Skizzen einer dressierten Panik
Skizzen einer dressierten Panik
oder gefährliche Gründe
[align=right]wenn du vor nichts angst hast
solltest du auf der hut sein[/align]
Zeiten der Konditionierung
skills - skills - skills
Einatmen ~ ausatmen
Beruhig dich!
|ein|aus|ein|aus|
Nicht zu tief!
|ein|aus|ein|aus|
Flach ganz flach
bis die Tüte prall
|ein|aus|ein|aus|
Die Tropfen kondensieren
brauchst co2
|ein|aus|ein|aus|
Du kennst es doch!
|ein|aus|ein|aus|
bis der Bleigürtel sich löst
a t m e n
[align=right]die schnur
diese ewige schnur
gegossen seit jener unzeit
drosselt henkt würgt
lebenszufuhr
nullzeit
STOPP![/align]
Auf dem Zebrastreifen
gehe ich los
ohne zur Seite zu schauen
Abgründe ~ Ja! ~ Abgründe
Zeigt die Ampel gelb-rot
würgt das Tier in mir
fletscht seine Zähne
krallt sich meine Luft
wenn ich es nicht zähme
[align=right]verfalle ich der
versuchung tanzt
der freie wille
im menschlichen takt[/align]
Luft ist raus
ich klicke auf AUS
bevor der Wolf
aus dem Sprung zubeißt
Ergebe mich der Versuchung
Falle|Falle|Falle
Wenn ich ausgehe
sieht jeder nur das AN in mir
und es ist gut
Un|echt|zeit
© Gabriella Marten Cortes 2011
Liebe Gabriella,
die anderen Kommentare habe ich jetzt nur überflogen und blieb an den Worten "Betroffenheitslyrik", "Therapiegedicht" hängen. Ja, es ist natürlich beides. Aber dafür ist es sehr gut gemacht! Sowohl von der Sprache, als von der Form her transportiert es die Szene eindrucksvoll - einmal der gehetzte Zeilenumbruch (links-/rechtsbündig), dann die Tiermetaphern. Übrigens steckt auch im ZEBRAstreifen ein gehetztes Tier, vielleicht könnte man das noch entfesseln!
Wenn du das Thema mal in einer ganz neuen Version weniger therapeutisch verarbeiten möchtest, versuche doch mal, all das Atmen, Schauen, Gehen wegzulassen und das lyr. Ich, statt auf eine Straße und an eine Ampel, in eine surreale Umgebung zu setzen, z.B. in eine zugebundene Plastiktüte (Atemnot) oder auf sumpfigen Boden (Verlust der Sicherheit), einen kalten Wasserfall (Angstschweiß) im Rücken. Dann kann zwar keiner mehr erschließen, um was für eine Phobie es sich handelt, dafür wird der Text übertragbar auf ähnliche Phobien, die andere Auslöser haben und er wird mehrschichtiger.
Viele Grüße
fenestra
die anderen Kommentare habe ich jetzt nur überflogen und blieb an den Worten "Betroffenheitslyrik", "Therapiegedicht" hängen. Ja, es ist natürlich beides. Aber dafür ist es sehr gut gemacht! Sowohl von der Sprache, als von der Form her transportiert es die Szene eindrucksvoll - einmal der gehetzte Zeilenumbruch (links-/rechtsbündig), dann die Tiermetaphern. Übrigens steckt auch im ZEBRAstreifen ein gehetztes Tier, vielleicht könnte man das noch entfesseln!
Wenn du das Thema mal in einer ganz neuen Version weniger therapeutisch verarbeiten möchtest, versuche doch mal, all das Atmen, Schauen, Gehen wegzulassen und das lyr. Ich, statt auf eine Straße und an eine Ampel, in eine surreale Umgebung zu setzen, z.B. in eine zugebundene Plastiktüte (Atemnot) oder auf sumpfigen Boden (Verlust der Sicherheit), einen kalten Wasserfall (Angstschweiß) im Rücken. Dann kann zwar keiner mehr erschließen, um was für eine Phobie es sich handelt, dafür wird der Text übertragbar auf ähnliche Phobien, die andere Auslöser haben und er wird mehrschichtiger.
Viele Grüße
fenestra
Hi fenestra,
ja, Zebrastreifen, da steckt Schwarz/Weiß-Denken mit drin.
zugebundene Plastiktüte! Ja, das ist eine Idee. Weil, wenn man bei einer Hyperventilationsattacke in die Tüte atmet und sich - je nach Größe der Tüte - relativ schnell Kondensationstropfen bilden, man diese Tüte dann unbedingt öffnen muss.
Und wenn die Tüte zugebunden ist? --> erstickt man. Das würde ein ziemlich heftiger Text werden, der mit dem Exitus des Ichs endet, aber dann *Sarkasmus an* wäre auch die Phobie vorbei *Sarkasmus aus*. Mann, mann, ihr bringt mich auf Ideen!.gif)
Saludos
Gabriella
ja, Zebrastreifen, da steckt Schwarz/Weiß-Denken mit drin.
fenestra hat geschrieben:Wenn du das Thema mal in einer ganz neuen Version weniger therapeutisch verarbeiten möchtest, versuche doch mal, all das Atmen, Schauen, Gehen wegzulassen und das lyr. Ich, statt auf eine Straße und an eine Ampel, in eine surreale Umgebung zu setzen, z.B. in eine zugebundene Plastiktüte (Atemnot) oder auf sumpfigen Boden (Verlust der Sicherheit), einen kalten Wasserfall (Angstschweiß) im Rücken. Dann kann zwar keiner mehr erschließen, um was für eine Phobie es sich handelt, dafür wird der Text übertragbar auf ähnliche Phobien, die andere Auslöser haben und er wird mehrschichtiger.
zugebundene Plastiktüte! Ja, das ist eine Idee. Weil, wenn man bei einer Hyperventilationsattacke in die Tüte atmet und sich - je nach Größe der Tüte - relativ schnell Kondensationstropfen bilden, man diese Tüte dann unbedingt öffnen muss.
Und wenn die Tüte zugebunden ist? --> erstickt man. Das würde ein ziemlich heftiger Text werden, der mit dem Exitus des Ichs endet, aber dann *Sarkasmus an* wäre auch die Phobie vorbei *Sarkasmus aus*. Mann, mann, ihr bringt mich auf Ideen!
.gif)
Saludos
Gabriella
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