Skizzen einer dressierten Panik

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Mucki
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Beitragvon Mucki » 25.02.2011, 12:19


Skizzen einer dressierten Panik
oder gefährliche Gründe

[align=right]wenn du vor nichts angst hast
solltest du auf der hut sein
[/align]


Zeiten der Konditionierung
skills - skills - skills
Einatmen ~ ausatmen
Beruhig dich!
|ein|aus|ein|aus|
Nicht zu tief!
|ein|aus|ein|aus|
Flach ganz flach
bis die Tüte prall
|ein|aus|ein|aus|
Die Tropfen kondensieren
brauchst co2
|ein|aus|ein|aus|
Du kennst es doch!
|ein|aus|ein|aus|
bis der Bleigürtel sich löst
a t m e n

[align=right]die schnur
diese ewige schnur
gegossen seit jener unzeit
drosselt henkt würgt
lebenszufuhr
nullzeit
STOPP!
[/align]

Auf dem Zebrastreifen
gehe ich los
ohne zur Seite zu schauen
Abgründe ~ Ja! ~ Abgründe

Zeigt die Ampel gelb-rot
würgt das Tier in mir
fletscht seine Zähne
krallt sich meine Luft
wenn ich es nicht zähme

[align=right]verfalle ich der
versuchung tanzt
der freie wille
im menschlichen takt
[/align]


Luft ist raus
ich klicke auf AUS
bevor der Wolf
aus dem Sprung zubeißt
Ergebe mich der Versuchung
Falle|Falle|Falle

Wenn ich ausgehe
sieht jeder nur das AN in mir
und es ist gut

Un|echt|zeit



© Gabriella Marten Cortes 2011

Klara
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Beitragvon Klara » 25.02.2011, 14:17

Hallo Gabriella,
den Text finde ich spannend - und irgendwie noch nicht fertig.
Es sind einzelne Skizzen, so ja auch der Titel, die mir für einen einigen Text noch zu unverbunden da liegen wie Bruchstücke.
Also geb ich dir einfach mal ein paar SKizzen eines Feedbacks ;)

Der Untertitel gefällt mir nicht - zu erklärend, ohne etwas zu erklären. Der Titel dagegen ist toll, hat mich zum Öffnen des Threads veranlasst.

Das erste, ich sag mal "Motto" rechts klingt arg nach Sinnspruch.

Gut find ich dann den ersten Teil links, die zweite Skizze sozusagen.
Da hyperventiliert jemand, und es ensteht sofort Bild und Gefühl dazu. "Konditionierung" verstehe ich nicht.

"die schnur" - auch sehr eindringlich.

Die Zebrastreifenskizze bricht es, auch die wiederum erklärenden und emphatisch wiederholten "Abgründe" sehe ich nicht vor mir, sie werden nur behauptet, scheint mir, denn der Abgrund - wo wäre er am Zebrastreifen? Metapher fürs Überfahrenwerden? Das ist dann kein Abgrund, sondern ein Unfall.

Gelb-rot versteh ich wieder nicht, das Wiederholen des Würgens - diesmal des Tieres "in mir" (arg verbrauchte Metapher) wirkt ungeschickt.

fletscht seine Zähne
krallt sich meine Luft
wenn ich es nicht zähme

Das ist wieder nachvollziehbar, als Bild.

die "versuchung" als voraussetzung für das menschliche Maß im "freien willen" erschließt sich mir nicht. Was hat hier überhaupt der freie Wille und die Versuchung verloren? Die Versuchung zu sterben, sich dem Tod hinzugeben - oder als Versuchung zu leben?

Luft ist raus
ich klicke auf AUS
bevor der Wolf
aus dem Sprung zubeißt
Ergebe mich der Versuchung
Falle|Falle|Falle

Hier denke ich an ein Gerät, das beim Atmen hilft. Das man nicht unbedacht ausstellen sollte. Woher kommt der Wolf? Wäre er "das Tier "in mir"? Warum ein Wolf?
"raus" wirkt hässlich ohne die vollständige Wendung "Die Luft ist raus"

Wenn ich ausgehe
sieht jeder nur das AN in mir
und es ist gut

Ich mag den Klang von "das An in mir", verstehe nicht, was daran gut ist, fühle mich als Leser im Stich gelassen, weil ich doch gern das offenbar schlimme Leiden verstehen würde.

Die Schlussfolgerung verstehe ich dann auch wieder nicht, bin aber auch kein ausgesprochener Fan dieser Senkrechtstriche zwischen Worten, als könne man sich nicht entscheiden, was man nun sagen wolle.

Un|echt|zeit

Was denn nun. Unecht? Un? Echt? Zeit? Echtzeit?

Das Erkärende nimmt dem Text die Bildkraft. Ich könnte mir vorstellen, dass daraus was werden kann, etwas für mich Stimmigeres als das rein Expressivistische, das ich im Moment dort lese und nicht entziffern kann, weil zu viele Bruchstücke fehlen.

herzlich
klara

Mucki
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Beitragvon Mucki » 25.02.2011, 14:31

Hallo Klara,

und ich dachte, der Text ist viiiiel zu deutlich! ,-)
Ich warte erst mal weitere Kommentare ab, ok? Für mich (klar *g*) ist hier eine gerade Linie drin mit Beginn und Schluss. Und auch das letzte Wort "Un|echt|zeit" sagt m.E. alles aus, was es aussagen soll.
Danke dir für dein Feedback!

Saludos
Gabriella

Sam

Beitragvon Sam » 25.02.2011, 17:42

Hallo Gabriella,

dieses Gedicht wirkt auf mich in erster Linie durch Form und Behauptung, weniger durch Sprache. Eine Aussage, die keinerlei Bewertung enthält.

Offensichtlich geht es hier um eine Phobie. Wobei die Phobie selber in einer zweiten Ebene reflektiert wird. Das Thema des Gedichtes ist also der Umgang mit der Phobie, oder, wie der Titel es sagt, die Beobachtung einer dressierten Panik. Dressiert, weil sie als solche erkannt und mit diversen Mitteln dagegen anzusteuern versucht wird.

Die Art der Phobie erschließt sich mir nicht.
Das Gedicht setzt ein in dem Moment, in dem das LyrI das Problem im Griff zu haben glaubt. Aber eine innere Stimme warnt es. Und tatsächlich, es passiert. Die Phobie ergreift das LyrI. Aber es weiß damit umzugehen.

Die Gestaltung des Textes erinnert an ein Hin-und-herschauen, nach links nach rechts nach links. Das Angstvolle ist hier sehr gut visualisiert.

Auch die Unechtzeit am Ende ist plausibel. Weil man die Angstphase kaum als echte Zeit empfindet, sonder als eine, in der man sich selbst fremd ist, gerade weil man ja in der Lage ist, den eigenen Zustand zu reflektieren.

Mir ist der Text einen Hauch zu therapeutisch. Was aber nicht heißt, dass er in seiner Gestaltung sein Thema nicht gut widerzuspiegeln weiß.

Gruß

Sam

Mucki
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Beitragvon Mucki » 25.02.2011, 18:55

Hi Sam,
Sam hat geschrieben:dieses Gedicht wirkt auf mich in erster Linie durch Form und Behauptung, weniger durch Sprache.

Hast du einen Vorschlag, wie es mehr "sprechen" würde. Ich habe ja praktisch alles in Ich-Form geschrieben und dadurch schon befürchtet, das Ganze rutscht in die Betroffenheitslyrik.
Sam hat geschrieben:Die Art der Phobie erschließt sich mir nicht.

Steht im Titel und auch im Text. Es geht um Panikattacken, bei denen das Ich heftig hyperventiliert, wie Klara ja auch schon schrieb. In welchen Situationen das Ich diese Panikattacken hat, wird im letzten Absatz skizziert.
Sam hat geschrieben:Wobei die Phobie selber in einer zweiten Ebene reflektiert wird. Das Thema des Gedichtes ist also der Umgang mit der Phobie, oder, wie der Titel es sagt, die Beobachtung einer dressierten Panik. Dressiert, weil sie als solche erkannt und mit diversen Mitteln dagegen anzusteuern versucht wird.

Reflektiert sehe ich das nicht. Ich beschreibe hier, wie jemand mit diesen Panikattacken umgegangen ist (der Konditionierungsteil) und wie das Ich letztlich scheitert (vorletzter Absatz: Ich klickt auf AUS, das Ich geht in die Falle, sprich, "schießt" sich ab).
Sam hat geschrieben:Mir ist der Text einen Hauch zu therapeutisch.

Das liegt vermutlich an Worten wie "Konditionierung", "skills" und überhaupt am Passus, in dem gezeigt wird, wie das Ich gelernt hat, bei einer Hyperventilationsattacke vorzugehen. "Konditionierung", "skills" sind Begriffe aus der Verhaltenstherapie. Insofern stimmt es schon, was du schreibst.
Mir ist das jedoch wichtig, um aufzuzeigen, was das Ich bereits erlebt hat und eben dennoch scheitert.
Danke dir für dein Feedback.

Saludos
Gabriella

Trixie

Beitragvon Trixie » 26.02.2011, 12:33

Hi Gabi,

ich finde den Text auf den ersten Blick sehr mächtig, aber am Ende des Lesens fand ich ihn doch dicht und locker genug, um nicht davon erschlagen zu werden. Mir gefällt er sehr gut, ich finde ihn sehr nachvollziehbar. Doch ich habe das Gefühl, er lässt mich noch nicht so richtig an sich heran. Vielleicht, weil es sooo subjektiv ist und eigentlich wirklich NUR um das ICH geht und gar nicht so sehr um die Umstände, die Außenwelt, die mich ja beeinhaltet. Das ist so ein bisschen wie wenn man aus dem Augenwinkel spürt, dass jemand schräg hinter einem weint, dies aber verbirgt, sobald man ihn sieht und so tut, als wäre nichts. Das kann einen dann gar nicht so sehr berühren, weil es gar nicht so sehr zugelassen wird. Andererseits spiegelt das ja auch gerade wieder, was das Problem ist - nämlich dass der Gedanken an die Panik an sich schon genau diese hervorruft. Das ICh ist quasi Jakyll und Hyde, versteckt sich irgendwie vor sich selbst, darf eigentlich gar nicht wahrhaben, was ihm angst macht, weil sonst genau die Angst kommt, und muss ganz professionell, von außen sozusagen, sich selbst behandeln. Vielleicht fehlt mir da die persönliche Ebene des gesunden, sich selbst behandelnden Ichs, dass das Panik-Ich "ertragen" und erleben muss. Allerdings ist das wiederum gut, weil wenn die Verzweiflung vielleicht auch noch thematisiert worden wäre, dann würde es wirklich in eine Betroffenheitslyrik abrutschen.
Es ist zwar auf der einen Seite etwas für mich zu distanziert und ich stimme Klara zu, wenn sie die "Abgedroschenheit" von Ausdrücken wie "Tier in mir" und "Wolf" anspricht, wüsste da jetzt aber auch keine Lösung. Vielleicht das Tier eher beschreiben als nennen...
Andererseits kann ich nachempfinden, warum es etwas distanziert geschrieben ist und finde das sehr gut gelöst!
Also, alles in allem ist es vielleicht etwas, hm, unlyrisch, aber ich kann es dennoch als berührendes Gedicht empfinden und in die Schublade "starke Gedichte" legen ;-).

Das mal mein erster Eindruck. Da kann noch mehr kommen, hihi!

Liebe Grüße
Trix

Mucki
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Beitragvon Mucki » 26.02.2011, 12:56

Huhu Trix,

du schreibst hier was, das dem ziemlich nahekommt, was ich intendierte:
Trixie hat geschrieben:Das ist so ein bisschen wie wenn man aus dem Augenwinkel spürt, dass jemand schräg hinter einem weint, dies aber verbirgt, sobald man ihn sieht und so tut, als wäre nichts. Das kann einen dann gar nicht so sehr berühren, weil es gar nicht so sehr zugelassen wird.

Trixie hat geschrieben:wenn die Verzweiflung vielleicht auch noch thematisiert worden wäre, dann würde es wirklich in eine Betroffenheitslyrik abrutschen.

Trixie hat geschrieben:Doch ich habe das Gefühl, er lässt mich noch nicht so richtig an sich heran.

jep, das Ich lässt niemanden so nah an sich heran, dass andere merken, was mit dem Ich los ist. Es versteckt sich nicht nur, es knockt sich aus, schaltet den Panikschalter komplett aus. Andere sehen nicht, dass es "Aus" ist, sondern sehen nur das "An", sprich, das Ich funktioniert außen, ist fröhlich, locker, etc. Aber in Wirklichkeit ist es vorher durch Abgründe gegangen, verlor den Kampf und ist der Versuchung unterlegen (wieder mal in die Falle gelaufen) und hat zur "Notbremse" gegriffen. Und diese Zeit, in der das Ich "ausgeknockt" ist, für andere funktioniert, ist eben eine Un|echt|zeit. Es ist unecht, eine Unzeit für das Ich und eine Echtzeit zugleich, da das Ich, wenn es draußen ist, so in Echtzeit auftritt.
Danke dir für deinen Kommentar!

Saludos
Gabi

Mucki
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Beitragvon Mucki » 26.02.2011, 13:16

Hallo Klara,

gern möche ich noch mal auf deinen Kommentar eingehen. Einiges ist sicher auch inzwischen klarer für dich geworden.
Klara hat geschrieben:Der Untertitel gefällt mir nicht - zu erklärend, ohne etwas zu erklären.

oder gefährliche Gründe
hier habe ich "Abgründe" gekürzt auf "Gründe"
Klara hat geschrieben:Die Zebrastreifenskizze bricht es, auch die wiederum erklärenden und emphatisch wiederholten "Abgründe" sehe ich nicht vor mir, sie werden nur behauptet, scheint mir, denn der Abgrund - wo wäre er am Zebrastreifen? Metapher fürs Überfahrenwerden? Das ist dann kein Abgrund, sondern ein Unfall.

Wenn das Ich auf einer vielbefahrenen Straße, ohne zu gucken, über den Zebrastreifen geht, tun sich Abgründe auf beim Ich. Es wünscht sich quasi, überfahren zu werden, geht dieses Risiko immer wieder ein. Deshalb die Wiederholung und das Ja! Hiermit möchte ich die Todessehnsucht des Ichs darstellen.
Klara hat geschrieben:Gelb-rot versteh ich wieder nicht

Die "Ampel" muss nicht rot zeigen, es reicht gelb-rot, sprich, bei den ersten Anzeichen einer Panikattacke (Atemnot), greift das Ich sofort ein.
Klara hat geschrieben:die "versuchung" als voraussetzung für das menschliche Maß im "freien willen" erschließt sich mir nicht.

verfalle ich der
versuchung tanzt
der freie wille
im menschlichen takt

bedeutet: ich bin auch nur ein Mensch, wenn ich zur "Notbremse" greife.
Klara hat geschrieben:"raus" wirkt hässlich ohne die vollständige Wendung "Die Luft ist raus"

das ist wortwörtlich gemeint und soll auch "hässlich" wirken, da es ein grässlicher Moment ist.
Wenn du hyperventilierst, passt im wahrsten Sinne des Wortes keine Luft mehr in deine Lungen. Nichts geht mehr, da die Lungen überbläht sind. Was ich mit "Aus" meine, habe ich ja schon geschrieben. Und mit Falle meine ich auch wortwörtlich die Falle.
Der Rest dürfte durch meine anderen Kommentare klar sein, hm?

Schade, dass ich hier - wider meinen Willen - so viel erklären musste. Eigentlich tue ich dies ungern. Und bei diesem Text dachte ich wirklich, er wäre glasklar, fast zu klar sogar.
Aber ich möchte euch auch nicht rumrätseln lassen, deshalb meine Erläuterungen.

Saludos
Gabriella

Klara
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Beitragvon Klara » 26.02.2011, 23:15

Hallo Gabriella,
danke für deine Erläuterungen.

Das metaphorische "Abgründe" ist mir schon bekannt, aber als BILD in diesem Text, am Rande des Zebrastreifens, erscheint es mir dennoch ungeschickt.

Bei Gelb-Rot: ähnlich. Das Tier und die Ampel stammen aus verschiedenen Bedeutungszusammenhängen, so dass die eine Metapher der anderen die Luft, nunja, zum Atmen nimmt (um in deinem Bild zu bleiben...)

Bei dem frei tanzenden Willen: Warum nicht Notbremse? Klngt klarer.

Nein, es ist dein Text, klar, ich hab da ja nur mein offenbar borniertes Feedback gegeben. Wenn das Unsinn ist, macht es hoffentlich nichts.

herzlich!
klara

Mucki
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Beitragvon Mucki » 26.02.2011, 23:42

Hallo Klara,

wie schrieb Sam neulich so trefflich im Schlafbuch-Faden:
"ich glaube, es wäre vermessen anzunehmen, dass ein Text, wie immer er auch aussieht, jeden Leser anzusprechen vermag."
Genauso ist es. ,-)

Saludos
Gabriella

african queen

Beitragvon african queen » 27.02.2011, 17:52

Hey Gabriella,
daß du überhaupt so ein schwieriges Thema angehst zu schreiben, sagt sehr viel aus.
bin auch wie Sam der Meinung , daß der Wortgebrauch sehr therapeutisch klingt.
Könnte mir den Text gut vorstellen, wenn du mit eigenen Worten versucht zu schreiben,
nicht erklärend, vielleicht schon irgendwie verpackt, geschickt, geht so etwas humorvoll
distanziert???? Weiß es nicht genau, ein Versuch wäre es wert. Wäre für den Leser interessanter,
lyrisch, müßte auch gehen, weil vielleicht genau das der Punkt sein könnte, den Abstand zu dem
betroffensein, schaffen könnte. Dann könnte es ein sehr eigener guter Text sein.
lg
african queen

Mucki
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Beitragvon Mucki » 27.02.2011, 18:07

Liebe Gertraud,
african queen hat geschrieben:geht so etwas humorvoll distanziert????

oh je, ich fürchte nicht. Das ginge nur mit ziemlich beißendem Sarkasmus. Und das möchte ich gar nicht.
Das würde die verschiedenen Situationen, die das Ich hier durchlebt, in eine ziemliche "Schräglage" versetzen.
Auch finde ich, dass man Panikattacken nicht humorvoll angehen kann, egal, mit welcher Art von Humor.
Das wäre dann in meinen Augen zynisch.

Saludos
Gabriella

african queen

Beitragvon african queen » 27.02.2011, 18:28

Hey Gabriella,
ja warum nicht etws zynisch, wütend, oder angsvoll, ohne leidende Worte.
klar ist mir schon, wer Panikattacken bekommt, der leidet natürlich.
Wer es nicht aus eigener Erfahrung kennt, tut sich sicher schwer, es zu verstehen.
Kenne diese schwierigen Erfahrungen nur von meiner Schwester. dabei fiel mir auf,
daß immer dieselben Worte fallen. Somit bleibt sie auch die Gefangene ihrer eigenen
Worte. Deshalb bin ich auf die Idee gekommen, es mal mit einer andere Wortwahl zu versuchen.
Warum findest du, daß Humor dann sofort zynisch wäre, gibt es nichts dazwischen??
Lyrisch zu verarbeiten geht es glaube ich gar nicht. Kann mit deinen Worten schon etwas anfangen, klar,
schräg schreiben...... nur so Gedanken einer nicht Betroffenen.......
lg
Gertraud

Mucki
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Beitragvon Mucki » 27.02.2011, 18:35

Liebe Gertraud,
african queen hat geschrieben:ja warum nicht etws zynisch, wütend, oder angsvoll, ohne leidende Worte.

wenn überhaupt, dann ginge es wütend. Das ist für mich die einzige Option hier.
Dazu müsste ich den Text jedoch komplett umschreiben, sprich, es wäre ein ganz anderer.
Vielleicht mach ich das irgendwann. Mal schauen.
Dieser Text bleibt so, wie er ist, da er für mich stimmig ist, auch in seiner Komposition, gerade in seiner Komposition.

Saludos
Gabriella


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