Würm
Höchste Zeit, dass diesen Weg keiner mehr geht.
Er versumpft nach dem Hangrutsch, der Anfang ist endlich gemacht.
Er trägt Bärlauch, Kopfbuchenäste (Windbruch),
duldet ein schmächtiges Rinnsal, durchsetzt von Wildschweinpisse.
Drunten streckt sich breit das Tal, sein Flöz, in das er sinkt, taucht erst jenseits wieder auf.
Der Fluss in der Mitte hat weit zurückgeblättert, wenig tiefer und es fänden sich
versteinert Stechpalmen, Flusspferdhauer, Krokodilexkremente.
Auf dem Kiesbett im Tal läuft ein Saumpfad an der Autobahn, neueste Generation.
Die Straßenbauer trauten dem Geschiebe nicht, das war anderen Fluss gewöhnt,
sie legten eine Schotterschicht, Grauwacke, unter den Asphalt.
Kommt vor, dass heutzutage genau hier
ein ausgebüchster Hund die Autobahn quert,
ein Junge hinterher, denn heimkommen ohne Hund, das geht nicht.
Hier führte er seinerzeit über das Eis,
ein Pfad, ein Wildwechsel eher,
kein Grund, das groß zu unterscheiden.
Die ersten Schritte in den Unterboden sind die schwersten.
Höchste Zeit, dass diesen Weg keiner mehr geht.
Würm
Ich finde zur Zeit so vieles hier, zu dem mir nichts anderes einfällt als "Ja!!"
Das schreibe ich dann meistens doch nicht hin, weil es nicht so richtig konstruktiv ist. Aber hier hinterlasse ich es mal. Ja!!
Nachtgruß von Zefira
Das schreibe ich dann meistens doch nicht hin, weil es nicht so richtig konstruktiv ist. Aber hier hinterlasse ich es mal. Ja!!
Nachtgruß von Zefira
Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
(Ikkyu Sojun)
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
(Ikkyu Sojun)
Hallo Räuber Kneißl!
Bei Deinen Gedichten bin ich immer zwiegespalten - einerseits begeistert mich Deine Sprachgewalt, die Du in so einem kleinen Text unterzubringen vermagst, überhaupt Deine Sprache, die auf mich wirkt wie ein mittelalterlicher Holzschnitt (zur Erklärung: ich meine nicht "holzschnittartig", denn eins meiner Arbeitsschwerpunkte ist der Holzschnitt ...); andererseits springt auf mich so eine "allwissende" Stimmung über, die mich jedesmal unsympathisch berührt. So, als wolltest Du dem Leser das Weltgeschehen erklären.
Bei Deinen Gedichten bin ich immer zwiegespalten - einerseits begeistert mich Deine Sprachgewalt, die Du in so einem kleinen Text unterzubringen vermagst, überhaupt Deine Sprache, die auf mich wirkt wie ein mittelalterlicher Holzschnitt (zur Erklärung: ich meine nicht "holzschnittartig", denn eins meiner Arbeitsschwerpunkte ist der Holzschnitt ...); andererseits springt auf mich so eine "allwissende" Stimmung über, die mich jedesmal unsympathisch berührt. So, als wolltest Du dem Leser das Weltgeschehen erklären.
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pjesma
ja, sprachgewalt, das kommt hin. so sieht das dann also aus, wenn das die muttersprache ist;-)..es schüchtert mich vorübergehend ein...weil ...ich glaub, ich hatte noch nie in einem gedicht die schöne worte...zbsp...rinnsal, flöz,schotterschicht, wildwechsel...*neid steigt auf*;-)))...aber nicht der missgünstige!
...ich such in dieser sprache immernoch nach worten die ich noch nicht kenne, bilde mir ein, ich kenn sie alle, und du reihst dann die schönen unbekannten da wie 'ne perlenkette:-)aneinander ...schöpfst sie aus der wiege
fein , das!
lg,
pj
...ich such in dieser sprache immernoch nach worten die ich noch nicht kenne, bilde mir ein, ich kenn sie alle, und du reihst dann die schönen unbekannten da wie 'ne perlenkette:-)aneinander ...schöpfst sie aus der wiege

fein , das!
lg,
pj
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RäuberKneißl
Hallo,
ich bin etwas verblüfft über die attestierte 'Sprachgewalt', ich hatte länger mit dem Gedanken gespielt, das lyrische Mäntelchen ganz abzulegen und Prosa draus zu machen, da so gar keine Metrischen Ansätze Fuß am Vers fassen konnten. So blieb es so holprig, wie es da steht, was aber anscheinend nicht stört. Danke für das Lob!
Was die 'Welterklärung' angeht, Amanita, da hast du vermutlich (so ganz sicher bin ich bei den wenigen Worten nicht - gerade bei diesem Gedicht hier nicht, bei Sachen wie Knittelmeister oder Walküre könnte ich eher ansetzen) einen ganz grundsätzlichen Punkt vor Augen, sowas wie Schwall und Sunk bei Flußschiffen: ob man auf den Leser zugeht, ihn überschwemmt mit Bildern, im schlechten Fall mit einer Botschaft, mit irgendetwas 'welterklärendem', was der Autor beim Leser platzieren will - oder ob der Autor eine Projektionsfläche bereitstellt, den Leser einlädt, seine Wasser in die leer gelassenen Schalen zu gießen.
Ich bin der Meinung, dass ich als Autor in Vorleistung gehen muss - sowohl Bilder bereitstellen als auch irgendwo im Untergrund einen Standpunkt /eine Haltung haben muss, der die Bilder zusammenhält. Ich versuche nicht, eine 'neutrale' Bilderwelt bereitzustellen, sondern eine von mir (mindestens im Spiel) besetzte - in der der Leser /die Leserin etwas begegnet, was sie nicht selbst ist, jemandem, der anders denkt und fühlt. Nur so bin ich (an)greifbar, und das gehört für mich zum Geschäft des Schreibens dazu.
Das sind jetzt mehr Gedanken, die durch deinen Kommentar angeregt waren als eine Antwort, befürchte ich, ich weiß nicht, ob die von dir unsympathisch empfundene Art mit diesem Ansatz zusammenhängt?
Schöne Grüße
Franz
ich bin etwas verblüfft über die attestierte 'Sprachgewalt', ich hatte länger mit dem Gedanken gespielt, das lyrische Mäntelchen ganz abzulegen und Prosa draus zu machen, da so gar keine Metrischen Ansätze Fuß am Vers fassen konnten. So blieb es so holprig, wie es da steht, was aber anscheinend nicht stört. Danke für das Lob!
Was die 'Welterklärung' angeht, Amanita, da hast du vermutlich (so ganz sicher bin ich bei den wenigen Worten nicht - gerade bei diesem Gedicht hier nicht, bei Sachen wie Knittelmeister oder Walküre könnte ich eher ansetzen) einen ganz grundsätzlichen Punkt vor Augen, sowas wie Schwall und Sunk bei Flußschiffen: ob man auf den Leser zugeht, ihn überschwemmt mit Bildern, im schlechten Fall mit einer Botschaft, mit irgendetwas 'welterklärendem', was der Autor beim Leser platzieren will - oder ob der Autor eine Projektionsfläche bereitstellt, den Leser einlädt, seine Wasser in die leer gelassenen Schalen zu gießen.
Ich bin der Meinung, dass ich als Autor in Vorleistung gehen muss - sowohl Bilder bereitstellen als auch irgendwo im Untergrund einen Standpunkt /eine Haltung haben muss, der die Bilder zusammenhält. Ich versuche nicht, eine 'neutrale' Bilderwelt bereitzustellen, sondern eine von mir (mindestens im Spiel) besetzte - in der der Leser /die Leserin etwas begegnet, was sie nicht selbst ist, jemandem, der anders denkt und fühlt. Nur so bin ich (an)greifbar, und das gehört für mich zum Geschäft des Schreibens dazu.
Das sind jetzt mehr Gedanken, die durch deinen Kommentar angeregt waren als eine Antwort, befürchte ich, ich weiß nicht, ob die von dir unsympathisch empfundene Art mit diesem Ansatz zusammenhängt?
Schöne Grüße
Franz
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Renée Lomris
Lieber Franz,
so langsam mache ich mich mit deiner Sprache vertraut (ich will noch auf deine Fragen im anderen Faden antworten, tauche erst jetzt aus Umuzgschaos einigermaßen auf)
Ich fühle mich in diesem Gedicht besonders zu Hause, schau mal nach "Landschaftsbildung von mir und sag mir, ob du einen (kleinen) Zusammenhang siehst.
Ich will mal wieder ohne Nachprüfung meiner Kenntnisse, Unkenntnisse, einfach deine Sprache auf mich wirken lassen ...
Ist Würm nun eine Eiszeit? eine Zwischeneiszeit? Ich weiß es nicht mehr, aber mir fallen sofort meine wandernden Gletscher ein ... Hier nun ein erster Leseweg durch deinen beeindruckenden, schönen und gleichzeitig kräftigen Text.
Ein kurzer, knapper Einstieg, der neugierig macht. Ich erwarte dann, dass zumindest die Frage selbst sich erhellt,
und lese weiter:
was ER auch sein mag, er trägt doch einiges auf seinem Haupt, so werden Flußgötter dargestellt, Ströme, die das mitgestreifte Strandgut einer Zeit mit sich tragen, als Benzinkanister und Kühlschränke kein Flussbett verunzierten, ein archaisches Bild ...
Da der Text der Fantasie keine wirklichen Schranken setzt, kann ich mich wie bei einem Film von Peter Greenaway von der begonnenen Fixierung lösen und wandere weiter mit den Worten, wie weit kann ein Fluss zurückblättern, durchlebt er seine Sedimentschichten ? Vermutlich ja ...
Ein mir zur Zeit sehr aktuelles Vokabular, die Bodenplatte wird am Freitag gegossen ...
Eigentlich bin ich in diesen letzten Zeilen verirrt, aber im positiven Sinn. Mir scheint, dass es sich im Dickicht deiner Worte durchaus gut spazieren geht, flanieren könnte man das nennen. Durch die von dir gezeichnete Wortwelt durchgehen, Wortlandschaften vorfinden, an den plötzlich auftauchenden Fenstern vorbei.
Da ist ein Wanderer, sein Weg, durch Höhen und Tiefen, ein Schichten Tragender, einer der Lebensspuren sammelt, die eines Jungen, der, seinen Hund verfolgend, die Autobahn überquert, da nichts dramatisiert wird, bleibt dieser Kern so stehen, wie er erzählt wird, und die Tragödie könnte gedacht werden, und eventuell erscheint jetzt auch die Frage geklärt " Es wird höchste Zeit ...." In der Tat, dieser Weg sollte nicht mehr begangen werden.
Würm macht u:U. aus einer sehr aktuellen Geschichte, aus einem dramatischen Vorfall der Jetztzeit eine in die Eiszeit zurückverlagerte Erlebensschicht. Der sich erinnernde "Flußgott" Würm trägt Geäst, Gehörn, Geröll auf seinem archaischen Haupt: er ist der Gedächtnis vor sich herschiebende alte Gott, eine Art Vater Rhein ...
hat mir sehr gut gefallen
liebe Grüße
Renée
PS Deine Schreibhaltung: ausgezeichnete Definition, genauso würde ich es auch formulieren ...
so langsam mache ich mich mit deiner Sprache vertraut (ich will noch auf deine Fragen im anderen Faden antworten, tauche erst jetzt aus Umuzgschaos einigermaßen auf)
Ich fühle mich in diesem Gedicht besonders zu Hause, schau mal nach "Landschaftsbildung von mir und sag mir, ob du einen (kleinen) Zusammenhang siehst.
Ich will mal wieder ohne Nachprüfung meiner Kenntnisse, Unkenntnisse, einfach deine Sprache auf mich wirken lassen ...
Ist Würm nun eine Eiszeit? eine Zwischeneiszeit? Ich weiß es nicht mehr, aber mir fallen sofort meine wandernden Gletscher ein ... Hier nun ein erster Leseweg durch deinen beeindruckenden, schönen und gleichzeitig kräftigen Text.
RäuberKneißl hat geschrieben:Würm
Höchste Zeit, dass diesen Weg keiner mehr geht.
Ein kurzer, knapper Einstieg, der neugierig macht. Ich erwarte dann, dass zumindest die Frage selbst sich erhellt,
und lese weiter:
Er versumpft nach dem Hangrutsch, der Anfang ist endlich gemacht.
Er trägt Bärlauch, Kopfbuchenäste (Windbruch),
duldet ein schmächtiges Rinnsal, durchsetzt von Wildschweinpisse.
was ER auch sein mag, er trägt doch einiges auf seinem Haupt, so werden Flußgötter dargestellt, Ströme, die das mitgestreifte Strandgut einer Zeit mit sich tragen, als Benzinkanister und Kühlschränke kein Flussbett verunzierten, ein archaisches Bild ...
Drunten streckt sich breit das Tal, sein Flöz, in das er sinkt, taucht erst jenseits wieder auf.
Der Fluss in der Mitte hat weit zurückgeblättert, wenig tiefer und es fänden sich
versteinert Stechpalmen, Flusspferdhauer, Krokodilexkremente.
Da der Text der Fantasie keine wirklichen Schranken setzt, kann ich mich wie bei einem Film von Peter Greenaway von der begonnenen Fixierung lösen und wandere weiter mit den Worten, wie weit kann ein Fluss zurückblättern, durchlebt er seine Sedimentschichten ? Vermutlich ja ...
Auf dem Kiesbett im Tal läuft ein Saumpfad an der Autobahn, neueste Generation.
Die Straßenbauer trauten dem Geschiebe nicht, das war anderen Fluss gewöhnt,
sie legten eine Schotterschicht, Grauwacke, unter den Asphalt.
Ein mir zur Zeit sehr aktuelles Vokabular, die Bodenplatte wird am Freitag gegossen ...

Kommt vor, dass heutzutage genau hier
ein ausgebüchster Hund die Autobahn quert,
ein Junge hinterher, denn heimkommen ohne Hund, das geht nicht.
Hier führte er seinerzeit über das Eis,
ein Pfad, ein Wildwechsel eher,
kein Grund, das groß zu unterscheiden.
Die ersten Schritte in den Unterboden sind die schwersten.
Höchste Zeit, dass diesen Weg keiner mehr geht.
Eigentlich bin ich in diesen letzten Zeilen verirrt, aber im positiven Sinn. Mir scheint, dass es sich im Dickicht deiner Worte durchaus gut spazieren geht, flanieren könnte man das nennen. Durch die von dir gezeichnete Wortwelt durchgehen, Wortlandschaften vorfinden, an den plötzlich auftauchenden Fenstern vorbei.
Da ist ein Wanderer, sein Weg, durch Höhen und Tiefen, ein Schichten Tragender, einer der Lebensspuren sammelt, die eines Jungen, der, seinen Hund verfolgend, die Autobahn überquert, da nichts dramatisiert wird, bleibt dieser Kern so stehen, wie er erzählt wird, und die Tragödie könnte gedacht werden, und eventuell erscheint jetzt auch die Frage geklärt " Es wird höchste Zeit ...." In der Tat, dieser Weg sollte nicht mehr begangen werden.
Würm macht u:U. aus einer sehr aktuellen Geschichte, aus einem dramatischen Vorfall der Jetztzeit eine in die Eiszeit zurückverlagerte Erlebensschicht. Der sich erinnernde "Flußgott" Würm trägt Geäst, Gehörn, Geröll auf seinem archaischen Haupt: er ist der Gedächtnis vor sich herschiebende alte Gott, eine Art Vater Rhein ...
hat mir sehr gut gefallen
liebe Grüße
Renée
PS Deine Schreibhaltung: ausgezeichnete Definition, genauso würde ich es auch formulieren ...
Hallo Räuber, ich stolpere ein wenig über die prophetisch klingende Zeile "Die ersten Schritte in den Unterboden sind die schwersten". Warum eigentlich ? Wären es nicht die einfachsten, würde jemand mit Graben beginnen ? Oder ist hier das Rinnsal gemeint, dass zum Fluß werden möchte ? Oder doch etwas Metaphysisches ? Vielleicht die Erkenntnis der Vergänglichkeit ? Ansonsten gefällt mir die thematische und stilistische Verbindung Vorzeit - Natur - Gegenwart des Textes mit seinen vielen ungewöhnlichen Begriffen sehr gut. Viele Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.
- Thomas Milser
- Beiträge: 6069
- Registriert: 14.05.2006
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Immer wieder ein Genuss!
Da hat jemand was zu sagen, und kann das auch noch erzählen. Ich möchte ein Kind von dir :o)
Tom.
Da hat jemand was zu sagen, und kann das auch noch erzählen. Ich möchte ein Kind von dir :o)
Tom.
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)
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Renée Lomris
Hallo Franz,
inzwischen sehe ich auch die Geschichte der "Würm" dieses Flusses, den ich vorher nicht kannte ...
in der Tat ein schmutziges Gewässer und ein Weg, den niemand mehr gehen sollte ...
Hier finde ich Bilder und Thematik von Begriffsschicht zu Begriffsschicht einleuchtender ...
liebe Grüße
Renée
inzwischen sehe ich auch die Geschichte der "Würm" dieses Flusses, den ich vorher nicht kannte ...
in der Tat ein schmutziges Gewässer und ein Weg, den niemand mehr gehen sollte ...
Hier finde ich Bilder und Thematik von Begriffsschicht zu Begriffsschicht einleuchtender ...
liebe Grüße
Renée
Hallo Franz,
Ein Text, der aus dem Vollen der Sprache schöpft und sich nicht scheut. Sehr gern gelesen.
Achso, zum Titel. Wenn wirklich ein Fluss gemeint ist, würde ich mir überlegen "Die Würm" zu schreiben, ich hatte nämlich erst die Schwierigkeit, dass ich die Würmer/das Gewürm im Text gesucht habe. :o)
Liebe Grüße
Flora
Ich hatte angenommen, dass da irgendein Versmaß, Metrum dahintersteckt, mir aber wie immer keine weiteren Gedanken darüber gemacht. Holprig empfinde ich es überhaupt nicht, es hat schöne klangliche Spannungsbögen darin.ich hatte länger mit dem Gedanken gespielt, das lyrische Mäntelchen ganz abzulegen und Prosa draus zu machen, da so gar keine Metrischen Ansätze Fuß am Vers fassen konnten. So blieb es so holprig, wie es da steht, was aber anscheinend nicht stört.
Hier stocke ich allerdings jedesmal, weil mir etwas fehlt. Müsste es nicht heißen "an der Autobahn entlang"? Oder ist der Saumpfad die Autobahn, dann "ein Saumpfad, die Autobahn ..."Auf dem Kiesbett im Tal läuft ein Saumpfad an der Autobahn, neueste Generation.
Diese Strophe empfinde ich sprachlich am schwächsten. Inhaltlich wird hier etwas angeschnitten, was für mich nicht ausgeführt wird und dann seltsam in der Luft hängt. Vor allem das "heimkommen ohne Hund ..." klingt mir zu angehängt und auf etwas verweisend. Zudem kämen mir die Strophen 5 und 6 vertauscht sinnvoller angeordnet vor? Ich würde überlegen sie zu einer zusammenzuziehen und auch hier mit längeren Zeilen zu arbeiten und Wiederholungen (hier/Autobahn) zu vermeiden und die starke Bildsprache der darüberliegenden Zeilen weiterzuführen.Kommt vor, dass heutzutage genau hier
ein ausgebüchster Hund die Autobahn quert,
ein Junge hinterher, denn heimkommen ohne Hund, das geht nicht.
Dieser Satz sticht für mich heraus, und erzeugt dann dieses Gefühl, dass die Stimme plötzlich ins Belehrende kippt, und das Gezeigte letztlich nur benutzt wurde, um mir etwas Dahinterstehndes zu vermitteln, denn ich kann das "bildlich" nicht nachvollziehen. Ohne "in den Unterboden" könnte ich einen Bezug zur Autobahnüberquerung herstellen. So bleibt es für mich einfach auf gedanklicher Ebene stecken und überlagert den restlichen Text.Die ersten Schritte in den Unterboden sind die schwersten.
Ein Text, der aus dem Vollen der Sprache schöpft und sich nicht scheut. Sehr gern gelesen.
Achso, zum Titel. Wenn wirklich ein Fluss gemeint ist, würde ich mir überlegen "Die Würm" zu schreiben, ich hatte nämlich erst die Schwierigkeit, dass ich die Würmer/das Gewürm im Text gesucht habe. :o)
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
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Oldy
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Wenn wirklich ein Fluss gemeint ist, würde ich mir überlegen "Die Würm" zu schreiben, ich hatte nämlich erst die Schwierigkeit, dass ich die Würmer/das Gewürm im Text gesucht habe. :o)Was aber auch dazu geführt hat, dass du dich intensiv mit dem Text beschäftigt hast.
Zwangsweise sozusagen.
Und etwas wurmiges hat der Text. Igendwie.
Ich mag den Titel.
lg
Uwe
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