in deinem arm

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Niko

Beitragvon Niko » 26.11.2010, 22:33




in deinem arm

wohnt die unsterblichkeit
und die stimme voller mai
spielt auf zum tanz
vieläugiger herzen

ein zeichen von ewigkeit
was aus den nächten fällt
ein gedanke an dünengras
und das was hinter den sternen wohnt

nur jetzt und ewig
wächst im blickmoos
der lebensbaum

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Eule
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Beitragvon Eule » 09.12.2010, 16:12

Hallo Niko, die ersten drei Zeilen der ersten Strophe gefallen mir gut. Das Wort "vieläugig" fällt aber ein wenig störend aus der von Dir dort verwendeten, sprachlichen Bildlichkeit.

und: ein zeichen VON ewigkeit ? Müsste das nicht mindestens DER heißen, was immer da aus den Nächten fällt ??
ein gedanke an dünengras ? ein hauch von tüll ?? ... das wirkt nicht besonders poetisch auf mich.

Mit der letzten Strophe kann ich dann schon wieder mehr anfangen. Insgesamt bestünde aus meiner Sicht aber ein wenig Überarbeitungsbedarf ! Herzliche Grüße ! ;-)
Ein Klang zum Sprachspiel.

Niko

Beitragvon Niko » 09.12.2010, 17:08

hallo arne,

danke für dein kommentieren. ob ich mit den zeilen den anspruch auf poetisches schüren wollte, weiß ich nicht so recht.
es war ein versuch, eine stimmung sozusagen bildlich umzusetzen. ist vermutlich in weiten teilen nicht gut gelungen bis misglückt. wobei ich "ein hauch von tüll" doch vehement als nicht geschrieben sehen möchte. oder meinst du, dass dir das ganze wie ein hauch von (..........ähem........by the way: müsste es nicht "ein hauch DES tülls" heißen? :pfeifen: ) tüll vorkommt? ist mir nicht ganz klar. "vieläugig scheint mir auch etwas herausfallend aus dem gefüge. sehe ich auch so. da werd ich mir was neues überlegen.

liebe grüße: niko

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Lisa
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Beitragvon Lisa » 18.02.2011, 20:26

Lieber Niko,

das ist so ein Text: Jede Zeile für sich: gut, um ein ganzes Gedicht an ihr auzuziehen! Aber so zusammen komme ich mir bombadiert vor und es fällt auch alles auseinander. Trotzdem eben auch voller Zeilen, die sich weiterzuschreiben lohnen, mein Favorit: was aus den Nächten fällt....

liebe Grüße,
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.

Herby

Beitragvon Herby » 19.02.2011, 21:44

Lieber Niko,

es geht mir ähnlich wie Lisa, ich fühle mich zum einen erschlagen von der Fülle der Bilder. Zum anderen habe ich Probleme mit Sätzen oder Begriffen wie "in deinem arm wohnt die Unsterblichkeit, stimme voller mai, zeichen von ewigkeit", die mir ein wenig zu pathetisch ausfallen (zumal ewig kurz drauf nochmals auftaucht).

Und wie Lisa finde ich "was aus den nächten fällt" als Bild alleine besonders schön (wäre für sich schon einen Text Wert :smile: ). Du hast den Text als Versuch bezeichnet, eine Stimmung bildlich umzusetzen. Könnte es sein, dass du von dieser Stimmung zu sehr hingerissen wurdest oder anders gefragt: würde etwas stimmungsmäßige Distanz helfen? Vielleicht könntest Du Dir den Text mit etwas mehr Abstand noch einmal vornehmen.

Liebe Grüße,
Herby

Niko

Beitragvon Niko » 20.02.2011, 21:15

hallo lisa und herby,

ich glaube, ich wurde von keiner stimmung hin-und hergerissen. ich habe versucht zu erzeugen. und wie man sieht, geht sowas in die hose.
nun ist ja eine weile distanz da zum text und ich muss euch in allen punkten, oder doch zumindest in den meisten recht geben.
und - da gebe ich lisa etwas mehr noch recht: es ist kein text, den man überarbeiten kann. ich kann ihn in viele teile zerlegen und aus jedem teil was neues machen. das wäre das beste.
also lass ich ihn, wie er ist und nehme ihn als fundus für neues.....
danke für euer beschäftigen mit meinem text...
liebe grüße: niko

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Eule
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Beitragvon Eule » 20.02.2011, 22:34

Hallo Niko, was hier (unter anderem) halt mal daneben ging, war (nach mehrmaligen Nachlesen) auch der Sprachstil ... irgendwie zu bekannt, für mich klangs zu sehr nach berühmten Autor/inn/en wie P.Celan oder R.Ausländer. Für sich genommen, wäre vieläugig gar nicht so unoriginell, aber hier eröffnet es den Chiffren-Reigen, der den Text dann überladet und ihn ein wenig clichéehaft macht.

Der Inhalt tritt dann in den Hintergrund, was sehr schade ist, denn das Liebesgedicht klingt schon gefühlvoll und zärtlich. Hier wäre ein weniger an Bilder einfach mehr, probiers doch nol mal. Viele Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.


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