Konjugation II

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Xanthippe
Beiträge: 1312
Registriert: 27.06.2008
Geschlecht:

Beitragvon Xanthippe » 17.12.2010, 11:10

Verstecken ist aktiviert
Um diesen versteckten Text lesen zu können, mußt du registriert und angemeldet sein.

Xanthippe
Beiträge: 1312
Registriert: 27.06.2008
Geschlecht:

Beitragvon Xanthippe » 21.12.2010, 17:19

Flora hat geschrieben:Schade finde ich, dass du die restlichen Kommentare scheinbar vom Tisch gewischt hast?


Nun ja, erstens finde ich dass das abwertend klingt. So ist es sicher nicht gemeint. Mir sind die Kommentare von Dir, Max und Quoth ebenso willkommen und wertvoll wie der von Last. Nur bezüglich der Textarbeit hätte ich es redundant gefunden nach der hervorragenden Analyse von Last noch etwas zu sagen. Ich hätte ja nur wiederholen können, was er bereits so gut ausgedrückt hat.
Ich nehme zur Kenntnis, dass die Leseart für euch eher nicht möglich ist und finde das ist nichts, wozu ich mich äußern kann oder will. Es gibt ja diese zwei unterschiedlichen (vermutlich gibt es viel mehr) Arten von Einwänden an ein Gedicht. einmal hat man das Gefühl, das Wesentliche ist angekommen, aber hier und da liegt noch Potenzial zur Verbesserung, um Mißverständnisse besser auszuschliessen etc. pp. und dann gibt es diese Art von Kommentaren, mit denen ich es hier zu tun habe, dass einige Leser sagen; ich kann das nicht so lesen, nicht so abstrakt, nicht auf Sprache bezogen, und klar, ihr nennt mir auch den Grund, aber ich kann da nicht mitgehen, weil es in dieser Leseart ein Gedicht ist, das ich nicht geschrieben habe, an dem ich eigentlich auch gar nicht interessiert bin. Ich habe mir tatsächlich keine Gedanken gemacht an wen sich mein Gedicht wendet, solche Gedanken sind mir realtiv fremd. Ich habe gesagt was ich zu sagen hatte und nehme zur Kenntnis, dass das nur beschränkt ankommt, das ist eine wichtige Erkenntnis, aber was soll ich dazu sagen?

Last

Beitragvon Last » 22.12.2010, 00:13

Da muss ich mich auf Xanthippes Seite stellen: wie sollte sie auch auf Kritiken eingehen, die auf der Grundlage von fehlendem Verständnis Änderungsvorschläge machen?

Sollte sie in Erwägung ziehen, ihr Gedicht dahingehend zu bearbeiten, dass es mehr dem entspricht, das ..., - ja, was ist das eigentlich, was dann entstehen würde? Was käme heraus, wenn sie das "Du" herausnimmt und dadurch das Konzept des Gedichts so radikal umbaut, dass sogar der Titel verändert werden müsste. Dann wäre es sicher nicht mehr das Gedicht, das sie geschrieben hat, und würde nicht mehr das berichten, wovon sie bezeugen wollte.

Sie schreibt ja nicht, um hier Gefälligkeiten zu ernten. Sie schreibt um einen Prozess auszulösen. Ihre Gedichte sind Spiegelbilder ihrer Seele; sie schreibt, um die Dinge erkennen zu können, die sich dort befinden ("schreibt sie sich zu"), und dann stellt sie, wenn sie diese Spiegelbilder betrachtet, "sprachlos" fest: dass das Gedicht kein Teil ihrer Seele ist, sondern ein Objekt, das aus bloßen Worten besteht, ein Fremdkörper. Versucht sie, es zu berühren, verzerrt sich ihr Spiegelbild an jedem Berührungspunkt, wie sich die Wasseroberfläche kräuselt, als Narziss versucht sein Spiegelbild im See zu küssen.

Kommentare, die zu Textarbeit ermuntern, aber nicht auf einem grundsätzlichen Verstehen des Gedichts basieren, nicht von innen heraus geschehen, sondern von außen auferlegt sind, können nur den Spiegel dahingehend krümmen, dass das Bild immer mehr dem gleicht, was jemand anderes vielleicht sehen will. Dass diese Kommentare dabei helfen, das, was wirklich zu spiegeln ist, klarer darzustellen, ist nicht möglich.

Man kann diese Form des Narzissmus als Persönlichkeitsstörung auffassen oder einfach als schlechte Charaktereigenschaft. Das würde aber verschleiern, was damit in Wirklichkeit gemeint ist: möglichst genaue Selbstreflektion. Außenstehende werden dabei nicht abgewiesen, um sich selbst zu verherrlichen, sondern um dieser Genauigkeit gerecht zu werden.

Benutzeravatar
ferdi
Beiträge: 3260
Registriert: 01.04.2007
Geschlecht:

Beitragvon ferdi » 22.12.2010, 01:07

Hallo Last!

Gegen die Versuchungen der Wortgewalt (im wörtlichsten Sinne) mag ein Glas heiße Milch mit Honig helfen?! Versuch das doch mal :-) Abgesehen davon geht es hier doch sicher nicht um vorhandenes oder fehlendes Verständnis, sondern um die eine Art von Verständnis und um eine andere Art von Verständnis.

Hallo Xanthippe!

Also ich finde schon, dass jemand, der unter einem Gedicht eine Einschätzung hinterlässt, sich dadurch eine kurze Rückmeldung des Verfassers / der Verfasserin verdient hat - völlig unabhängig vom Inhalt des Beitrags. Einfach ein kurzes "Schön, dass du geschrieben hast". Da kann dann gerne ein riesengroßes ABER hinterdreinwandeln - das macht gar nichts; oder doch viel weniger, als einfach unter den Teppich gekehrt zu werden.

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

Xanthippe
Beiträge: 1312
Registriert: 27.06.2008
Geschlecht:

Beitragvon Xanthippe » 22.12.2010, 07:03

Hallo Ferdi,

auf der menschlichen Seite hast Du sicher Recht, das gebietet die Höflichkeit auf jede Wortmeldung einzugehen. Ich wollte ja auch mit meiner Antwort auf Flora bloß erklären, warum mir das manchmal schwerfällt. Und ehrlich: wenn ich schreibe, Danke für Deinen Kommentar wird mir das auch angekreidet. Aber vielleicht ist das ja auch eine wertvolle Herausforderung, sich mit jeder Wortmeldung zu befassen und sich dem gegenüber zu positionieren.
Danke für Deine Rückmeldung

Xanthippe
Beiträge: 1312
Registriert: 27.06.2008
Geschlecht:

Beitragvon Xanthippe » 22.12.2010, 07:05

Hallo Last,

Danke für den Beistand.
Ich mag das, wie du meine Art zu schreiben charakterisierst, narzißtische Persönlichkeitsstörung gefällt mir gut :-)

Benutzeravatar
Ylvi
Beiträge: 9473
Registriert: 04.03.2006

Beitragvon Ylvi » 22.12.2010, 08:28

Hallo Xanthi,

ich denke gerade eine Auseinandersetzung mit Unverständnis, (wobei du ja immer wieder betonst, dass man Gedichte gar nicht "verstehen" kann .-)) oder einer Leseweise, die man so nicht erwartet hat, können (für das eigene Schreiben) wertvoll und spannend sein, einen neuen Blick auf den Text oder dieses "Spiegelbild", so es denn eines sein soll, ermöglichen. Natürlich muss man den Text daraufhin weder ändern noch anpassen, das verlangt ja auch niemand. Auch keine Rechtfertigung, es geht ja nicht um Angriff und Verteidigung, sondern um Interesse am Text, an der Sicht des Gegenüber, um ein Gespräch, einen Austausch. Das habe ich glaube ich aber dir gegenüber auch schon oft genug betont? Von daher wüsste ich auch nicht, wozu wir hier Seiten und Beistand brauchen.
weil es in dieser Leseart ein Gedicht ist, das ich nicht geschrieben habe
Doch, du hast ein Gedicht geschrieben, das so gelesen werden kann.
an dem ich eigentlich auch gar nicht interessiert bin.
Schade? Das blendet dann eben alle die Stimmen aus, oder wischt sie tatsächlich vom Tisch .-), die nicht die gleiche Sicht und Leseweise haben.
Aber vielleicht ist das ja auch eine wertvolle Herausforderung, sich mit jeder Wortmeldung zu befassen und sich dem gegenüber zu positionieren.
Ja, und es bereichert das Forenleben ungemein.
Und auf menschlicher Seite ist es auch nett in einem Gespräch persönlich angesprochen zu werden. Ich muss ja nicht gleich zu einer "lieben" Flora mutieren, ein "Hallo" tut es auch. ;-)

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

Herby

Beitragvon Herby » 22.12.2010, 09:28

Hallo Xanthi,

die Ausführungen meiner Vorkommentatoren hab ich jetzt nicht gelesen, darum verzeih, sollte ich bereits Gesagtes wiederholen.

Ich lese hier vom Kampf des Individuums mit sich selbst und mit der Sprache, die sich dem Menschen in manchen Situationen schlicht verweigert. Dass dieses Sich-Verweigern, diese Begrenztheit der Sprache dann für den Menschen als sozialles Wesen zu Spannungen mit anderen führt, ist für mich die dritte Ebene in deinem Gedicht. Wobei das Verhältnis der Probleme des Individuums einerseits und der Unvollkommenheit der Sprache andererseits offen bleibt.

Ich hoffe, ich habe mich unklar genug ausgedrückt... ;-) :engel:

Herzlichst,
Herby

Xanthippe
Beiträge: 1312
Registriert: 27.06.2008
Geschlecht:

Beitragvon Xanthippe » 22.12.2010, 15:18

Hallo Herby,

ich finde nicht, dass Du Dich besonders unklar ausgedrückt hast, aber vielleicht liegt das an meiner verqueren Denkweise :spin2:

Herby hat geschrieben:Wobei das Verhältnis der Probleme des Individuums einerseits und der Unvollkommenheit der Sprache andererseits offen bleibt.


Den finde ich ein wenig kniffelig, den Satz, aber ich glaube ich kann ihn nach mehrmaligem Lesen nicht nur verstehen, sondern auch nachvollziehen, dass dieses Gedicht hin hervorgerufen hat.

Danke für den Kommentar
Xanthi

Xanthippe
Beiträge: 1312
Registriert: 27.06.2008
Geschlecht:

Beitragvon Xanthippe » 22.12.2010, 15:26

Hallo Flora,



Flora hat geschrieben: Von daher wüsste ich auch nicht, wozu wir hier Seiten und Beistand brauchen.
weil es in dieser Leseart ein Gedicht ist, das ich nicht geschrieben habe
Doch, du hast ein Gedicht geschrieben, das so gelesen werden kann.
an dem ich eigentlich auch gar nicht interessiert bin.
Schade? Das blendet dann eben alle die Stimmen aus, oder wischt sie tatsächlich vom Tisch .-), die nicht die gleiche Sicht und Leseweise haben.
Aber vielleicht ist das ja auch eine wertvolle Herausforderung, sich mit jeder Wortmeldung zu befassen und sich dem gegenüber zu positionieren.
Ja, und es bereichert das Forenleben ungemein.
Und auf menschlicher Seite ist es auch nett in einem Gespräch persönlich angesprochen zu werden. Ich muss ja nicht gleich zu einer "lieben" Flora mutieren, ein "Hallo" tut es auch. ;-)


Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, welche Art der Reaktion Du hier von mir erwartest, Dir wünscht, wenn Du immer noch das Gefühl hast, vom Tisch gewischt worden zu sein. Ich nehme zur Kenntnis, dass es andere Lesearten gibt. ich merke, dass sie nichts mit dem Gedicht zu tun haben, was ich schreiben wollte.
Und diese Maßregelungen, wie ich (man) sich hier zu benehmen hat, bin ich wirklich leid.
Xanthi

Benutzeravatar
Ylvi
Beiträge: 9473
Registriert: 04.03.2006

Beitragvon Ylvi » 22.12.2010, 18:57

Ach, ist das frustig. :sad: Wer maßregelt dich denn, Xanthi?
Ansichten sowohl über Texte, Kommentare als auch den Umgang miteinander, gibt es freilich viele und sehr unterschiedliche. Und am ehesten "versteht" man wahrscheinlich , wenn man sich darüber austauscht. Manchmal funktioniert das aber wohl einfach nicht.

Vielleicht unter einem anderen Text wieder.
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot] und 19 Gäste