Beitragvon Eule » 09.08.2011, 12:11
Hallo noel, hallo Amanita !
Solange das lI der Situation doch so viel Positives abgewinnen kann ... Ich versuche mal, meine Leseeindrücke im Detail zu schildern: die lautmaleriche Silbenwiederholung (Kafka karikieren) am Anfang wirkt zwar leicht genervt, Käfer betrachten eher entspannend (mal von möglichen impliziten Doppeldeutigkeiten: siehe auch "chaosschön entblätternde jahrZehnte" abgesehen).
Das lI betrachtet aufmerksam Himmel und Umgebung, es ist zwar darin vertieft aber nicht ausreichend entspannt, denn es läßt sich sich vom Husten eines Unbekannten aufschrecken und verunsichern ("hinterrücks"). Außerdem wird es durch ein nervöses Zittern gequält, vielleicht ein Sinn-Äquivalent zur täglichen Unruhe.
Das lI grübelt, kommt auf absurde und selbstironische Gedanken ("Hamsterrad"), es gelingt ihm aber auch ein Loslassen, ein Sackenlassen. Es genießt die Erinnerungen, den Abstand zum "Außen", seine Empfindungen und die Abwesenheit von unnötigem Luxus.
In diesem Sinne kam ich auf den "schönen Aussteigertext" als den ich dieses Treffen mit sich selbst (und mit all seinen persönlichen Beschwerden) immer noch lese. Viele Grüße !
Zuletzt geändert von
Eule am 09.08.2011, 14:42, insgesamt 1-mal geändert.
Ein Klang zum Sprachspiel.