Konzertpause

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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leonie
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Beitragvon leonie » 31.05.2011, 09:58

Unter den wechselnden Worten
hörst du den Wetzstein singen.
Kaum jemand, der sein Lied
weder kennt noch vernimmt.

Lächelnd jedoch die Gesichter.
Dezent erhobene Schutzschilde:
Sommerkleid, lässiges Hemd,
Sonnenbrille, Lippenstift.

Schon ritzen sich still
geschliffene Messer
unter die Haut, reißen Narben auf,
dringen ins Mark.

Manchmal blinkt
in einem unbewaffneten Auge
am Rande ein blaues Licht.


Erstfassung:

Unter den wechselnden Worten
- Bewölkung, die Kinder
und Frauenfußball -
hörst du
den Wetzstein singen.

Kaum jemand, der sein Lied
weder kennt noch vernimmt.

Lächelnd jedoch die Gesichter.
Dezent erhobene Schutzschilde:
Sommerkleid, lässiges Hemd,
Sonnenbrille, Lippenstift.

Schon ritzen sich still
geschliffene Messer
unter die Haut, reißen Narben auf,
dringen ins Mark.

Manchmal blinkt
in einem unbewaffneten Auge
am Rande ein Blaulicht.
Verreckt auf der Strecke
der Sirenenton.

Wer aufschreit,
hätte verloren.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 31.05.2011, 11:03

Verstanden habe ich nichts, ich finde die surrealen Bilder (so wirkt der Text jedenfalls auf mich) aber interessant!

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Zefira
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Beitragvon Zefira » 31.05.2011, 12:02

Hallo,
ich könnte mir denken, das Gedicht bezieht sich auf den üblichen Klatsch, wie ich ihn von Dorffesten und Familienfeiern kenne.
Manchmal werden da mit lächelnder Miene Ungeheuerlichkeiten geschwätzt, weil so viele Leute sich bemüßigt fühlen, sich zu Themen zu äußern, von denen sie keine Ahnung haben. (Mischt man sich ein, ist man am Ende derjenige, der Streit gesucht hat.)
Das Wetzsteinbild in der ersten Strophe erinnert an die (kaum noch gebräuchliche) Redensart, dass Klatschmäuler "ihre Zungen wetzen".
Schöne Grüße
Zefira
Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.

(Ikkyu Sojun)

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 31.05.2011, 12:04

Aaaah ja, Zefira, diesen Ausdruck kannte ich nicht!

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 01.06.2011, 08:53

Hallo Leonie,

ich kann das ähnlich wie Zefi lesen, als eine Situation, die sich innerhalb eines Familienfestes abspielt, aufschaukelt oder einer Gruppe von Leuten, die sich schon lange kennen, wo es eine gemeinsame Geschichte gibt. Mich irritiert dann nur der Titel "Konzertpause", weil ich das damit nicht zusammen bekomme. Die Zeit ist in meiner Vorstellung zu kurz, um so eine Spannung aufkommen zu lassen, der Rahmen stimmt für mich nicht und ich finde darin keine Information über die Beziehung der Menschen untereinander. Falls wir überhaupt in die richtige Richtung lesen, würde ich einen anderen Titel suchen.
Unter den wechselnden Worten
- Bewölkung, die Kinder
und Frauenfußball -
hörst du
den Wetzstein singen.

Den Einschub würde ich nicht brauchen.

Unter den wechselnden Worten
hörst du den Wetzstein singen.

Kaum jemand, der sein Lied
weder kennt noch vernimmt.

Das finde ich ziemlich genial. :)

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 01.06.2011, 09:16

Hallo!

Flora, na wenn schon, dann ein richtiges Distichon:

Unter den wechselnden Worten bemerkst du das Singen des Wetzsteins -
Kaum ein Mensch, der sein Lied weder erkennt noch vernimmt.


*Hust* Nein, im Ernst: Wenn du weiter unten die "Schutzschilde" verbeispielst, dann doch oben auch die "Worte"?! Das sind, finde ich, zwei Haltepunkte, die dem Gedicht gut tun...

Leonie, ich bin gerade zu blöd, die Indikativ-/Konjunktiv-Zusammenstellung der letzten beiden Zeilen zu verstehen :confused:

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

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leonie
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Beitragvon leonie » 01.06.2011, 11:45

Hallo, Ihr Lieben,

danke für Eure Rückmeldungen. Ich möchte noch abwarten, wie andere den Text lesen, deshalb ersteinmal nur: Ich freue mich, dass Ihr Euch dazu gemeldet habt und bewege Eure Ideen und Anregungen in meinem Herzen.

Liebe Grüße

leonie

Max

Beitragvon Max » 02.06.2011, 21:43

Liebe Leonie,

ich mag die kräftigen, leicht aus der Spur gerückten Blder des Textes.

Was mich irritiert sind die beiden kurzen Strophen, die zweite und die letzte.

Wo ich bei der letzten die gleichen Bedenken habe wie ferdi, kommt mir die zwete mit einer doppelten Negation, die schwierig aufzulösen ist, sehr komplex vor ....

Vielleicht muss ich den text einfach nochmal verdauen ...
Liebe Grüße
max

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Eule
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Beitragvon Eule » 03.06.2011, 16:11

Hallo leonie, hätte nur einen kleinen Einwand: die "wechselnden Worte" sind mir zu lautmalerisch - der Ton, obwohl gut zum Wetzstein passend, sehr pathetisch. Letzterer bringt aber eine wohltuende, sarkastische Schärfe in den Text und zeigt als Schlüsselwort, worum es hier geht: die Gewalt und das Leiden hinter den schönen Fassaden.
Zuletzt geändert von Eule am 03.06.2011, 17:56, insgesamt 1-mal geändert.
Ein Klang zum Sprachspiel.

Niko

Beitragvon Niko » 03.06.2011, 17:44

ich muss sagen, leonie, ich bin ziemlich bis ziemlich extrem angetan von deinem text, der so ganz aus dem üblichen leonie-rahmen fällt. du "arbeitest" (hört sich immer wichtiger an als "du hast hier ..... gemacht") mit aufzählungen. erinnert mich ein wenig an caty´s werke seinerzeit. aber milder, schärfer dennoch, sezierend fast. sie ist sehr "stimmungsvoll", hat einen guten lesefluss und transportiert weitaus mehr nur als worte. du schreibst in einer bildhaften sprache, um die ich dich beneide. weil sie so offen lässt und doch insgesamt auf das eine hinzwingt: ein menschliches (das sei hier besonders (von dir) unterstrichen) verhalten, das wir irgendwo alle kennen und wir ebenso hassen. vielleicht, weil wir es so sehr kennen...

Unter den wechselnden Worten
- Bewölkung, die Kinder
und Frauenfußball -
hörst du
den Wetzstein singen.


die verharmlosend genannten wechselnden worte sind hier die tägliche oberflächliche konversation. man redet über´s wetter, die kinder und die frauenfussball-wm im eigenen land. aber hier schon deutest du an, dass es nicht nur small-talk ist, sondern dass menschen sich - wohl oft - als konkurrenten sehen, oder zumindest meinen sie, etwas darstellen zu müssen. und das geht am leichtesten, wenn man sich zumindest vor dem geistigen auge den anderen kleinredet um sich selbst groß zu denken...



Kaum jemand, der sein Lied
weder kennt noch vernimmt.


zunächst irritiert "sein". aber dann ist für mich jedenfalls klar, dass du damit "sein eigenes" meinst. und die zwei zeilen sagen: dass diese oberflächlichkeiten gar nicht bewusst sind und sie nicht mehr als solche wahrnimmt.

Lächelnd jedoch die Gesichter.
Dezent erhobene Schutzschilde:
Sommerkleid, lässiges Hemd,
Sonnenbrille, Lippenstift.


das "jedoch" ist mir demzufolge nicht ganz schlüssig. die zeilen darunter finde ich sehr gelungen. es ist ja wirklich so, dass dieses cool wirken wollen eine art schutzschild ist. diese aufgezählten dinge sollen die coolnis und die unangreifbarkeit verstärken.

Schon ritzen sich still
geschliffene Messer
unter die Haut, reißen Narben auf,
dringen ins Mark.


vielleicht auch gerade durch diese coolnis wird ein alarm ausgelöst und unterschwellig wird abgetastet und der ein oder andere pfeil gesetzt.


Manchmal blinkt
in einem unbewaffneten Auge
am Rande ein Blaulicht.
Verreckt auf der Strecke
der Sirenenton.


diese strofe finde ich die absolut stärkste. "in einem unbewaffneten auge am rande ein blaulicht" leichte anflüge von angegriffen und verletzt fühlen? und der verreckte sirenenton ist dann wohl das ausbleiben des zeigens dieser verletztgheit. oder aber es sagt vielmehr, dass dieses blaulicht im unbewaffneten auge (herrlich, immerwieder!!!) das mehr nur als geplappere für einen kurzen moment vielleicht nur verstummen lässt. wie eine art schrecksekunde.


Wer aufschreit,
hätte verloren.


immer schön cool bleiben!!! ja,,,,,,

ich find das gedicht für mich hammerartig. und diese (für mich jedenfalls) neue leo-lyrik find ich bärenstark!

liebe grüße: niko

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leonie
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Beitragvon leonie » 03.06.2011, 19:41

Hallo zusammen,

danke für Eure Anmerkungen, Ideen, und für das dicke Lob, Niko!

Ich sehe die Knackpunkte, ich bin mir noch nicht im Klaren darüber, ob ich in der ersten Strophe kürzen sollte. Da denke ich noch nach, ebenso über den Konjunktiv am Ende. Beides in den Indikativ setzen käme mir falsch vor, beides im Konjunktiv, hm, da bin ich mir unsicher. Irgendetwas scheint mir an der jetzigen Fassung richtig zu sein... Ich denke noch nach.

Die wechselnden Worte möchte ich gerne, gerade wegen ihrer Harmlosigkeit, behalten, Arne. Denn das Gedicht lebt ja von dem Kontrast zwischen dem vernehmbaren harmlosen Text und dem unausgesprochenen gefährlichen, aggressiven, kämperischen Subtext darunter.


Auch über die doppelte Negation denke ich noch nach, Max. Vielleicht kommt mir da noch eine andere Idee.

Ich ändere ja sonst meist schnell. Hier brauche ich noch Zeit.

Danke Euch allen und liebe Grüße

leonie

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Lisa
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Beitragvon Lisa » 05.06.2011, 20:19

Liebe leonie,

auch ich finde diesen Text von dir besonders (gelungen). Allerdings hatte ich ihn etwas anders gelesen, als die Kommentare vorher es beschreiben. Ich las eigentlich vom Leben, das Treiben und die Einrbrüche (Sirenen / Blaulicht) darin ("jetzt wird einer geholt" <-- der Moment der Konzertpause) und dass diese Stimme vom "ihm" von allen gehört wird (Wetzstein), dass es eben nur dazu gehört, dieser Stimme nicht zu lauschen, sich dem Schein zu verschreiben (Sonnenbrille, Geplänkel, nicht aufschrein, denn der hätte verloren), so lange es geht.

Einig diese Strophe hier:

Schon ritzen sich still
geschliffene Messer
unter die Haut, reißen Narben auf,
dringen ins Mark.


würde für mich darauf hindeuten, dass die ganze "Todesthematik" eigentlich nur Mittel dafür ist, etwas anderes (etwa in die Richtung der ersten Interpretationen) zu erzählen, aber ich glaube es eigentlich nicht?

Jedenfalls gefällt mir der Grad an Verbildlichung und konkreten Hinweis an dem text besonders, dadurch wird das ganze vorstellbar, weder zu "dichterisch fern", noch zu konkret benannt.

liebe Grüße,
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.

Gerda

Beitragvon Gerda » 06.06.2011, 13:24

Liebe leonie,

auch ich empfinde diesen Text sehr viel stärker als jene Texte, die ich in letzter Zeit von dir gelesen habe.
Ich beginne hinten und glaube, dass der Text die letzten zwei Zeilen nicht benötigt.
Mir ist das den erhobenen Zeigefinger zu viel, im Sinne, von hütet euch, wer sich nicht anpasst hat schon verloren.
Jetzt von vorn chronologisch.
Ich habe den Text so verstanden (Titel „Konzertpause“) kann ja nicht bedeutungslos sein), dass tatsächlich ein Konzert stattfindet, wo der der Sänger Weckstein singt, dem aber im Grunde niemand zuhört, weil alle nur gekommen sind um in der Pause zu defilieren und den neusten Klatsch zu erfahren, da ist ein Thema wie Frauenfußfall, vielleicht gerade „in“, aber wichtiger noch die neue Garderobe, etc. auszuführen.
Zum Namen des Sängers habe ich Assoziationen. ;-) Wenn ich allerdings an Konstantin Wecker denke, so würde ich meinen, dessen Publikum kommt um zuzuhören, bei Westernhagen auch, deswegen glaube ich, dass keiner dieser Künstler Pate gestanden hat.
Dann habe ich die Assoziation zum "Wetzstein", an dem Messer gewetzt werden, das geht auch im übertragenen Sinn, denn
natürlich wird intrigiert und gelästert über jene, die gerade nicht anwesend sind … es werden die Messer gewetzt.
Nur dass es hier im Text ganz offensichtlich ums Zuhören beim Gesang geht.
Bis:
leonie hat geschrieben:unter die Haut, reißen Narben auf,
dringen ins Mark

meine ich, nachvollziehen zu können, was deine Intention sein könnte.
Bei der vorletzten Strophe schwimme ich, einerseits könnte gemeint sein, dass manchmal so etwas wie Wahrheit im Gespräch aufblitzt, die die meinsten unter den Teppich kehren, dann wären mir aber „Blaulicht“ und „Sirenenton“ etwas zu heftig, ginge es um Dinge, die besser unausgesprochen blieben, Altlasten, krumme Geschäfte untereinander beispielsweise. In diesem Kontext flackert bei manchen vielleicht so etwas auf wie, "Wir sind übers Ziel hinausgeschossen", ein Wachwerden der Konzert(gesellschaft) ? ...

Gerade diese Strophe hat etwas Zwingendes ans sich, so dass alle vorhergehenden auf mich wie ein Einstieg wirken … als sei auf diese eine hin gearbeitet … ? schade, dass ich ausgerechnet dieses dann nicht verstehe.
Mit anderen Worten, wahrscheinlich ist mein Verständnis der ersten vier Strophen eingebildet oder fehlgeleitet. Zum Schluss bekomme ich keinen Bogen.

So, jetzt lese ich mal, was die anderen geschrieben haben, vielleicht ist das erhellend.

Jedenfalls war es sehr interessant für mich, mich mit diesem Text auseinanderzusetzen.

Liebe Grüße
Gerda

PS liegt dem Text vielleicht der Besuch eines Theaterstücks zu Grunde?
PPS Noch ein Nachtrag, nach dem Lesen der anderen Rückmeldungen.

Mit Lisas Definition, dass du das "Leben" selbst als Konzert beschrieben haben könntest und die Konzertpause, jene Unterbrechung ist, wenn beispielweise etwas Außergewöhnliches passiert, ein Unfall, Krankheit, Tod , etwas nicht Planbares eben, etwas, das druch Geschwätz nicht zu heilen ist, finde ich sehr treffend, denn dann passen auch jene Dinge, die ich nicht einordnen konnte. :daumen:

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leonie
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Beitragvon leonie » 07.06.2011, 10:40

Hallo, Ihr,

danke für die Rückmeldungen. Ich finde es immer schwierig, ein Gedicht zu erklären. Die Lesarten finde ich spannend, vor allem Deine, Lisa, den Text auf das ganze Leben zu beziehen.

Ich sage jetzt trotzdem mal, was meine Grundideen waren, wobei ich es in diesem Fall bewusst offen gehalten habe für andere Auffassungen.

AUsgangspunkt war in der Tat ein Konzert (aber keins mit einem speziellen Künstler, auf den sich der Text bezöge). Die Gespräche in der Pause erinnerten mich an etwas, das ich oft wahrzunehmen glaube. Dass in Subtexten (und das gilt nicht nur bei Gesprächen) oft eine Art Kampf ausgefochten wird. Der kann ganz unterschiedliche Ziele haben (also nicht nur: Meine Frau, mein Haus, mein Auto, mein pool). Oft ist hinter der Mitteilungs- und Verständigungsebene noch etwas anderes. Das begründet dann oft das Gefühl, mit dem man aus einem Gespräch herausgeht.
Dass im Getriebe des Lebens das genauso geschieht, denke ich auch. Die Unterbrechung, die einen plötzlich erschrecken lässt.
Gerade die jetzt letzte Strophe mag ich nciht so kommentieren. Nur: Das blaue Licht ist bewusst doppeldeutig, symbolisiert Gefahr und vielleicht auch so etwas wie Rettung zugleich.

Vielleicht wird meine Intention so etwas deutlicher, wobei es natürlich gewünscht ist, dass der Leser sein Eigenes einträgt.

Liebe Grüße

leonie

P.S: Ich habe mal probehalber gekürzt. S.o.


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