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Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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leonie
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Beitragvon leonie » 17.01.2011, 23:04

wegen Veröffentlichung gelöscht
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 18.01.2011, 07:52

Hallo leonie!

Was ich schön finde: Die Besinnung aufs Elementare einerseits, der Blick in die Galaxie andererseits. Das empfinde ich als Entsprechung zu Gott - ist das auch so gemeint?

Es gibt aber einzelne Stellen, mit denen ich nicht so richtig klar komme.
1. Strophe: Wie ist das Das ist gewiss eingesetzt? Will es zwar verstärkend, aber eigentlich doch nur wiederholen, dass es dem Ich schwindelte, wenn es die Zahlen wüsste? Oder macht es eine eigenständige Aussage?
2. Strophe: während er die Melodie seines Handys vergaß. Das lese ich als sehr/ zu indifferent. Bevor einem, rationaler Genese, scheußliche Klingeltöne in den Sinn kommen, empfindet man die Melodie als etwas Schönes (weil das Wort schön ist!) - warum vergisst der Typ gegenüber denn die Melodie und nicht sein Handy überhaupt? Bzw. warum überhört er es/ seine Melodie nicht? Warum erwähnst Du, dass er die Melodie vergisst? Wenn es nicht klingelt, ist es eh egal, und wenn es klingelt, dann hat er die Melodie wieder parat ... Du weißt, ich gehöre gar nicht zu denen, die fragen, ob etwas sein kann oder nicht, aber Du stellst ja den Sachverhalt heraus; und da kann ich nicht so richtig folgen.
3. Strophe: Hoffnung ist nicht verzeichnet, also schöpfe ich Sauerstoff. Frage: Hat man da die Wahl?
Ich habe aber vor allem Probleme mit der ersten Zeile. Warum steht die da? Hoffnung ist nicht ... lässt doch Hoffnungslosigkeit anklingen. Warum? Und warum lächelt das Ich dann?

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leonie
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Beitragvon leonie » 18.01.2011, 14:17

Liebe Amanita,

danke für Deine Rückmeldung. Zu meiner eigenen Intention will ich im Moment aber noch ncihts sagen, erstmal hören, was andere meinen.

Ich glaube, ich nehme das "das ist gewiss" tatsächlich erst einmal hinaus. Für den Lesefluss ist es in jedem Fall besser ohne...

Dann ändere ich in Klingelton statt Melodie, gemeint ist der Moment der Iriitation, bis jemand mekrt: Ah, das ist ja mein Handy...

In der dritten Strophe füge ich das Periodensystem ein. Vielleicht ist der Kontrast dann deutlicher, um den es mir geht...

Danke Dir und liebe Grüße

leonie

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 18.01.2011, 14:24

Aaaah, Periodensystem ... darauf muss man erstmal kommen! Jetzt ist es was ganz anderes!!!

Und einen Klingelton vergessen klingt ebenfalls ganz anders.

SO gefällt es mir, Dein Gedicht!

Niko

Beitragvon Niko » 18.01.2011, 15:42

hallo leonie!
zwar weiß ich um den bezug der letzten zur ersten strophe, aber dennoch käme mir das gedicht ohne die erste strophe - oder doch wenigstens in stark reduzierter form - runder vor.
ansonsten find ich´s wunderbar!

liebe grüße: niko

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leonie
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Beitragvon leonie » 18.01.2011, 21:30

Lieber Niko,

ich muss zugeben, es hätte was, die erste Strophe zu streichen...Aaaaaber: ich kann mich ncoh nicht so recht davon trennen. Ich überlege noch ein Weilchen...

Danke Dir!

Liebe Grüße

leonie

Max

Beitragvon Max » 18.01.2011, 22:05

Liebe Leonie,

irgendwie wird der Smalltalk bestimtm ankommen ;-)

Dennoch: In Strophe eins fällt mir auf, dass mir nie wegen der Zahlen schwindelte, sondern nur aufgrunde einer Beobachtung. Also, wenn Dir jetzt nicht schwindelt, wieso dann, wenn Du weißt, dass sich die Erde mit 30 km/s (das ist fix, keine Frage) und diese sich mit (ich glaube) ca. 200 km/s um das Zentrum der Milchstraße und dieses sich ... All das ist sehr schnell, aber dann finde ich die Größen- und Zeitskalen des Universums noch geaaltiger und übrigens, apropos Smalltalk mit Gott, so, dass ich ahne: Hey, ich bin mit all dem nicht gemeint.

In Strophe 2 fühle ich, dass das Handyklingeln eine Art Platzhalter ist - etwas, dass den Mann ablenken könnte und es nicht tut; auf mich wirkt es ein wenig fremd.

In Strophe 3 gefäält mir die Idee, die Hoffnung zu atmen wie Sauerstoff ... nur könnte es noch schärfer umrissen sein.. vielleicht fällt mir da noch etwas ein.

Trotzdem mag ich den Text irgendwo (das mag anders klingen ;-) )

Liebe Grüße
Max

Max

Beitragvon Max » 18.01.2011, 22:06

PS: Wenn Strophe 1 fallen sollte, wird in dem Text eindeutig zu viel gelächelt ;-)

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leonie
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Beitragvon leonie » 19.01.2011, 11:59

Lieber Max,

Hm, das liegt vermutlich daran, dass Du von Zahlen umgeben bist und sie Dir selbstverständlich sind... :-)

Mir geht es schon so, dass, wenn ich mir das klar mache, mit welcher Geschwindigkeit wir unterwegs sind, man spürt das ja eigentlich nicht, dann wirds mir schon seltsam. Was ist dagegen so ein popeliger Zug, den man als schnell empfindet?

(Andererseits: Ich habe einmal ein Foucaultsches Pendel gesehen, da wurde sichtbar gemacht, wie sich die Erde drunter wegdrehte, mit einem selber drauf. Das war unglaublich...Da war es dann doch die Beobachtung, die das auslöste.)

Ich muss über das Bleiben der ersten Strophe und Deine Anregungen nochmal nachdenken. Das mit dem Lächeln ist mir auch schon aufgefallen... Ich überlege nochmal.

Danke Dir! und liebe Grüße

leonie

Max

Beitragvon Max » 19.01.2011, 20:26

Liebe Leonie,

gerade weil ich manchmal eine Zahl sehe, weiß ich, wie wenig sie sagen ;-)

Ich glaube, dass die Zahlen schon so groß sind, dass wir eh keine Vorstellung haben. 30 km/s sind gut 100.000 km/h. Nichts, was Du kennst (außer dem Licht natürlich) fliegt annähernd so schnell .. Dazu kommt, dass wir überhaupt kein gefühl für Geschwindigkeit haben, dass es physikalisch eigentlich nur Beschleunigung und Geschwindigkeitsdifferenzen gibt .. vielleicht bin ich darum daran hängen geblieben.

Liebe grüße
Max

Louisa

Beitragvon Louisa » 20.01.2011, 09:12

Hallo Leonie!

Muss man ein mathematisches Grundverständniss haben um diesen Text zu verstehen?

(So wüsste ich wieso ich ihn nicht verstehe (bis auf einige Worte wie "Sauerstoff" - ähm - sind davon aber nicht nur 21 % in der Luft? Ein bisschen wenig Hoffnung! Wieso sagst du nicht "Luft" ?)

ich habe den Text wirklich noch nicht verstanden :(

Aber ich lese gerne hier weiter!

Liebe Grüße,
l

Liebe Grüße!
l

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Beitragvon leonie » 20.01.2011, 10:48

Liebe Louisa,

ähm, ich glaube, ich habe selbst kein besonders ausgeprägtes mathematisches Grundverständnis...Ich weiß nur, dass wir auf der Erde ziemlich schnell im All unterwegs sind...Ohne es zu merken.

In der letzten Strophe geht es um das, was irgendwo verzeichnet, messbar, nachweisbar, beweisbar und damit "Tatsache" ist und was nicht. Eigentlich geht es in dem ganzen Text darum, deshalb auch der Titel.

Hm, vielleicht stimmt die Umsetzung nicht, ich weiß im Moment nicht so recht weiter damit...

Liebe Grüße

leonie

Sam

Beitragvon Sam » 20.01.2011, 17:14

Hallo Leonie,

der Titel hat mich neugierig gemacht. Das Gedicht darunter hingegen enttäuscht, was aber zunächst nichts mit seiner Qualität, sondern eher mit meinen Erwartungen zu tun hat. Ich hatte mir dann Gott in den Zeilen etwas präsenter vorgestellt. Er ist aber nur, wie so oft, der ungenannte Adressat für Gedanken und Gefühle eines weltempfindenden und weltumarmenden Subjekts. Mir persönlich ist das zu unverbindlich, weil mein Smalltalk mit Gott bestimmt ganz anders aussähe, es wahrscheinlich gar kein Smalltalk wäre, sondern eher eine handfeste Diskussion. Smalltalk, das suggeriert doch ein recht hohes Maß an Vertrautheit. Die bewirkt, dass Hoffnung wie Sauerstoff geatmet wird. Im Kontext des Gedichtes allerdings ein sehr irdische Hoffnung, steht sie doch im Zusammenhang mit einem lächelnden Gegegenüber (der vor lauter Verzücktheit scheinbar sogar das Klingeln seines Handys ignoriert).

Bemerkenswert ist die Gebetsstruktur dieses Gedichtes, die, so glaube ich, unbewusst gestaltet wurde.
Das ist zunächst die eigene Erniedrigung, die demutsvolle Geste. Diese macht den Weg frei ums ins Innere zu gehen, Wünsche zu artikulieren, worauf Erhebung erfolgt in der hoffenden Gewissheit, die Dinge werden sich so wenden.

Interessant sind diese Zeilen:
Wüsste ich Zahlen,
so schwindelte mir.


Woher weiß sie, dass es ihr schwindeln würde, wenn sie die Zahlen wüsste. Da sie die Zahlen nicht kennt, kann sie doch unmöglich wissen, wie sie darauf reagiert. Da könnte man auch sagen: Wüsste ich den Geschmack von Biberschwänzen (beliebig ersetzbar), würde mir schlecht.

Die letzte Strophe mit dem Periodensystem gefällt mir sehr gut. Der Gesamteindruck ist aber dann doch eher durchwachsen. Man erahnt ein gewisses Gefühl hinter den Zeilen, welches aber durch selbige nicht wirklich zum Ausdruck gebracht wird.

Gruß

Sam

Quoth
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Beitragvon Quoth » 20.01.2011, 23:05

Hallo, Leonie,
unter Smalltalk stelle ich mir eigentlich etwas anderes vor als Betrachtungen zu kosmischen Vorgängen. Einzig das durchwachsene Wetter passt in den Smalltalk, der Rest gründelt doch eher tief! Die erste Strophe würde ich keinesfalls streichen, sie situiert das lyrische Ich auf einer nächtlichen Eisenbahnfahrt und macht dadurch den Rest erst verständlich.
Was mir nicht so gut gefällt, ist, dass ich die Textänderungen nicht überblicken kann. So sieht der Text wie eine Erstfassung aus, Amanitas Einwände gehen zum Teil ins Leere, es wird nicht einmal angezeigt, dass überhaupt eine oder zwei Änderungen stattfanden.
Gruß
Quoth
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.


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