Mundfrost

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
AkustischeSchärfe

Beitragvon AkustischeSchärfe » 10.06.2011, 17:29

Mundfrost
Zuletzt geändert von AkustischeSchärfe am 16.09.2011, 01:24, insgesamt 2-mal geändert.

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allerleirauh
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Beitragvon allerleirauh » 10.06.2011, 17:57

hallo akustische schärfe,

mir fällt auf, dass du all deine gedichte in einen kontext zu stellen versuchst. diese vorgehensweise finde ich etwas befremdlich. wenn ich ein gedicht lese, ganz allgemein, dann interessiert mich dieser eine konkrete text und weniger das drumherum.

was soll mir der fakt sagen, dass der eingestellte text eine jugendsünde ist? macht es ihn besser? oder schlechter?

ich für mich kann nur postulieren, dass ich den text nicht kapiere. die drei stummen brüder hinter den zähnen, die in die quelle weinen und dann auch noch die augenlider senken, kann ich nicht deuten. das bild funktioniert für mich nicht. entweder sind die brüder sehr klein oder der mund ist sehr groß, ich weiß es nicht.

woher die schmetterlinge kommen, welchen platz sie nehmen und wie die brüder sich rausbohren - keine ahnung.
aufgetaute wörterrahmen? bislang waren wir in einer mundhöhle. wofür steht der wörterrahmen?

in der letzten strophe geht es vielleicht um eine (liebes-)melodie, die verklungen ist. nach der interjektion "Oh" würde ich an deiner stelle in komma setzen.

lga

AkustischeSchärfe

Beitragvon AkustischeSchärfe » 10.06.2011, 18:14

So, ich hab die Schnauze voll!

Nun gut, keine Erklärungen mehr.

Zum Text: das ist wohl das lyrischste was ich habe, und dann versteht man es nicht?

Vielleicht ein anderer.


Danke für die Beschäftigung!


Liebe Grüße,



Akustische Schärfe :)

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Eule
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Beitragvon Eule » 10.06.2011, 18:54

Hallo akustischeSchärfe, Deinen Text finde ich eigentlich ganz gelungen. Ich verstehe ihn als ein Gleichnis auf Mitteilungsbedürfnis, Solidarität und (verweigerte) Kommunikationsmöglichkeiten. Ein klein wenig provozierst Du aber auch hier, indem Du z.B. den Leser direkt ansprichst. Die getrommelte Melodie klingt auch ein wenig bedrohlich, fast wie Marschmusik.
Ein Klang zum Sprachspiel.

Max

Beitragvon Max » 10.06.2011, 21:22

Hallo AS,

Zum einen: Ich kann allerleirauhs Kommentar verstehen. Auch ich tue mich mit diesem Bild sehr schwer. Keine Ahnung, wer diese drei Brüder hinter den Zähnen sein sollen, bei mir kommt diese Metapher nicht an. Das wird auch durch die ein wenig skurile Kommasetzung nicht besser.
Zudem steht die Wortwahl, z.B. "raus wollen" in einem seltsamen Kontrast zur formalen Strenge des Textes.

Zum zweiten: das ist nun der dritte Text, den ich von Dir lese - in jedem waren Rechtschreibfehler (hier: "Schmetteling"). Ich mache selbst genug Tippfehler - ich kann sie an sich also nicht so verwerflich finden. In einem Zwölfzeiler (oder noch kürzeren Texten) vermitteln sie den Eindruck als verwendeten die Kommentatoren mehr Zeit auf den Text verwenden als Du. Das verleidet einem ein wenig das Kommentieren.

Zum dritten: Dein Ausbruch hier (zwei Beiträge über meinem) widerspricht der Idee dieses Forums. Wer Texte hier einstellt, muss mit Kritik leben können.

Gruß
Max

AkustischeSchärfe

Beitragvon AkustischeSchärfe » 10.06.2011, 21:43

Tut mir leid, ist was älteres, habe einfach copy&paste angewendet....

Ich versuch drauf zu achten.

Der "Ausbruch" bezog sich auf die Bemerkung, warum ich denn immer alles kommentieren müsse. Das ist, finde ich, geschmackssache! So wie ich es aber an den Kopf geworfen bekam, schien es mir, als sei es ein Vorwurf, ich würde mit diesem Vorgehen die Aufwertung meines Textes anstreben. Ich hätte das Kommentar geschrieben, um den Stil zu entschuldigen.... das hat mich sehr geärgert.


Egal, es wird keine Lyrik mehr kommen ;)

Max

Beitragvon Max » 10.06.2011, 21:53

Entschuldige, natürlich wünscht sich hier niemand, dass Du keine Lyrik mehr postest.

Ich glaube, es gibt vielleicht zwei Probleme. Das eine hat damit zu tun, dass Du sehr viele Texte gepostet hast - das ist hier eher selten.
Auf der anderen Seite ist hier die Textarbeit (und das ist das zweite Problem) manchmal recht intensiv. Ich hoffe, Du kannst Dich darauf einlassen.

Ich glaube übrigens (eine replik auf einen anderen Kommentar in einem anderen Faden), dass die Art, wie Du komplexe Begriffe gebrauchst, weniger das Problem ist - hier sind einige gewohnt, recht abstrakt zu argumentieren. Es ist edeoch (das weiß ich aus eigener Erfahrung) bei eigener Lyrik, manchmal gar nicht einfahc, auf dieser abstrakten und wenig emotionalen Eben zu bleiben.

Liebe Grüße
Max

Gerda

Beitragvon Gerda » 14.06.2011, 00:32

Hallo Tayfun,

Mir fällt es auch nicht gerade leicht, diesen Text zu deuten. Weil ich aber glaube, dass er nicht einfach, mal eben so hingeschrieben sondern ernsthaft erarbeitet wurde, versuche ich es.

Der Titel könnte ein Synonym für Sprachlosigkeit und Erstarrung sein.

Ich denke, dass es sich bei dem, was hinter den Zähnen weilt, um die Worte handelt, die verstummt müssen, ob des Leids der Brüder. Der Blick geht nach Innen, das lyrische Ich (Lyrich) sieht Blut. Die Schmetterlinge stehen meist für flatterhaftes Leichtes, für Vergnügen, Verliebt sein. Das will hier schwerlich passen, aber sie könnten für Erleichterung stehen. Vielleicht handelt das Gedicht von einem (Bürger)Krieg, die Brüder im Krieg, erringen ein wenig mehr Freiheit, können sich befreien, dürfen frei sprechen .Das Lyrich in Sicherheit bangt, erinnert sich an etwas Schreckliches, das länger zurückliegt, aber mit dem Geschehen in Verbindung zu stehen scheint,
sodass der Mund wieder erstarrt.
Ob ich überhaupt auf der richtigen Fährte bin …?
es steht zudem in der Rubrik "Liebeslyrik". Die Liebe bezeiht sich hier möglicherwesie auf Familienbande, die durch örtliche Trennung und Krieg zerrissen wurden.
Aber um etwas zum Aufbau, Versmaß und zu den Reimen sagen zu können, müsste ich jetzt erst einmal wissen, Tayfun, ob es in etwa der Inhalt ist, den du zugrunde gelegt hast.
Wenn ich nämlich an deiner Intention vorbei interpretiere, ist es sinnlos, mich daran zu versuchen, dir evtl. mehr zu sagen.

Liebe Grüße
Gerda
Zuletzt geändert von Gerda am 14.06.2011, 07:17, insgesamt 1-mal geändert.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 14.06.2011, 00:40

Auch wenn ich mit dem Text nicht viel anfangen kann - den Titel finde ich toll!

RäuberKneißl

Beitragvon RäuberKneißl » 14.06.2011, 01:02

Hallo,
da mein erster Gedanke Mandelentzündung den physiologischen Gegebenheiten nicht standhielt drängt sich mir doch etwas wie 'Ich liebe Dich' als drei Brüder in den Vordergrund, ebenso wie die Einstufung als Robert Lembke Lyrik (so sind sie, die über 40-jährigen: Robert Lembke war Protagonist eines Prime Time Formats mit dem Titel 'Wer bin ich?' - eine Rätselsendung). Rätsellyrik stammt für mich wie andere Varianten der Gedankenlyrik aus einer vergangenen Epoche.
Formal halte ich es für Missraten: Metrik und Rhythmik werden gnadenlos dem Kreuzreim geopfert, der als einziges durchgehalten wird, auch die Metaphern hinken: z.B. 'aufgetauter Wörterrahmen'.
Grüße
Franz

Gerda

Beitragvon Gerda » 14.06.2011, 07:16

[quote="Gerda"]Hallo Tayfun,

Mir fällt es auch nicht gerade leicht, diesen Text zu deuten. Weil ich aber glaube, dass er nicht einfach, mal eben so hingeschrieben sondern ernsthaft erarbeitet wurde, versuche ich es.

Der Titel könnte ein Synonym für Sprachlosigkeit und Erstarrung sein.

Ich denke, dass es sich bei dem, was hinter den Zähnen weilt, um die Worte handelt, die verstummt müssen, ob des Leids der Brüder. Der Blick geht nach Innen, das lyrische Ich (Lyrich) sieht Blut. Die Schmetterlinge stehen meist für flatterhaftes Leichtes, für Vergnügen, Verliebt sein. Das will hier schwerlich passen, aber sie könnten für Erleichterung stehen. Vielleicht handelt das Gedicht von einem (Bürger)Krieg, die Brüder im Krieg, erringen ein wenig mehr Freiheit, können sich befreien, dürfen frei sprechen .Das Lyrich in Sicherheit bangt, erinnert sich an etwas Schreckliches, das länger zurückliegt, aber mit dem Geschehen in Verbindung zu stehen scheint,
sodass der Mund wieder erstarrt.
Ob ich überhaupt auf der richtigen Fährte bin …?
es steht zudem in der Rubrik "Liebeslyrik". Die Liebe bezeiht sich hier möglicherwesie auf Familienbande, die durch örtliche Trennung und Krieg zerrissen wurden.
Aber um etwas zum Aufbau, Versmaß und zu den Reimen sagen zu können, müsste ich jetzt erst einmal wissen, Tayfun, ob es in etwa der Inhalt ist, den du zugrunde gelegt hast.
Wenn ich nämlich an deiner Intention vorbei interpretiere, ist es sinnlos, mich daran zu versuchen, dir evtl. mehr zu sagen.

Liebe Grüße
Gerda

Kojote

Beitragvon Kojote » 19.06.2011, 18:09

also ich finde dieses gedicht schwierig, aber höchst interessant. es ist was individuelles, was hier mitschwingt, ständig präsent, in jeder zeile. so etwas hat man vorher nirgends gelesen, das ist schonmal sehr gut, finde ich. weiter ist das die art text, die einen im traum wieder verfolgt, weiter verfolgt, denn die traumebene öffnest du hier ganz bewusst. mir hats gefallen, weil es meine wahrnehmung verschiebt.

AkustischeSchärfe

Beitragvon AkustischeSchärfe » 22.06.2011, 02:32

Vielen Dank euch allen, für die Beschäftigung mit meinem Text!


Momentan habe ich nicht viel Zeit, so kann ich leider nur wenige Zeilen schreiben, auch wenn ich gerne auf jedes einzelne Kommentar eingehen würde!

Das Gedicht stammt aus einer Zeit, in der ich noch nie was von Metrik gehört habe, in der ich noch annahm, Gedichte seien regelmäßig gebrochene Zeilen mit Endreimen - um es mal ganz fatal auszudrücken ;)

Deshalb muss ich den von euch erwähnten Formalen Schwächen zu stimmen.

Die Metapher "aufgetauter Wörterrahmen" bedeutet für mich hier das gebrochene Schweigen, die Offenbarung: da die Schmetterlinge mehr Platz nahmen, also die Liebe stärker wurde, konnten sich die 3 Worte: "ich liebe dich" nun endlich rausbohren, trotz des "Mundfrostes".

Ich bin überrascht, dass das "ich liebe dich" enttarnt wurde, denn "die drei Brüder" ist, zu gegeben, schon recht weit her geholt ;)



Nächtliche Grüße,


Tayfun


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