Es ist vorbei
Liebe Renée,
eine konstruktive Kommentierung überlasse ich anderen, berufeneren Geistern, ich möchte Dir nur sagen, dass es mich sehr berührt hat dieses Liebeslied und dass ich es schon oft und immer wieder gerne gelesen habe.
eine konstruktive Kommentierung überlasse ich anderen, berufeneren Geistern, ich möchte Dir nur sagen, dass es mich sehr berührt hat dieses Liebeslied und dass ich es schon oft und immer wieder gerne gelesen habe.
- allerleirauh
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hallo renée,
ich gestehe, dass ich schon eine weile um deinen text herumschleiche...
er berührt mich, aber es ist nicht so leicht zu erklären, warum. zum einen wohl, weil er mir ehrlich-unpathetisch daherkommt, zum anderen, weil der beschriebene rückblick kein verbitterter ist, eher ein heiter-besinnlicher. (die überschrift lenkt die gedanken des lesers in eine andere richtung. bei "es ist vorbei" erwartet man ja schon mittelschweres drama.)
die ersten strophen erzählen mir davon, dass die kindlich-heitere sicht auf einen vergangenen lebensabschnitt oder eine abgeschlossene beziehung nicht von ungefähr kommt, sondern durchaus schmerzlich sein und qualen bereiten kann, und außerdem über einen zeitraum hinweg schwer "erarbeitet" werden muss.
du scheust dich in dem zusammenhang nicht, große worte zu machen. "feurig wort", "bruder hass", "seelenqual", "feurig messer"... - das sind mächtige, klischeebeladene wortbilder. abgesehen von der "feurig"-dopplung stören sie mich aber nicht, ich finde es eher mutig, einmal so tief in die kiste zu greifen.
im zweiten abschnitt erzählt das LYRich, dankbar und demütig, wenn man so will, und gebunden an den begriff WINTERSONNENWENDE, von einer glücklichen fügung, einem neuen liebesglück und einer neuen erkenntnis. im rückblick scheint der bisherige lebensweg doch nicht so unglücklich verlaufen zu sein, wie eingangs geschildert wird.
wieder großes wortkino, gewaltige ozeane, rosenbetten und, grüße von herrn schiller, "der Todesnachen".
was die formale gestaltung des textes anbelangt, so weiß ich auch nicht so recht, sie scheint mir willkürlich, aber andererseits auch sehr eigenwillig. (die enjambements finde ich überraschend gut!) xanthippe schrieb ja schon von einem liebeslied, ich glaube, was den text auch trägt, ist seine melodie.
lg
a
ich gestehe, dass ich schon eine weile um deinen text herumschleiche...
er berührt mich, aber es ist nicht so leicht zu erklären, warum. zum einen wohl, weil er mir ehrlich-unpathetisch daherkommt, zum anderen, weil der beschriebene rückblick kein verbitterter ist, eher ein heiter-besinnlicher. (die überschrift lenkt die gedanken des lesers in eine andere richtung. bei "es ist vorbei" erwartet man ja schon mittelschweres drama.)
die ersten strophen erzählen mir davon, dass die kindlich-heitere sicht auf einen vergangenen lebensabschnitt oder eine abgeschlossene beziehung nicht von ungefähr kommt, sondern durchaus schmerzlich sein und qualen bereiten kann, und außerdem über einen zeitraum hinweg schwer "erarbeitet" werden muss.
du scheust dich in dem zusammenhang nicht, große worte zu machen. "feurig wort", "bruder hass", "seelenqual", "feurig messer"... - das sind mächtige, klischeebeladene wortbilder. abgesehen von der "feurig"-dopplung stören sie mich aber nicht, ich finde es eher mutig, einmal so tief in die kiste zu greifen.
im zweiten abschnitt erzählt das LYRich, dankbar und demütig, wenn man so will, und gebunden an den begriff WINTERSONNENWENDE, von einer glücklichen fügung, einem neuen liebesglück und einer neuen erkenntnis. im rückblick scheint der bisherige lebensweg doch nicht so unglücklich verlaufen zu sein, wie eingangs geschildert wird.
wieder großes wortkino, gewaltige ozeane, rosenbetten und, grüße von herrn schiller, "der Todesnachen".
was die formale gestaltung des textes anbelangt, so weiß ich auch nicht so recht, sie scheint mir willkürlich, aber andererseits auch sehr eigenwillig. (die enjambements finde ich überraschend gut!) xanthippe schrieb ja schon von einem liebeslied, ich glaube, was den text auch trägt, ist seine melodie.
lg
a
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Renée Lomris
Liebe A. Ich bin froh, dass jemand etwas bemerkt hat, bei diesem Text. Ja, es ist Wortkino, er (ob es nun überzeugt oder nicht) greift tief in den Zitatenschatz und hoffentlich bleibt ein Lächeln übrig, bei soviel An- und Nachklängen der doch bekannten Textfetzen. Das feurig Messer ist "glühend" in den Liedern eines fahrenden Gesellen, (Des Knaben Wunderhorn, Mahler) - das Ganze ist von mir fast vertont, die Enjambements sind so konstruiert, dass sie Rhythmusstörungen geplanter Art darstellen. Bis zum Händchen (wie eiskalt ist dies Händchen) ist immer ein Mitschwingen bekannter Texte eingebaut.
Das Ganze ist etwas Überhöht, aber durchaus ... ehrlich
Bruder Hass -- Schlafes Bruder // geschnittten Gras --- Alles Fleisch es ist wie Gras --- etc.
Ich bin froh, dass es so einigermaßen bei dir ankam.
Großen Dank ...
Renée
Das Ganze ist etwas Überhöht, aber durchaus ... ehrlich
Bruder Hass -- Schlafes Bruder // geschnittten Gras --- Alles Fleisch es ist wie Gras --- etc.
Ich bin froh, dass es so einigermaßen bei dir ankam.
Großen Dank ...
Renée
Hallo Renee!
Ich komme gerade vom Hexameter-Faden rüber und bin gespannt, was es hier zu entdecken gibt
Bezüglich seiner Form merkt man dem Gedicht schon einigen Gestaltungswillen an. Ich war als Leser ziemlich schnell drin im regelmäßigen Auf und Ab (das du dann im zweiten Abschitt an zwei Stellen kurz aufgibst?! paar Stunden, diesem), und das hat dann die etwas schwere Wortwahl sicher getragen. Nicht, dass ich jemals etwas gegen schwere Worte gehabt hätte. Und nicht, dass ich deine "Zitate" immer zuordnen könnte
Den "-keit / -keit" Reim mag ich weniger, und küßt's ist ein zischendes Ungeheuer... Aber eigentlich sind das doch angenehme madrigalische Verse. Und es kann gut sein, dass es gerade durch sie gelingt, den Inhalt "unpathetisch", wie Allerleirauh schreibt, klingen zu lassen.
Ferdigruß!
Ich komme gerade vom Hexameter-Faden rüber und bin gespannt, was es hier zu entdecken gibt
Bezüglich seiner Form merkt man dem Gedicht schon einigen Gestaltungswillen an. Ich war als Leser ziemlich schnell drin im regelmäßigen Auf und Ab (das du dann im zweiten Abschitt an zwei Stellen kurz aufgibst?! paar Stunden, diesem), und das hat dann die etwas schwere Wortwahl sicher getragen. Nicht, dass ich jemals etwas gegen schwere Worte gehabt hätte. Und nicht, dass ich deine "Zitate" immer zuordnen könnte
Den "-keit / -keit" Reim mag ich weniger, und küßt's ist ein zischendes Ungeheuer... Aber eigentlich sind das doch angenehme madrigalische Verse. Und es kann gut sein, dass es gerade durch sie gelingt, den Inhalt "unpathetisch", wie Allerleirauh schreibt, klingen zu lassen.Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)
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Renée Lomris
Hallo Ferdi,
nun habe ich wieder etwas dazu gelernt. Die madrigalischen Verse, die freie Silbenzahl, freie Metrik und Waisen beinhalten .... das hätte ich nicht so aufmerksam gelesen, gäbe es obigen Text nicht. Jetzt bin ich vielleicht etwas besser auf weitergehende Lektüre der strengeren Formen vorbereitet.
Der Reim auf keit und heit ist nicht schön. Ich suche mal nach einer anderen Lösung. Aber küßt#s ..... ich habe immer die Diktion der großen Schauspieler (Edith Clever zB9 bewundert, die aus disem Zischmonster etwas zartes und trotzdem feuchtmundiges herauszudistillieren verstehen.
Danke für deine Betrachtung.
liebe Grüße
Renée
nun habe ich wieder etwas dazu gelernt. Die madrigalischen Verse, die freie Silbenzahl, freie Metrik und Waisen beinhalten .... das hätte ich nicht so aufmerksam gelesen, gäbe es obigen Text nicht. Jetzt bin ich vielleicht etwas besser auf weitergehende Lektüre der strengeren Formen vorbereitet.
Der Reim auf keit und heit ist nicht schön. Ich suche mal nach einer anderen Lösung. Aber küßt#s ..... ich habe immer die Diktion der großen Schauspieler (Edith Clever zB9 bewundert, die aus disem Zischmonster etwas zartes und trotzdem feuchtmundiges herauszudistillieren verstehen.
Danke für deine Betrachtung.
liebe Grüße
Renée
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