(Zweitfassung)
Das Klingeling der Fahnen an der Tanke,
ihr Vater war der Pächter. 's war einmal!
Ich sage Tschüss und sage noch mal Danke.
Wie ich an dieser ersten Liebe kranke!
Damals war’s DEA. Heute ist’s ARAL.
Der Ostwind klingelt pingping an der Tanke.
Warum bist du gegangen? Sag mir’s, Anke!
„Ich musste gehen, hatte keine Wahl.
Und sag nicht immer Tschüss, nicht immer Danke.
Verzeih mir, hab getrunken, dass ich schwanke.
Hörst du den Notarzt? Sein Alarmsignal?“
Ich hör die Fahnen klingeln an der Tanke.
„Wir waren doch nicht glücklich. Das Gezanke,
der Dauerstreit – war er denn keine Qual?“
Ich sage trotzdem Tschüss und noch mal Danke!
Hier saßen wir so oft auf dieser Schranke;
küss mich noch einmal, nur ein einziges Mal
im Klingeling des Nachtwinds an der Tanke!
Ich sage auch nicht Tschüss und auch nicht Danke.
(Erstfassung)
Das Klingeling der Fahnen an der Tanke,
dein Vater war der Pächter. 's war einmal!
Ich sage Tschüss und sage noch mal Danke.
Wie ich an dieser ersten Liebe kranke!
Damals war’s DEA. Heute ist’s ARAL.
Der Ostwind klingelt pingping an der Tanke.
Warum bist du gegangen? Sag mir’s, Ranke!
„Ich musste gehen, hatte keine Wahl.“
Ich sage Tschüss und sage noch mal Danke.
„Verzeih mir, hab getrunken, dass ich schwanke.
Hörst du den Notarzt? Sein Alarmsignal?“
Ich hör die Fahnen klingeln an der Tanke.
„Wir waren doch nicht glücklich. Das Gezanke,
der Dauerstreit – war er denn keine Qual?
Ich sage Tschüss und sage noch mal Danke!“
Komm, setz dich zu mir, hier auf diese Schranke;
sei nur noch einmal zärtlich – nur einmal,
im Klingeling des Nachtwinds an der Tanke,
und sag nicht immer Tschüss, nicht immer Danke!
Das Klingeling der Fahnen an der Tanke
Liebe fenestra,
es ist merkwürdig bei mir mit den Versen: Irgendwie widerstrebt es mir, sie durchgehend völlig gleich zu halten. Sie kommen mir dann wie Soldaten im Gleichschritt vor. Aber vielleicht hab ich auch einfach nicht so ein feines Rhythmusgefühl wie z.B. Ferdi, der ja die irrwitzigsten Feinheiten aus einem Vers herauslauschen oder in ihn hineinpacken kann.
Ich benutze den Blankvers, weil er mir am geläufigsten ist und weil er sich auch gut und unkompliziert liest. Aber an drei Stellen fängt die Zeile nicht mit einer unbetonten, sondern einer betonten Silbe an: "Damals war's DEA...", "Hörst du den Notarzt ...", und "küss mich noch einmal", in allen drei Fällen kehre ich aber noch in derselben Zeile ins vorige Versmaß zurück. Das liest sich dann zunächst wie ein Fehler, aber für mich sind es eher Synkopen, die das Gleichmaß durchbrechen und aufmerksam machen sollen. Ähnliches gilt für "einziges Mal" - da gerät das lyrische Ich ins Stottern und Stolpern, und das mag ich und könnte es, glaube ich, auch durchaus glaubhaft lesen.
DEA kenn ich nur in einem Wort gesprochen wie dea lat. für Göttin.
Hallo Leonie,
siehe oben! Das lyrische Ich ist verlegen bei seiner letzten Bitte, verletzt das Versmaß und sagt unschöner Weise zweimal "auch nicht". Scheint mir passend!
Hallo Last,
vielen Dank für die Rückmeldung. Sie ist durchaus konstruktiv, aber vielleicht keine Kritik!
Mit Dank für Befassung
Quoth
es ist merkwürdig bei mir mit den Versen: Irgendwie widerstrebt es mir, sie durchgehend völlig gleich zu halten. Sie kommen mir dann wie Soldaten im Gleichschritt vor. Aber vielleicht hab ich auch einfach nicht so ein feines Rhythmusgefühl wie z.B. Ferdi, der ja die irrwitzigsten Feinheiten aus einem Vers herauslauschen oder in ihn hineinpacken kann.
Ich benutze den Blankvers, weil er mir am geläufigsten ist und weil er sich auch gut und unkompliziert liest. Aber an drei Stellen fängt die Zeile nicht mit einer unbetonten, sondern einer betonten Silbe an: "Damals war's DEA...", "Hörst du den Notarzt ...", und "küss mich noch einmal", in allen drei Fällen kehre ich aber noch in derselben Zeile ins vorige Versmaß zurück. Das liest sich dann zunächst wie ein Fehler, aber für mich sind es eher Synkopen, die das Gleichmaß durchbrechen und aufmerksam machen sollen. Ähnliches gilt für "einziges Mal" - da gerät das lyrische Ich ins Stottern und Stolpern, und das mag ich und könnte es, glaube ich, auch durchaus glaubhaft lesen.
DEA kenn ich nur in einem Wort gesprochen wie dea lat. für Göttin.
Hallo Leonie,
siehe oben! Das lyrische Ich ist verlegen bei seiner letzten Bitte, verletzt das Versmaß und sagt unschöner Weise zweimal "auch nicht". Scheint mir passend!
Hallo Last,
vielen Dank für die Rückmeldung. Sie ist durchaus konstruktiv, aber vielleicht keine Kritik!
Mit Dank für Befassung
Quoth
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.
Hallo Quoth,
hier wurde schon so viel zum Gedicht geschrieben, dass ich mich jetzt einfach traue nur zu schreiben, dass ich die erste Zeile wirklich klasse finde. :) Ein Ohrwurm, der im Gedächtnis bleibt und sicher immer wieder an Tankstellen auftauchen wird.
Liebe Grüße
Flora
hier wurde schon so viel zum Gedicht geschrieben, dass ich mich jetzt einfach traue nur zu schreiben, dass ich die erste Zeile wirklich klasse finde. :) Ein Ohrwurm, der im Gedächtnis bleibt und sicher immer wieder an Tankstellen auftauchen wird.
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
Hallo Quoth,
Nein, ernsthaft, die restlichen Zeilen erreichen mich einfach nicht, ich kann mit ihnen nichts "anfangen". Vielleicht weckt auch die erste Zeile in mir eine andere Erwartung, gegen die dann die erzählte Geschichte und die Danke Anke Reime für mich zu stark abfallen ... Aber du siehst ja auch, dass es anderen Lesern ganz anders geht.
Liebe Grüße
Flora
besser als nichts.Vielen Dank, Flora - aber eine Ohrwurmzeile von insgesamt 19 ist eben doch ein bisschen ärmlich, oder?
Nein, ernsthaft, die restlichen Zeilen erreichen mich einfach nicht, ich kann mit ihnen nichts "anfangen". Vielleicht weckt auch die erste Zeile in mir eine andere Erwartung, gegen die dann die erzählte Geschichte und die Danke Anke Reime für mich zu stark abfallen ... Aber du siehst ja auch, dass es anderen Lesern ganz anders geht.
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
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