Bewegung
Als der Frühling
Gerollt kam in
Der Falllinie über
Schulter und
Sattel ins Tal
- Fein und samten auf den
Matten der Himmelswaage -
änderten selbst die
Schatten ihre Farben im
Hauswinkel.
Bewegung
Hallo Eule,
gefällt mir gut, schöner Bogen auch
Nur dieses "Zeilenumbruch zwischen Artikel / Präposition und Substantiv" finde ich in der Häufigkeit übertrieben - als Besonderheit, der Heraushebung willen ist es willkommen, aber wenn es wie hier schon fast gewohnheitsmäßig gemacht wird, kommt es mir immer wie ein "Achtung! Falls du es noch nicht gemerkt hast, das hier ist ein Gedicht!" vor - und im allgemeinen merke ich es durchaus auch so .gif)
Ferdigruß!
gefällt mir gut, schöner Bogen auch
Nur dieses "Zeilenumbruch zwischen Artikel / Präposition und Substantiv" finde ich in der Häufigkeit übertrieben - als Besonderheit, der Heraushebung willen ist es willkommen, aber wenn es wie hier schon fast gewohnheitsmäßig gemacht wird, kommt es mir immer wie ein "Achtung! Falls du es noch nicht gemerkt hast, das hier ist ein Gedicht!" vor - und im allgemeinen merke ich es durchaus auch so .gif)
Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)
Danke ferdi und Amanita für eure Kommentare. Die "fließenden" Zeilenumbrüche mag ich persönlich sehr gerne. Im ersten Teil des Textes fällt der Winter auf den vielen L´s nur so abwärts, und, wenn dieser bis "ins Tal" zusammenhängend gelesen wird, ergibt sich vielleicht auch eine andere Betonung. 

Ein Klang zum Sprachspiel.
Hallo Eule,
hier bin ich auch schon öfter vorbeigekommen, gefällt mir gut. Dass du diese Art der Zeilenumbrüche magst, sieht man fast durchgängig bei deinen Texten, ich denke manchmal wird so etwas auch zum Selbstläufer? Hier kann ich die Begründung für den ersten Abschnitt allerdings gut nachvollziehen, die "Bewegung" die dadurch entsteht. Da aber die anderen Strophen genauso aufgebaut sind, geht dieser Gedanke für mich verloren. Statt fließend, liest es sich für mich durch die Zeilenumbrüche, die ich nicht nachvollziehen kann und die gegen mein Lesen stehen, dann sehr abgehackt und ein bisschen mit diesem Tataaa-Effekt. Gerade in der Zwischenstrophe würde ich gerne mit mehr Ruhe lesen und wirklich "ankommen" können. Auch wird die Bewegung ins Tal für mich durch die Leerzeile ausgebremst, eine ziemlich tiefer Schlucht, .-) ich sehe nicht, wozu es sie braucht?
Hast du einmal versucht, diesen fließenden oder rollenden Gedanken und die Unterschiede in den Strophen noch stärker über die Zeilenumbrüche sichtbar zu machen, so dass gleich zu Beginn die Bewegung aufkommt und man weitergezogen wird? Gerade durch die "l" würde sich das hier schön anbieten. Auch am Ende wäre dann der "Winkel" für mich winkliger. :o)
Nur mal zum Anschauen.
Liebe Grüße
Flora
Bewegung
Als der Früh
ling gerollt
kam in der Fall
linie über
Schulter und
Sattel ins
Tal
-
Fein und samten
auf den Matten
der Himmelswaage
-
änderten selbst die Schatten
ihre Farben
im Haus
winkel
hier bin ich auch schon öfter vorbeigekommen, gefällt mir gut. Dass du diese Art der Zeilenumbrüche magst, sieht man fast durchgängig bei deinen Texten, ich denke manchmal wird so etwas auch zum Selbstläufer? Hier kann ich die Begründung für den ersten Abschnitt allerdings gut nachvollziehen, die "Bewegung" die dadurch entsteht. Da aber die anderen Strophen genauso aufgebaut sind, geht dieser Gedanke für mich verloren. Statt fließend, liest es sich für mich durch die Zeilenumbrüche, die ich nicht nachvollziehen kann und die gegen mein Lesen stehen, dann sehr abgehackt und ein bisschen mit diesem Tataaa-Effekt. Gerade in der Zwischenstrophe würde ich gerne mit mehr Ruhe lesen und wirklich "ankommen" können. Auch wird die Bewegung ins Tal für mich durch die Leerzeile ausgebremst, eine ziemlich tiefer Schlucht, .-) ich sehe nicht, wozu es sie braucht?
Hast du einmal versucht, diesen fließenden oder rollenden Gedanken und die Unterschiede in den Strophen noch stärker über die Zeilenumbrüche sichtbar zu machen, so dass gleich zu Beginn die Bewegung aufkommt und man weitergezogen wird? Gerade durch die "l" würde sich das hier schön anbieten. Auch am Ende wäre dann der "Winkel" für mich winkliger. :o)
Nur mal zum Anschauen.
Liebe Grüße
Flora
Als der Früh
ling gerollt
kam in der Fall
linie über
Schulter und
Sattel ins
Tal
-
Fein und samten
auf den Matten
der Himmelswaage
-
änderten selbst die Schatten
ihre Farben
im Haus
winkel
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
Hallo Flora, der Frühling beginnt ja in der Natur sichtbar zu werden und die Jahreszeiten beeinflussen uns bis in die Privaträume, er kommt also auch unvermeidbar im Tal an. Von daher kann ich Dein Argument gegen die Umbrüche im zweiten Teil des Textes nicht ganz verstehen. Gerade diese Unvermeidbarkeit der Bewegung zeigt sich in ihnen, Ruhe gibt es "nur dazwischen" und dann ist schon wieder fast Sommer. Deshalb wäre mir auch in Deiner hübschen graphischen Aufarbeitung zuviel an festgelegter Struktur enthalten.
Ein Klang zum Sprachspiel.
Hallo Eule,
Warum hast du denn nach "über" nun eine Leerzeile gesetzt, das würde mich schon interessieren?
Liebe Grüße
Flora
Er kommt doch aber schon Ende der "zweiten" Strophe im Tal an? Für mich käme dann ein (An-)Sehen, Aufatmen und Innehalten, was ich auch inhaltlich wahrnehme, gegen das aber für mich deine Zeilenumbrüche arbeiten. Wenn ich ihnen folge, habe ich drei/vier Bergabstiege, aber keine durchgängige Bewegung, oder liest du es ohne Atempause bis zum Hauswinkel?er kommt also auch unvermeidbar im Tal an. Von daher kann ich Dein Argument gegen die Umbrüche im zweiten Teil des Textes nicht ganz verstehen.
Warum hast du denn nach "über" nun eine Leerzeile gesetzt, das würde mich schon interessieren?
In welchem "dazwischen", in den Leerzeilen? Und warum ist dann schon fast wieder Sommer, wenn der Frühling doch im Gedicht gerade erst ankam und man seine (Aus-)Wirkung bestaunt?Gerade diese Unvermeidbarkeit der Bewegung zeigt sich in ihnen, Ruhe gibt es "nur dazwischen" und dann ist schon wieder fast Sommer.
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
Hallo Flora, die formale folgt hier der inhaltlichen Gliederung: Strophe 1 gibt dem Gedicht einen Anklang ans Märchen: An diesem oder jenem Ort, vor langer, langer Zeit ... aber in Strophe zwei wird es konkreter, lebendiger. Die Ruheorte sollen die Bilder des Gedichtes sein, deshalb würde ich sie langsam und nachdrücklich betonen. Und ein Berg ist selber ein Zauberland, oben sieht es ganz anders aus als in der Mitte und auch das Klima, das Wetter, unterscheidet sich. Die Siedlungen befinden sich meistens in den Tälern. Je nach Wetterlage und geographischer Ausrichtung innerhalb einer Berggruppe, ist es manchmal am Gipfel, am Südhang, Nordhang oder im Tal am schönsten. Wenn am Gipfel die Frühlingsblumen blühen, zieht im Tal vielleicht schon der Sommer ein. Das erste Frühlingszeichen sind aber vielleicht Lawinenabgänge, Schmelzwasser und schneefreie, ausgeaperte Felsstellen. Eine insgesamt verflixt mirakulöse und manchen Flachländer leicht verwirrende Situation eben.
Zuletzt geändert von Eule am 07.08.2011, 00:52, insgesamt 1-mal geändert.
Ein Klang zum Sprachspiel.
-
Max
Hallo Eule,
ein schöner Text, bei dem mir vor allem das Wort "Falllinie" auffällt, das erts einmal ausgegebraben sein will.
Beim Lesen habe ich zum Ende hin das Gefühl, es könnte noch etwas kommen, eine Konsequenz, die ein wenig über das schöne Beschreiben hinausgeht, das mag mich aber auch täuschen.
Liebe Grüße
Max
ein schöner Text, bei dem mir vor allem das Wort "Falllinie" auffällt, das erts einmal ausgegebraben sein will.
Beim Lesen habe ich zum Ende hin das Gefühl, es könnte noch etwas kommen, eine Konsequenz, die ein wenig über das schöne Beschreiben hinausgeht, das mag mich aber auch täuschen.
Liebe Grüße
Max
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