nachbarn

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Niko

Beitragvon Niko » 18.08.2011, 17:05




nachbarn

sehen gern
am tage fern
und wenn etwas passiert
auch





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leonie
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Beitragvon leonie » 18.08.2011, 20:46

Lieber Niko,

mir ist das eigentlich zu allgemein. Dadurch will ich sofort widersprechen: Aber: es gibt doch auch Nachbarn, die ganz anders sind. Funktionierendes Miteinander, füreinander Eintreten.

Ich könnte diese Aussage eher unterstreichen, wenn sie an einem konkreten Fall festgemacht wäre, vielleicht sogar als erzählendes Gedicht oder eine Art "Moritat"-Gesang.

Form und Aussage passen für mich also hier nciht optimal zusammen

Liebe Grüße

leonie

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 18.08.2011, 20:59

Hallo Niko, mir gehts ähnlich wie der leonie. Es gibt nicht "die" Nachbarn.

Aber auch, wenn Nachbarn immer so wären wie von Dir geschildert, fände ich Deinen Text nicht gut. Bis "fern" verspricht er Witziges - und das solltest Du durchhalten bis zum Schluss. Nein, nicht nur durchhalten, sondern noch toppen - so sinngemäß: Und wenn etwas passiert, dann glotzen sie nicht mehr fern, sondern rücken ganz nah ran.
Wie leonie ganz richtig sagt, geht das nur in Form einer Einzelfigur/ Familie, weil es glücklicherweise viele Menschen gibt, die weder distanzlos noch gleichgültig sind.

Kehat

Beitragvon Kehat » 19.08.2011, 15:51

Nachbarn kann man nicht als pauschales Individuum betrachten.
Viele kommen sehr gut mit ihren Nachbarn aus, sind mit ihnen befreundet und helfen sich gegenseitig.
Leider gibt es auch andere, die ewig im Zwist liegen und sich gegenseitig das Leben schwer machen.

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Quallen
Zuletzt geändert von Kehat am 06.07.2012, 09:30, insgesamt 1-mal geändert.

Niko

Beitragvon Niko » 19.08.2011, 19:17

pauschal und individuum widerspricht sich ja dann doch etwas, kehat. ich habe seklbst viele nachbarn erlebt und bin ja nicht weltfremd. ich weiß natürlich, dass es auch "gute" nachbarn gibt. keine frage. wenn man so will ist der text verallgemeinernd, weil er gute und schlechte nachbarn in einen topf schmeißt. aber ich gebe zu bedenken, dass ein bisschen von alle dem in jedem von uns steckt. auch in den guten nachbarn. das dekadente fernsehen. oder auch anders gesehen: das abschalten vom tage durch anschalten der tv-kiste. und in jedem von uns steckt auch ein bischen der feige, der wegsehen will, der mit etwas schlimmem, einem verbrechen draußen vor dem fenster oder einer schlecht behandelten ehefrau nebenan nix zu tun haben will. raushalten - geht mich nix an. oder auch unsicherheit: wenn ich da jetzt was sage, war es vielleicht völlig harmlos und ich bin blamiert..... auch und vor allem so möchte ich den text verstanden wissen, als eine kleine betrachtung unser selbst. und weniger als pauschales verurteilen jedweder art von nachbarn. nichts läge mir ferner.

man kann lesen:

1) die nachbarn sehen fern. und wenn etwas passiert, sehen sie einfach weiter fern.

2) die nachbarn sehen fern. und wenn etwas passiert, sehen sie darüber hinweg (womit man ja ebenfalls in die ferne sieht)

3) die nachbarn sehen fern. und wenn etwas passiert, sehen sie nur zu und unternehmen nix.

in der quintessenz entsprechen 2+1 der dritten variante. aber die wege sind halt unterschiedlich...

liebe grüße und danke für eure gedanken zum text: niko

Max

Beitragvon Max » 20.08.2011, 20:01

Lieber Niko,

ich muss sagen, ich mag Deinen letzten Kommentar mit den Erklärungen lieber als den Text selbst, der mir versucht zu viel Allgemeines in zu wenig Exemplarisches zu packen. Die Beobachtung aber stimmt ja oft.

Liebe Grüße
Max

poeta

Beitragvon poeta » 07.10.2011, 10:32

hallo niko,

ich muss sagen, ich teile all die einwände bezüglich verallgemeinerung etc. auch, finde es andererseit fazinierend, wie viel du hier in so wenige worte packst. natürlich sind es nicht nur nachbarn und wiederum nicht alle nachbarn, die über dem fernsehen das nahe leben ausblenden, verpassen oder auch verweigern...
gerade dieser gegensatz von nah (das ja im nachbarn drinsteckt) und fern macht in deinem kuzgehaltenen aber auch einen ganz besonderen reiz aus. vielleicht könnte man den absolutheitsanspruch entschärfen und ein wenig relativieren, ich anlehnung an "sachen gibts" etwa:

nachbarn gibts

die sehen gern
am tage fern
und wenn etwas passiert
auch


daraus ließe sich sogar eine serie machen:

dichter gibts

die dichten oft,
wer sich erhofft,
dass sie dann dichter werden,
irrt. :mrgreen:

..., menschen gibts..., schweine gibts...,
entschuldigung, ich schweife ab!


liebe grüße, poeta


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