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Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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leonie
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Beitragvon leonie » 04.12.2010, 18:26

Diese Tage
an denen nicht einmal
Mozart hilft

an denen du
alles verschissen Sanfte
in den Schnee schicken willst

in deinen Augen aber
brennt es

Die andern gehen spazieren.

Diese Tage
an denen du
all diese Ausdrücke

aus dem passiven Wortschatz
in den aktiven

doch hat ja alles
zwei Seiten
wie immer

Schließlich gehst du
auf die Suche

google verweigert
die Auskunft

(manchmal bist du
nicht einmal mehr sicher
dass es dich gibt)


Erste Fassung:

Diese Tage
an denen nicht einmal
Mozart hilft

an denen du
alles verschissen Sanfte
in den Schnee schicken willst

in deinen Augen aber
brennt es

Die andern gehen spazieren

Diese Tage
an denen du
all diese Ausdrücke

aus dem passiven
in den aktiven Wortschatz

doch alles wie immer
zwei Seiten hat

Schließlich gehst du
auf die Suche

google verweigert
die Auskunft

manchmal bist du
nicht einmal mehr sicher
dass es dich gibt

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 04.12.2010, 19:01

Jaja, diese verdammten Tage! Gut eingefangen, finde ich!

Eine Stelle fällt für mich aber heraus (wegen Satzbau, nicht inhaltlich):


doch alles wie immer
zwei Seiten hat


Da lese ich immer Worte, die gar nicht da sind, z. B. alles HAT wie immer ... (achstehtjagarnichtda).

Renée Lomris

Beitragvon Renée Lomris » 04.12.2010, 19:25

leonie hat geschrieben:Diese Tage
an denen nicht einmal
Mozart hilft

an denen du
alles verschissen Sanfte
in den Schnee schicken willst

in deinen Augen aber
brennt es

Die andern gehen spazieren

Diese Tage
an denen du
all diese Ausdrücke

aus dem passiven
in den aktiven Wortschatz

doch alles wie immer
zwei Seiten hat

Schließlich gehst du
auf die Suche

google verweigert
die Auskunft

manchmal bist du
nicht einmal mehr sicher
dass es dich gibt



Liebe leonie,

ich lese mehr als ich kommentiere ... und diese Tage war es doch etwas gewittrig ... das Ganze. deshalb ein frischer Kommentar, als habe es "diese Tage" nie gegeben ...

Diese Tage ... die wir alle kennen und die vir sehr klar und mit deiner speziellen Melodie eingefangen sind.

Es gibt in deinen Texten immer wieder den Versuch aus deiner eigenen Sprache ... die eine der klarsten Melancholiesprachen ist, die ich kenne, eine heitere nbeirrte und dennoch traurige, etwas enttäuschte Melancolia ... ausc diesem Ton trittst du heraus in der Zeile mit dem verschissen Sanften.

Obwohl ich wahrlich nichts gegen solche Tonalitäten habe, bin ich bei dir --- an dieser Stelle -- verwundert irritiert. Ich möchte dann entweder mehr wissen oder weniger. Wie kommt sie zu solchen Empfindungen, als gehörten sie dort nicht hin. Und das passt dann zur letzten Zeile :

Ein schöner Text
liebe Grüße
Renée

Niko

Beitragvon Niko » 04.12.2010, 19:52

hallo leonie!
ich habe bewusst jetzt mal keinen der vorangegangenen kommentare gelesen.

dein text hat das, was ich mir im moment sehr wünsche für meine texte: schwingung. du transportierst viel durch deine texte.
aaaaaaaaaaber so ein paar dinge sind mir aufgefallen:

Diese Tage
an denen nicht einmal
Mozart hilft

an denen du
alles verschissen Sanfte
in den Schnee schicken willst

in deinen Augen aber
brennt es

Die andern gehen spazieren



bis hierhin ist dein text für mich absolut gut. ohne wenn und aber. aber dann reißt es mich raus. und zwar hier:


Diese Tage
an denen du
all diese Ausdrücke

aus dem passiven
in den aktiven Wortschatz

doch alles wie immer
zwei Seiten hat


es ist schade. denn weil ich nicht herausfinden kann, was wohin gehört, komme ich ins stocken, der text bremst sich / mich aus und verliert den faden kurzzeitig. wie ist es gemeint? "diese tage, an denen du, all diese ausdrücke uas dem passiven und aktiven wortschatz, doch alles wie immer zwei seiten hat?" - eine aufzählung? dann sollte aber ein signalisierendes "und" dazwischen stehen und ein "haben" statt "hat" am ende dieser phrase. zusätzlich verwirren mich die absätze in diesem teil. sollte es aufzählend gemeint sein, warum die leerzeilen?


Schließlich gehst du
auf die Suche

google verweigert
die Auskunft



genau hier würde dein gedicht für mich perfekt enden. das, was noch folgt, ist schlussendlich ersichtlich aus dem vorangegangenen und ist für mich überflüssig.
mit dem entknoteten mittelteil und dem verkürzten ende würde es mir ein perfektes monatsgedicht.

liebe grüße: niko
PS: wenn man bedenkt, dass ich für "beschissen" sozusagen angemahnt wurde, ist "verschissen auch schon fast grenzwertig. aber mir gefällts. es dürfte hier keinesfalls fehlen!

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leonie
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Beitragvon leonie » 05.12.2010, 20:35

Hallo, Ihr Lieben,

danke schon einmal, ich denke noch nach und bin ncoh nciht so weit, ein Fazit zu ziehen!

Liebe Grüße

leonie

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leonie
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Beitragvon leonie » 07.12.2010, 11:57

Liebe Amanita,lieber Niko,

ich habe in einer neuen Version versucht, die "Stolperstelle" etwas zu glätten. Niko, ich kann mich (noch) nicht entschließen, den letzten Absatz ganz rauszunehmen, ich selber habe den Eindruck, dass es zu unklar bleibt, dass es bei der google-Suche um die Suche nach sich selbst geht.
Vielleicht meldet sich ja noch jemand dazu.

Liebe Renée,

ich danke Dir, das mit der klaren Melancholiesprache ist eine feine Wahrnehmung, ich hätte es selber nciht so sagen können, aber ich glaube, da ist was dran.
Das "verschisssen" mag ich aber weder entfernen noch präzisieren. Ich glaube, hier möchte ich es einfach so lassen wie es ist....

Danke Euch dreien! Und liebe Grüße

leonie

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Eule
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Beitragvon Eule » 06.01.2011, 16:21

Hallo leonie, ich finde (bis auf den Punkt hinter "spazieren, den würde ich beibehalten !) die erste Version besser, denn sie bündelt die inhaltlichen Motive für mich klarer, eindeutiger und aussagekräftiger. Viele Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.

Max

Beitragvon Max » 06.01.2011, 20:02

Liebe Leonie,

die zweite Fassung würde ich nehmen und so lassen :-)
Sie ist für mich ein gelungenes Gedicht, das dicht bei Dir ist und doch Neues wagt.

Gefällt mir gut.

Liebe Grüße
Max

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Beitragvon leonie » 06.01.2011, 20:30

Lieber Arne,

im Moment tendiere ich eher zur zweiten Fassung. Aber wie immer habe ich die erste natürlich für den Blick aus der Distanz abgespeichert, da entscheidet sich dann endgültig, welche Fassung das Rennen macht.

Lieber Max,

Dir auch danke, das hier freut mich sehr:

Max hat geschrieben:Sie ist für mich ein gelungenes Gedicht, das dicht bei Dir ist und doch Neues wagt.


Liebe Grüße

leonie


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