manchmal

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Oldy

Beitragvon Oldy » 30.06.2011, 08:57

manchmal
wenn stille innewohnt
gedanken streifen
grenzen keine sind
dann eile ich voraus
zum anfang
wo für den moment
nichts wirklich bedeutung hat
schaue beide enden
die doch nur
eins sind
und sehe mir zu

*******
Hier ist das Wört "mäandern" durch das Wort "streifen" ersetzt worden
Zuletzt geändert von Oldy am 01.07.2011, 08:43, insgesamt 1-mal geändert.

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 30.06.2011, 11:05

Hallo Oldy,

schön, dich mal wieder zu lesen hier :-)

Zum Gedicht, hm, ich weiß nicht... Wenn ich das ganze in eine Liste überführe, kommt so etwas raus:

Substantive Stille, Gedanken, Grenzen, Anfang, Moment, Nichts, Bedeutung, Ende

Verben innewohnen, mäandern, sein, vorauseilen, haben, schauen, sein, zusehen

Adverbien manchmal, dann, nur, eins

Kleinkram wenn, kein, ich, zu, für, den, beide, die, und, mir, zu

Und wie ich neulich schon einmal in einer Rückmeldung an Niko schrieb: Es ist bestimmt möglich, aus diesen Zutaten ein leckeres Gedicht zu zaubern, aber ich glaube, es ist sehr schwer. Die gewählten Worte lassen nicht zu, dass der Leser eine rein gedankliche, losgelöste Betrachtungsweise hinter sich lassen kann, und dadurch bleibt das Geschriebene immer fern, immer "auf Abstand"....

Aber gut, das ist vielleicht auch nur die Sicht durch meine, nur mir eigene Dichtungs-Brille... Mal sehen, was die anderen sagen :-)

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

Oldy

Beitragvon Oldy » 30.06.2011, 11:19

Hallo Ferdi,

danke fürs Lesen und Kommentieren.
Deine Liste lässst sich übrigens auf jedes Gedicht anwenden, mit annähernd gleichem Ergebnis. :12:
Das hier gehört zu meiner "Gedankenlyrik", welche alle nur flüchtige Streiflichter sind. Sie entspringen meiner eigenen Innensicht. Von daher gesehen ist es sicher nicht einfach für den Leser, sich hier zu identifizieren bzw. den Gedanken zu folgen.
Vielleicht muss es das auch nicht.

lg
Uwe

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 30.06.2011, 11:57

Hallo Oldy,

klar kann ich eine so aufgebaute Liste für jedes beliebige Gedicht erstellen; aber ist ist doch ein Unterschied, ob als Einträge dieser Liste dann "Gedanke, Grenze, Moment" auftauchen oder "Gewürzgurke, Holz, Schuhsohle"? Wobei ich jedem dieser Worte zutraue, "Innensichten" zu vermitteln, nur eben in verschiedenen Abstufungen an Wirksamkeit - sie machen den Leser verschieden nass, sozusagen; die einen sind zwei Regentropfen, die anderen ein über den Kopf gekippter Eimer Wasser.

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 30.06.2011, 17:06

Hallo Oldy, hallo ferdi!

Zuerst wollte ich heftig protestieren angesichts ferdis "Liste".
Aber beim zweiten Lesen - sowohl des Gedichts als auch der Liste - sehe ich: Er (ferdi) oder sie (die Liste) hat nicht so ganz unrecht. Der begriffliche Zusammenhang ist in etwa so, wie man ihn auch erwarten würde.

Als Beispiel: "mäandern" - das Wort ist, finde ich, interessant. Es liegt allerdings ziemlich nahe, Gedanken mäandern zu lassen - siehe "Gedankenfluss" -, so dass sogar mir die Reibung fehlt, Brüche, Ungeahntes usw.

Sam

Beitragvon Sam » 01.07.2011, 05:59

Hallo Oldy,

"mäandern" ist ein schreckliches Wort. Kaum ein anderer Begriff wirkt so gesucht, wie dieser. Liegt wie fettes Essen schwer im Magen des Gedichtes. Zumal das Drumherum gedanklich und auch sprachlich eher Schonkost ist.


Gruß

Sam

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Beitragvon Amanita » 01.07.2011, 07:37

Ich finde, Sam, es gibt (wenn überhaupt) wenige "schreckliche" Worte, und mäandern gehört eben nicht in meine Sammlung. Was ich sagen wollte (und oft sage): Es kommt immer auf die Zusammenhänge an, und hier finde ich den Zusammenhang auch nicht gut.

Oldy

Beitragvon Oldy » 01.07.2011, 08:03

Schreckliche Worte gibt es für mich nicht.
Ob dieses "mäandern" hier passend ist oder ggf. ausgetauscht werden soll, darüber denke ich gerne nach.
Schonkost?
Ich weiss nicht, ob man Lyrik so betiteln kann, aber wenn du meinst, dass dieses kleine Werk ohne große Worte auskommt, eher leise daherkommt und auf tiefschürfende philosophiosche Betrachtungen verzichtet, dann hast du recht. Es sollte so sein.

lg
Uwe
Zuletzt geändert von Oldy am 10.07.2011, 20:30, insgesamt 1-mal geändert.

Oldy

Beitragvon Oldy » 01.07.2011, 08:45

So, ich habe das Wört "mäandern" durch das Wort "streifen" ersetzt.
Mehr zu ändern erscheint mir falsch, weil ich diese Einfachheit erhalten will. Sie entspricht meiner Stimmung des auslösenden Momentes.

lg
Uwe


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