wer ohne schuld ist
der erwarte den ersten stein
genehm2
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Sam
Interessantes Spiel mit einem Sprichwort. Es macht aus dem "ohne Schuld sein" ein Paradoxon, denn wer ohne Schuld ist, ist dadurch schuldig und hat die Steine zu erwarten.
Nun ist allerdings kein Mensch wirklich ohne Schuld (ausgenommen die rein juristische Schuld, aber darum geht es hier wohl nicht). Denkt man an das zugrunde liegende Bibelzitat der Worte Jesu: "Wer von euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein", versteht man, dass es hier um das ganz subjektive Empfinden von Schuld geht. Der eigenen und was man als die Schuld anderer ansieht. Während aber Jesu Worte darauf abzielen, den sich für schuldlos Haltenden zum Nachdenken zu bewegen (im Sinne einer Abbau von Distanz), wird er hier selbst schuldig gesprochen und der christlichen Intention, das Zahn um Zahn durch Verständnis und Vergebung (vergeltet nicht Gleiches mit Gleichem) zu ersetzten eine Absage erteilt. In dem ersten Gedicht "genehm" ist es noch ein rein rethorisches "in die Ecke stellen". Hier fliegen nun schon die Steine.
Innerhalb dieser Gedanken sind mir sowohl genehm wie genehm2 von ihrer Aussage (sprachlich ist es sehr gut, weil es den Gedanken sofort auf den Punkt bringt) doch sehr unsympathisch, weil es nur um Positionsbestimmung geht, und nicht darum, um ein anderes Bibelzitat zu bemühen, dahin zu kommen, dass sich jeder zunächst dem Balken im eigenen Auge zuwenden sollte, bevor er sich um die Strohhalme im Auge seines Nächsten kümmert.
Gruß
Sam
Nun ist allerdings kein Mensch wirklich ohne Schuld (ausgenommen die rein juristische Schuld, aber darum geht es hier wohl nicht). Denkt man an das zugrunde liegende Bibelzitat der Worte Jesu: "Wer von euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein", versteht man, dass es hier um das ganz subjektive Empfinden von Schuld geht. Der eigenen und was man als die Schuld anderer ansieht. Während aber Jesu Worte darauf abzielen, den sich für schuldlos Haltenden zum Nachdenken zu bewegen (im Sinne einer Abbau von Distanz), wird er hier selbst schuldig gesprochen und der christlichen Intention, das Zahn um Zahn durch Verständnis und Vergebung (vergeltet nicht Gleiches mit Gleichem) zu ersetzten eine Absage erteilt. In dem ersten Gedicht "genehm" ist es noch ein rein rethorisches "in die Ecke stellen". Hier fliegen nun schon die Steine.
Innerhalb dieser Gedanken sind mir sowohl genehm wie genehm2 von ihrer Aussage (sprachlich ist es sehr gut, weil es den Gedanken sofort auf den Punkt bringt) doch sehr unsympathisch, weil es nur um Positionsbestimmung geht, und nicht darum, um ein anderes Bibelzitat zu bemühen, dahin zu kommen, dass sich jeder zunächst dem Balken im eigenen Auge zuwenden sollte, bevor er sich um die Strohhalme im Auge seines Nächsten kümmert.
Gruß
Sam
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Oldy
Hallo Sam,
danke für deine Einlassungen.
Es ist für mich ein fortlaufendes Experiment, mit bekannten Kurzsprichwortenzu "spielen" und ihnen eine andere Bedeutung zu geben, die mehr der heutigen Zeit und dem heutigen Denken entspricht.
Sprichworte habe meist die Eigenschaft, etwas sehr "kurz" auf den Punkt zu bringen. Diese sehr kurze Sprichwort hat wenig Spielraum für Experimente, verstehe aber, was du meinst.
Die Nächsten werden etwas länger und bieten mehr Raum für andere Sichtweisen.
lg
Uwe
danke für deine Einlassungen.
Es ist für mich ein fortlaufendes Experiment, mit bekannten Kurzsprichwortenzu "spielen" und ihnen eine andere Bedeutung zu geben, die mehr der heutigen Zeit und dem heutigen Denken entspricht.
Sprichworte habe meist die Eigenschaft, etwas sehr "kurz" auf den Punkt zu bringen. Diese sehr kurze Sprichwort hat wenig Spielraum für Experimente, verstehe aber, was du meinst.
Die Nächsten werden etwas länger und bieten mehr Raum für andere Sichtweisen.
lg
Uwe
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