Landpartie

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Eule
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Beitragvon Eule » 27.04.2011, 23:06

Landpartie


Ein Namensschild - noch fährt
Der Zug über die
Ebene Burgenland

Die Blicke wandern in
Gesichtern mit anderen
Augenschwüngen

Überholt die Sicherheit
Deiner Sätze geradeaus
Stolperst Du hinter

Die Laubhaufen scheuchst
Tiere und wartest auf
Das erste Willkommen.
Zuletzt geändert von Eule am 05.05.2011, 23:18, insgesamt 1-mal geändert.
Ein Klang zum Sprachspiel.

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 03.05.2011, 09:02

Hallo Arne,

eine Reise ins Fremdsein. Vor allem das unterwartete "hinter die Laubhaufen stolpern" und die "Augenschwünge" gefallen mir gut.
(Ich vermute das "stolperst" sollte auch großgeschrieben sein?)
Überholt die Sicherheit
Hier hänge ich, weil ich durch den Satzbau einen Bezug zu den Blicken herstellen will und dann weitersuche, wozu es denn gehören könnte. Wenn diese Doppeldeutigkeit von dir intendiert ist, würde ich aus den Blicken einen Blick machen, wenn es sich auf den Zug beziehen sollte ein "er" und wenn es für sich alleine stehen soll, vielleicht ein "ist" einfügen? Für mich gibt diese Irritation dem Gedicht nichts hinzu, sondern bleibt einfach "störend".
Ansonsten wieder sehr gern gelesen.

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

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Eule
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Beitragvon Eule » 03.05.2011, 11:17

Hallo Flora, danke für Deine positive Rückmeldung. "Überholt ist die Sicherheit Deiner Sätze ... " war hier intendiert, das Hilfsverb wurde von ener poetischen "Verkürzung" verschluckt ... das "Stolpern" habe ich verbessert !

Viele Grüße, Arne.
Zuletzt geändert von Eule am 05.05.2011, 23:20, insgesamt 1-mal geändert.
Ein Klang zum Sprachspiel.

Gerda

Beitragvon Gerda » 05.05.2011, 22:55

Lieber Arne,

mir gefällt das Gedicht so wie es ist. Ob es eine Reise ins "Fremdsein" intendiert, wage ich anzuzweifeln.
Für mich ist es tatsächlich eine "Landpartie", eine Reise in eine ungewohnte Umgebung. Vielleicht auch eine Reise ins Dorf der Kindheit. Eine Reise ins "Fremd-Sein" würde beinhalten, dass das Lyr. Ich (monologisiert) sich selbst fremd wäre/würde. Das kommt mir nicht so vor.
Auch empfinde ich keine Irritation, wegen der "Blicke", ich denke, es sind die Blicke anderer Mitreisenden gemeint. Den Satz: "Überholt ist die Sicherheit Deiner Sätze ..." finde ich nahezu genial, für die Sprache der Stadt, die auf dem Land nichts gilt.
Ich kann mich sehr gut einfühlen, in das Herz des Reisenden.

Liebe Grüße
Gerda

african queen

Beitragvon african queen » 16.05.2011, 12:04

Hallo Arne,
bin mitgereist ins " Burgenland" , habe mir die gut beschrieben Bilder
vorgestellt, das Land betrachtet, in die fremden Gesichter geschaut,
deine Landpartie erzeugen eigene Bilder, sehr gerne gelesen, gehofft
mehr zu lesen, weiter zu lesen.
lg
african queen

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Eule
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Beitragvon Eule » 16.05.2011, 14:40

Danke, Gerda und african queen !


Es geht in diesem Gedicht auch um eine Zeitreise, wie Gerda geschrieben hat, es geht ums Reisen ganz allgemein und um die von african queen angesprochene Vielfalt der Ausdrucksformen.

Schön, dass ihr damit so viel anfangen konntet ! Viele Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 16.05.2011, 15:47

Hallo Arne,

"Überholt ist die Sicherheit Deiner Sätze ... " war hier intendiert, das Hilfsverb wurde von ener poetischen "Verkürzung" verschluckt ...
Aus welchen Gründen ist dir die Verkürzung wichtig? Ich plädiere noch immer für eine poetische ist-Verlängerung. .-)

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

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Eule
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Beitragvon Eule » 16.05.2011, 15:57

Liebe Flora, das klingt mir an der zitierten Stelle zu bedeutungsschwer und fällt zudem aus dem Strophenrhythmus ?
Vielleicht würde dies in einer gelesenen Version deutlicher.

Herzliche Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 16.05.2011, 20:30

Hallo Arne,

ich glaube mit Flora, dass du da einen kleinen Satzbau-Hoppler drin hast... Als ich das Gedicht zum ersten Mal las, habe ich das "überholt" parallel zum "fährt" gelesen: "noch fährt der Zug ..., überholt die Sicherheit" - macht auch Sinn :-)

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 17.05.2011, 07:56

Hallo Arne,

das klingt mir an der zitierten Stelle zu bedeutungsschwer und fällt zudem aus dem Strophenrhythmus ?
Vielleicht würde dies in einer gelesenen Version deutlicher.
Dann lesen/hören wir das auf jeden Fall sehr unterschiedlich. Wie ist der Strophenrythmus für dich aufgebaut? Vielleicht magst du es für die Hörbar einlesen?

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)


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