taucht der tag hinab
taucht der tag hinab
gehe ich auf
in meinen händen
lasse sie von der leine
sie denken nicht
fließen frei im fieber
was tun sie
schau ihnen zu
nur und nur dann
wenn der tag hinabtaucht
gehe ich auf im nachgeben
Kurzfassung dazu aus dem Lyr. Dialog vom 24.4.2010
taucht der tag hinab
gehe ich auf
in meinen händen
Liebe Gerda,
ja, und das ist mir in dieser Langversion wichtig.
So ist es gedacht.
Danke für dein erneutes Feedback.
Liebe Grüße
Gabi
P.S. Sehe gerade in der Vorschau dein posting, Amanita. Dieser Fettdruck soll ja gerade ausdrücken, dass es kein Titel im eigentlichen Sinne ist. Die erste Zeile ist nur hervorgehoben. Wäre es ein Titel, stünde er mit einem Absatz darüber.
Gerda hat geschrieben:Hier schließt sich doch (d)ein Kreis, den du gezeichnet hast.
ja, und das ist mir in dieser Langversion wichtig.
Gerda hat geschrieben:meine ich, dass diese Zeile so wie sie dort steht genau richtig ist ... eben nicht als Titel sondern als Anfang des Gedichtes.
So ist es gedacht.
Danke für dein erneutes Feedback.
Liebe Grüße
Gabi
P.S. Sehe gerade in der Vorschau dein posting, Amanita. Dieser Fettdruck soll ja gerade ausdrücken, dass es kein Titel im eigentlichen Sinne ist. Die erste Zeile ist nur hervorgehoben. Wäre es ein Titel, stünde er mit einem Absatz darüber.
Hallo Gabriella,
mir gefällt das unausgesprochene Wortspiel von aufgehen und - eben nicht! - aufgeben und geben und gehen und auftauchen... während doch die Nacht sinkt...
Das find ich schön.
Weniger schön finde ich die Hände im Zusammenhang mit einer Leine (es sei denn, es handelte sich um eine Wäscheleine, aber diese Doppelbedeutung funktioniert für mich nicht beim Loslassen-Bild - wer ist "ich"? Gehören die HÄnde nicht dazu? Sind es Hunde? Diener?)
Auch, dass Hände nicht denken, empfinde ich als redundant. Und der Gedanke, dass Denken am Loslassen hinderlich sein könnte, ist mir zu banal.
Das Fieber verstehe ich nicht.
Offenbar sind es kunstschaffende Hände (darauf bin ich aber nur durch Gerdas Kommentar gekommen, im Text lese ich es nicht, kann an meiner Blindheit liegen). Warum brauchen sie das Fieber? Warum die Nacht? Das ist mir zu wenig. Und gleichzeitig zu viel Gewissheit.
Ich kann das nicht anders ausdrücken: Das Gedicht ist mir zu gewiss mit sich selbst im Fieber. Wenn man so will. Das ist natürlich nur ein Geschmackseindruck.
Interessant finde ich das Bild eines ich, das den Händen zuschaut, während sie schaffen, während sie dem Drang zu schaffen nachgeben, sich der Nacht kunstvoll hingeben.
Die Kurzversion finde ich stärker.
herzlich
klara
mir gefällt das unausgesprochene Wortspiel von aufgehen und - eben nicht! - aufgeben und geben und gehen und auftauchen... während doch die Nacht sinkt...
Das find ich schön.
Weniger schön finde ich die Hände im Zusammenhang mit einer Leine (es sei denn, es handelte sich um eine Wäscheleine, aber diese Doppelbedeutung funktioniert für mich nicht beim Loslassen-Bild - wer ist "ich"? Gehören die HÄnde nicht dazu? Sind es Hunde? Diener?)
Auch, dass Hände nicht denken, empfinde ich als redundant. Und der Gedanke, dass Denken am Loslassen hinderlich sein könnte, ist mir zu banal.
Das Fieber verstehe ich nicht.
Offenbar sind es kunstschaffende Hände (darauf bin ich aber nur durch Gerdas Kommentar gekommen, im Text lese ich es nicht, kann an meiner Blindheit liegen). Warum brauchen sie das Fieber? Warum die Nacht? Das ist mir zu wenig. Und gleichzeitig zu viel Gewissheit.
Ich kann das nicht anders ausdrücken: Das Gedicht ist mir zu gewiss mit sich selbst im Fieber. Wenn man so will. Das ist natürlich nur ein Geschmackseindruck.
Interessant finde ich das Bild eines ich, das den Händen zuschaut, während sie schaffen, während sie dem Drang zu schaffen nachgeben, sich der Nacht kunstvoll hingeben.
Die Kurzversion finde ich stärker.
herzlich
klara
Hallo Klara,
die Crux bei den meisten Texten ist, dass man meist von sich selbst ausgeht. Und so ist es hier für mich gar keine Frage, dass es sich hier um Malerei handelt. Und zwar in diesem Fall um eine ganz besondere Art der Malerei.
Die Hände, von der Leine gelassen (= von der Kopfleine gelassen), werkeln hier wie im Rausch ("frei im fieber") und zwar die Hände selbst. Es werden keine Werkzeuge wie Pinsel, Spachteln oder ähnliches benutzt, sondern wirklich nur die Hände. Sie schwelgen in Farbmassen, tun, was sie wollen und das Ich schaut dabei zu, lässt die Hände frei toben, lässt sie gewähren, genießt das Nachgeben (Aufgeben von irgendwelchen Techniken), und fühlt sich völllig frei dabei. Normalerweise sind die Hände eine Art "Diener" des Malers, Erfüllungsgehilfe von einer Technik, einem Konzept, etc.
Doch hier beschreibe ich eben einen besonderen Moment, das Loslassen und sich Hingeben in ein völlig konzeptloses Malen und das Gefühl, welches das Ich dabei hat, dieses "aufgehen im nachgeben".
Das ist für das Ich etwas Besonderes, da es sich eben sonst immer irgendwelchen Konzepten unterwirft.
In der Kurzversion kommt dieser Prozess nicht rüber. Die Aussage ist dort nur die Erkenntnis, dass die Hände nachts aktiv werden. Was aber genau geschieht, kann man m.E. nur in der Langversion erkennen.
Danke dir für dein Feedback.
Saludos
Gabriella
die Crux bei den meisten Texten ist, dass man meist von sich selbst ausgeht. Und so ist es hier für mich gar keine Frage, dass es sich hier um Malerei handelt. Und zwar in diesem Fall um eine ganz besondere Art der Malerei.
Die Hände, von der Leine gelassen (= von der Kopfleine gelassen), werkeln hier wie im Rausch ("frei im fieber") und zwar die Hände selbst. Es werden keine Werkzeuge wie Pinsel, Spachteln oder ähnliches benutzt, sondern wirklich nur die Hände. Sie schwelgen in Farbmassen, tun, was sie wollen und das Ich schaut dabei zu, lässt die Hände frei toben, lässt sie gewähren, genießt das Nachgeben (Aufgeben von irgendwelchen Techniken), und fühlt sich völllig frei dabei. Normalerweise sind die Hände eine Art "Diener" des Malers, Erfüllungsgehilfe von einer Technik, einem Konzept, etc.
Doch hier beschreibe ich eben einen besonderen Moment, das Loslassen und sich Hingeben in ein völlig konzeptloses Malen und das Gefühl, welches das Ich dabei hat, dieses "aufgehen im nachgeben".
Das ist für das Ich etwas Besonderes, da es sich eben sonst immer irgendwelchen Konzepten unterwirft.
In der Kurzversion kommt dieser Prozess nicht rüber. Die Aussage ist dort nur die Erkenntnis, dass die Hände nachts aktiv werden. Was aber genau geschieht, kann man m.E. nur in der Langversion erkennen.
Danke dir für dein Feedback.
Saludos
Gabriella
Hallo Klara und Gabriella,
als ich diesen Text vor ein paar Tagen las, hatte ich sofort die Malerei im Kopf. Das kommt daher, weil Gabriella irgendwann hier mal im Forum in einem Faden zu einem ihrer gemalten Bilder erklärt hat, welche Technik sie beim Malen verwendet. Ich wusste bisher nur nicht, dass sie während der Nacht entstehen. Doch, wenn ich an Jahre zurückdenke, hätte mir das vielleicht in den Sinn kommen können. Für mich war es wohl deshalb (aus dieser Erinnnerung heraus) ein "total offener" Text. Ich fand ihn auch sprachlich ´rund`.
Klaras Feedback find ich interessant, weil ihr Input eben ohne diese ´Kenntnis`erfolgt.
Ihren Ausdruck "sich der Nacht kunstvoll hingeben", find ich übrigens sehr schön, so schön, dass ich ihn sogar wert fände, in einem solchen Text aufzutauchen, meinetwegen, während die Nacht sinkt (grins). Das würde dann auch zum Fieber passen.
Namaste, Stefan
als ich diesen Text vor ein paar Tagen las, hatte ich sofort die Malerei im Kopf. Das kommt daher, weil Gabriella irgendwann hier mal im Forum in einem Faden zu einem ihrer gemalten Bilder erklärt hat, welche Technik sie beim Malen verwendet. Ich wusste bisher nur nicht, dass sie während der Nacht entstehen. Doch, wenn ich an Jahre zurückdenke, hätte mir das vielleicht in den Sinn kommen können. Für mich war es wohl deshalb (aus dieser Erinnnerung heraus) ein "total offener" Text. Ich fand ihn auch sprachlich ´rund`.
Klaras Feedback find ich interessant, weil ihr Input eben ohne diese ´Kenntnis`erfolgt.
Ihren Ausdruck "sich der Nacht kunstvoll hingeben", find ich übrigens sehr schön, so schön, dass ich ihn sogar wert fände, in einem solchen Text aufzutauchen, meinetwegen, während die Nacht sinkt (grins). Das würde dann auch zum Fieber passen.
Namaste, Stefan
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überlegen, ich finde es nicht störend.


