ihr euch mit meinem Text befasst habt.
Besonders, dir Max, auch für die Anregung.
Mir ist es nicht möglich adäquat zu antworten. Vielleicht wäre es besser, ich postete derzeit nichts, weil ich die Empfehlungen die ich erhalte, nicht auswerten kann.
Das, was ich transportieren möchte scheine ich weder ausdrücken zu können noch in eine geeignete Form kleiden zu können.
Die Zeilenübergänge haben für mich eine wesentliche Funktion, lieber Max, sie stehen für das "Zusammenhalten".
Über "die stille, die beredsam schweigt" habe ich gegrübelt, ob es ein Allgemeinplatz ist ... ich weiß es nicht.
Liebe Grüße
Gerda
-
Max
Ich fände es gut, wenn Du weiterhin Texte einstelltet .. es muss und kann ja nicht immer alles ein text des Monats werden (oh ich muss noch wählen ..).
Was ich mit Gemeiplatz meine, ist, dass ich in anderen Passagen (en von mir und anderen zitierten) viel mehr Deine eigene Stimme höre.
Das mit dem Zusammenhalt mag stimmen, vielleicht war ich nie ein Freund von diesen Überbindungen und es ist eine Frage meines Geschmacks.
Liebe Grüße
Max
Was ich mit Gemeiplatz meine, ist, dass ich in anderen Passagen (en von mir und anderen zitierten) viel mehr Deine eigene Stimme höre.
Das mit dem Zusammenhalt mag stimmen, vielleicht war ich nie ein Freund von diesen Überbindungen und es ist eine Frage meines Geschmacks.
Liebe Grüße
Max
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Niko
hallo gerda,
mir gefällt dein gedicht. allerdings würde ich die zeilensprünge ganz anders machen (ich, nur ich...)
wegzug
in meinem alltag warst du nicht
zu hause esse ich
vom teller aus einem anderen leben
und stochere
mit der gabel in vergangenem
das nicht vergeht in einer stille
die beredsam schweigt
als hätte es dich nie gegeben
schreibe ich mir mein leben zusammen
damit es hält
fülle seiten mit ungesagtem
das verborgen wege sucht
verbindet bis sie verwischen
ich verstehe, dass gewagte zeilensprünge etwas daher machen. andererseits muss man auch bedenken, dass "gewagte zeilenbrücke" auch zerstörend wirken können. sie reißen auseinander, lassen stocken, sprengen den lesefluss und machen die stimmung zunichte.
wie gesagt: ich finde es nicht schlecht, die zeilenbrüche gewagt einzusetzen. aber ich finde, man muss immer versuchen, das ganze im auge zu behalten.
liebe grüße: niko
mir gefällt dein gedicht. allerdings würde ich die zeilensprünge ganz anders machen (ich, nur ich...)
wegzug
in meinem alltag warst du nicht
zu hause esse ich
vom teller aus einem anderen leben
und stochere
mit der gabel in vergangenem
das nicht vergeht in einer stille
die beredsam schweigt
als hätte es dich nie gegeben
schreibe ich mir mein leben zusammen
damit es hält
fülle seiten mit ungesagtem
das verborgen wege sucht
verbindet bis sie verwischen
ich verstehe, dass gewagte zeilensprünge etwas daher machen. andererseits muss man auch bedenken, dass "gewagte zeilenbrücke" auch zerstörend wirken können. sie reißen auseinander, lassen stocken, sprengen den lesefluss und machen die stimmung zunichte.
wie gesagt: ich finde es nicht schlecht, die zeilenbrüche gewagt einzusetzen. aber ich finde, man muss immer versuchen, das ganze im auge zu behalten.
liebe grüße: niko
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Gerda
Liebere Niko,
herzlichen Dank für deine posotive Rückmeldung und den Vorschlag für eine andere Setzung.
Leider gehen dabei allerdings für mich wichtige Verbindungen so verloren.
Beispielsweise hier:
"in meinem alltag warst du nicht
zu hause esse ich
vom teller aus einem anderen leben "
Das "zu hause" bezieht sich zum einen auf den "alltag" zum anderen auf das "essen von teller aus den anderen leben ..."
Ich finde die zeilenumbrüche auch gar nicht so außergewöhnlich.
Es hatte sich für mich so ergeben und ich lese es ganz oft auch bei anderen Lyrikern.
Man muss immer wieder innehalten um den Text zu druchschauen, das ist vielleicht anfangs verwirrend, aber zumindest finde ich es interessant genug, es selbst auch zu probieren.
Aber wie gesagt, ich tue mich sehr schwer im Schreiben und auch im Bearbeiten zurzeit ...
Ich brauche eine Weile, um mich mit deinen Vorschlägen zu beschäftigen bzw. um ggf. meine Version energischer verteidigen zu können..gif)
Liebe Grüße
Gerda
herzlichen Dank für deine posotive Rückmeldung und den Vorschlag für eine andere Setzung.
Leider gehen dabei allerdings für mich wichtige Verbindungen so verloren.
Beispielsweise hier:
"in meinem alltag warst du nicht
zu hause esse ich
vom teller aus einem anderen leben "
Das "zu hause" bezieht sich zum einen auf den "alltag" zum anderen auf das "essen von teller aus den anderen leben ..."
Ich finde die zeilenumbrüche auch gar nicht so außergewöhnlich.
Es hatte sich für mich so ergeben und ich lese es ganz oft auch bei anderen Lyrikern.
Man muss immer wieder innehalten um den Text zu druchschauen, das ist vielleicht anfangs verwirrend, aber zumindest finde ich es interessant genug, es selbst auch zu probieren.
Aber wie gesagt, ich tue mich sehr schwer im Schreiben und auch im Bearbeiten zurzeit ...
Ich brauche eine Weile, um mich mit deinen Vorschlägen zu beschäftigen bzw. um ggf. meine Version energischer verteidigen zu können.
.gif)
Liebe Grüße
Gerda
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pjesma
liebe gerda, ich tue hier etwas was ich eigentlich sonst nicht gerne tue, in verse anderer zu dolle einzugreifen (aber das gedicht berührt mich so sehr, hat eine "freqenzwelle" die mir nicht fremd bleibt;-)---ich bitte dich darum es nur als vorschlag zu nehmen, und nicht als klugscheißen,für die spätere zeiten wenn du dich mit frisch-entstehenden gedichten mehr beschäftigen kannst (das kenn ich auch...)---- es ist ja dein gedicht, auch wenn ich drinnen frech spatziere;-)...
es wäre echt schade dass du dies gedicht fallen lässt ,nur weil er dich selbst noch zur zeit ratlos lässt. ich bin als kritiker nicht so fachmänisch begnadet, daher sag ich dir die punkte die ich als wichtig empfand:
-ich vermisse ein bisschen das verbindende zwischen essen und schreiben, versuchte ich aneinander anzuknöpfen
-ich würde den stärksten vers zu ende setzen, damit es hallt
-etwas entrumpeln, das aussagekräftiges dennoch nicht her geben;-)
hier mein vorschlag, und sollte dir diese art "kritik" zu nahe treten, lösche ich es gerne weg, ohne böse miene,
lg, pjesma
in meinem alltag warst du nicht
zu hause esse ich vom teller
aus einem anderen leben
und stochere
mit der gabel in vergangenem
die buchstaben
als hätte es dich nie gegeben
die seiten mit ungesagtem das verborgen
wege sucht
schreibe ich mir
damit es hält
mein leben zusammen
es wäre echt schade dass du dies gedicht fallen lässt ,nur weil er dich selbst noch zur zeit ratlos lässt. ich bin als kritiker nicht so fachmänisch begnadet, daher sag ich dir die punkte die ich als wichtig empfand:
-ich vermisse ein bisschen das verbindende zwischen essen und schreiben, versuchte ich aneinander anzuknöpfen
-ich würde den stärksten vers zu ende setzen, damit es hallt
-etwas entrumpeln, das aussagekräftiges dennoch nicht her geben;-)
hier mein vorschlag, und sollte dir diese art "kritik" zu nahe treten, lösche ich es gerne weg, ohne böse miene,
lg, pjesma
in meinem alltag warst du nicht
zu hause esse ich vom teller
aus einem anderen leben
und stochere
mit der gabel in vergangenem
die buchstaben
als hätte es dich nie gegeben
die seiten mit ungesagtem das verborgen
wege sucht
schreibe ich mir
damit es hält
mein leben zusammen
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Jelena
Gerda hat geschrieben:wegzug
in meinem alltag warst du nicht
zu hause esse ich vom teller
aus einem anderen leben und stochere
mit der gabel in vergangenem
das nicht vergeht in einer stille die beredsam
schweigt als hätte es dich nie gegeben
schreibe ich mir mein leben zusammen damit es hält
fülle seiten mit ungesagtem das verborgen
wege sucht verbindet bis sie verwischen
© GJ20110713
Liebe Gerda,
dein Gedicht ist wunderbar. Verändere bitte nichts daran.
Nur durch deine Zeilenumbrüche kommt das Zerbrochene der Beziehung und die immer noch bestehende Sehnsucht nach der nicht möglichen Ganzheit zum Ausdruck. Ich kann den Schmerz des LI spüren.
Sehr gerne gelesen, beste Grüße, Jelena.
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Gerda
Liebe pjesma,
zu deiner Beruhigung, ich bin dir nicht böse.
Vielen Dank für dein Gedanken. Dass dich meine Zeilen berührt haben ist ja immer etwas.
Ich empfinde allerdings ähnlich wie Max , dass du etwas 'Eigenes' daraus gemacht hast. Der Ton meines Gedichtes kommt völlig abhanden. Der Eingriff ist in der Tat ein neues Gedicht, was so ganz und gar nicht mehr meiner Intention entspricht, weswegen ich deinen Vorschlägen nicht folgen kann.
Es kommt hinzu, dass ich immer wieder darüber nachgedacht habe, ob und wie an dem Text etwas zu ändern wäre und zu dem Schluss gekommen bin, dass es so, wie es ist für mich passt. Das Gefühl nichts ändern zu können hat sich gefestigt.
Ich werde wohl damit leben müssen, dass diese Art zu schreiben ganz unterschiedliches Interesse, Ablehnung und Annehmen eingeschlossen, beinhaltet.
Liebe Grüße
Gerda
zu deiner Beruhigung, ich bin dir nicht böse.
Vielen Dank für dein Gedanken. Dass dich meine Zeilen berührt haben ist ja immer etwas.
Ich empfinde allerdings ähnlich wie Max , dass du etwas 'Eigenes' daraus gemacht hast. Der Ton meines Gedichtes kommt völlig abhanden. Der Eingriff ist in der Tat ein neues Gedicht, was so ganz und gar nicht mehr meiner Intention entspricht, weswegen ich deinen Vorschlägen nicht folgen kann.
Es kommt hinzu, dass ich immer wieder darüber nachgedacht habe, ob und wie an dem Text etwas zu ändern wäre und zu dem Schluss gekommen bin, dass es so, wie es ist für mich passt. Das Gefühl nichts ändern zu können hat sich gefestigt.
Ich werde wohl damit leben müssen, dass diese Art zu schreiben ganz unterschiedliches Interesse, Ablehnung und Annehmen eingeschlossen, beinhaltet.
Liebe Grüße
Gerda
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