In der Hängematte

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leonie
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Beitragvon leonie » 10.04.2011, 11:56

In der Hängematte

Leicht, ganz leicht
schwingen unter
saphirnem Himmel, der sich
mit Knospen schmückt.

Ungeschmiedet
winken Ornamente, ich
häng meine Pläne dazu
ins Blaue.

Und bekränze mich
mit verschwendeter Zeit.


Lamettafassung:

Leicht, ganz leicht
schwingen unter
saphirnem Gewölbe, das sich
mit Kirschknospen schmückt.

Im Takt des Ostwinds
winken ungeschmiedet
perlende Ornamente, ich
häng meine Pläne dazu
ins Blaue.

Und lass mich bekränzen
mit einem Diadem aus
geschenkter Zeit.

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allerleirauh
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Beitragvon allerleirauh » 10.04.2011, 12:35

liebe leonie,

für mich ist eine hängematte etwas sehr schönes, aber auch etwas sehr einfaches; "einfach" im sinne von: zweckmäßig eben. unsere familienhängematte, wenn ich mich recht erinnere, aus venezuela mitgebracht, ist aus derbem strick geknüpft. insofern bekomme ich für mich wortgruppen wie z.b. "saphirnem gewölbe" und "perlende ornamente" bzw. "einem diadem" nicht in einklang mit "leicht, ganz leicht schwingen" und "pläne ins blaue hängen".
ich empfinde die "schmuckvokabeln" als übertrieben und ja, auch als schwer. (wobei ich schon sehe, dass du versuchst im bild zu bleiben.)

lga

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 10.04.2011, 12:53

Hallo Leonie!

Mir geht es wie Allerleirauh. Einer der genannten Ausdrücke würde als "Gedichtgipfel" reichen, also am ehesten das Diadem.

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

Gerda

Beitragvon Gerda » 10.04.2011, 12:57

Liebe leonie,

beim Titel entwickle ich eine Erwartungshaltung, die dem Inhalt zuwiderläuft.

Wo spanne ich mir meine Hängeamatte auf? Auch im übertragenen Sinne.
In einem Palast? Oder doch eher unter Bäumen ...
Was sehe ich von meinem sanft schauklenden Platz aus?
Das Verfremden könnte vielleicht noch funktionieren, wenn der Text nicht völlig überladen wäre mit Dingen die es beim Blick aus der Hängamatte nach oben anzuschauen gibt.
Ich fühle mich erschlagen, ja und bin versucht zu sagen, nicht am Kitsch vorbeigeschrappt, sondern mittendrin.

Warum mussten die Kirschknospen da unbedingt rein? Sie sind genug strapaziert will mir scheinen.
Der "Ostwind", ja das bist du, aber "sich mit einem Diadem bekränzen" hört sich doch sehr schwülstig an.

Liebe Grüße
Gerda

Max

Beitragvon Max » 10.04.2011, 13:01

Liebe Leonie,

der Text gefällt mir vom Ansatz her, diese Leichtigkeit des Hängemattentages als Gedicht schweben zu lassen. Allerdings hat allerleirauh in meinen Augen zwei weiche Stellen des Gedichts getroffen.
Das "saphirne Gewölbe" ist ja auch dann, wenn es sich nicht direkt auf diie Hängematte bezieht, ein wenig kompliziert, ja vielleicht sogar sehr künstlich. Mir wird in diesem Kontext beispielsweise nicht klar, was mit diesem Ausdruck gegenüber einem einfachen "Himmel" gewonnen ist.
Bei dem Diadem fällt mir zumindest kein äquivalenter Ausdruck ein, der leichter, aber wenn man einfach "ich bekränze mich mit der verschwendeten Zeit" schriebe, ginge es vielleicht auch. Das Diadem ist ja auch ein Schmuck und mir ist nicht so klar, ob eine Schmuckvokabel wirklich passend ist.

Liebe Grüße
Max

Niko

Beitragvon Niko » 10.04.2011, 13:16

liebe leonie,
kirschknospen sind seit dem tsunami in japan eine art reizwort geworden, glaube ich. die akzeptanzschwelle liegt da sehr hoch. in der "verschwendeten zeit" - sie ist ja nicht wirklich verschwendet. ich weiß, wie du es meinst, aber ich find´s hier einen falschen stubs in die richtige richtung :-)
am besten gefallen mir die in´s blaue gehängten pläne. stark abfallend für mich die saphirnen gewölbe, der vielbenutzte ostwind, das winken perlender elemente (die mir überhauptnix sagen) und das bekränzen. ich muss gerda recht geben - du bist immer haarscharf an der kitschgrenze und dadurch insgesamt mittendrin. - so empfinde ich es.

liebe grüße: niko

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leonie
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Beitragvon leonie » 10.04.2011, 13:39

Hallo, Ihr,

ich hatte das schon befürchtet. :-) .
Ich glaube, es kommt das Bild, das entstehen sollte, kommt nicht rüber und die Ideen, warum nicht, habt Ihr mir aufgezeigt. Ich denke, der Text geht in Ablage P und ich setze dann irgendwann mal neu mit dem Thema/der Idee an...

Danke und liebe Grüße

leonie

Niko

Beitragvon Niko » 10.04.2011, 15:08

ich finde, das musst du nicht zwingend in ablage P verschwinden lassen, leonie. ich würde einfach versuchen, die kribbeligen sachen anders auszuformulieren. das gerüst des ganzen finde ich gut.

liebe grüße: niko

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Beitragvon leonie » 10.04.2011, 21:35

Also, ich habe es mal versucht und das Lametta abgemacht. Was meint Ihr?

Liebe Grüße

leonie

Max

Beitragvon Max » 10.04.2011, 22:16

Liebe Leonie,

gefällt mir schon viel besser .. ich muss es noch mal auf einem Kopf zergehen lassen ;-)

Liebe grüße
max

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 10.04.2011, 22:16

Hallo leonie, da ich die ungeschmiedet perlenden Ornamente nicht mochte, finde ich es in der II. Fassung besser.

Stutze aber bei der "verschwendeten" Zeit, da das ja nur ironisch gemeint sein kann und die Ironie m. E. nicht zum Gedicht passt. Die geschenkte Zeit finde ich viel besser und schöner.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 10.04.2011, 22:22

"Saphirnes Gewölbe" war wirklich zu schwer lastend, aber "Saphirhimmel" klingt m. E. nicht schöner. Unter dem Himmel aus Saphir - wenn Dir saphirner Himmel zungenbrecherisch erscheint - oder so etwas ... ?

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leonie
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Beitragvon leonie » 10.04.2011, 22:26

Hallo Max und Amanita,

ich habe mal in saphirnen Himmel geändert.

Eigentlich habe ich "verschwendete Zeit" verwendet, weil ich infrage stelle, ob Zeit veschwenden" etwas Negatives ist...

Aber die Option "geschenkte Zeit" behalte ich auf jeden Fall, da muss ich noch mal in mich gehen...

Danke Euch und liebe Grüße

leonie

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Beitragvon Amanita » 10.04.2011, 22:30

Verschwendete Zeit: Dein Gedankengang ist klar.

Aber Du führst uns doch gerade vor, wie Du die Zeit für Dich nutzt! Das ist doch Thema Deines Gedichts!


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