schnipsel II

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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noel
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Beitragvon noel » 28.11.2010, 18:38

die äpfel die wir
pflücken, nur gezüchtete
überRaschungen. was wissen wir,
vom wahn den wir säten,
auszer stil
_blüten die sich unsäglich
in uns breiten.

geDankensTurm, du,
nUr du
fegst allES hin
&weg. kannst du auch
neon auspusten
hinter meiner schläfe?

ich weisz, du
suchst nicht
glanz in dem ganzen geläut
du bindest astern zur wintersstatt,
doch ich suche die wärme der sonnenblume.

du, lass mich
leben in legenden
der buchstaben,
ohne dass ich mich
deplatziert empFinde

was uns verband
verDient(e) ein prädikat,
eher post-
diktat. doch 5 buchstaben
an denen sich kreaturen
ihre menschlichkeit spuren,
an denen sie sich
laben, um ihre gaben
zu beWeisen suchen,
ist mir nICHt
genug, scheint es doch
wie ein trug,
solch abGESCHMACKte
hüllsel wie ein füllsel
in unsere distanz
zu spucken.
NOEL = Eine Dosis knapp unterhalb der Toxizität, ohne erkennbare Nebenwirkung (NOEL - no observable effect level).

Wir sind alle Meister/innen der Selektion und der konstruktiven Hoffnung, die man allgemein die WAHRHEIT nennt ©noel

african queen

Beitragvon african queen » 05.12.2010, 18:23

Liebe noel,
eine Geschte in Schnipseln erzählt, sehr interessant, zum Mitdenken.
Eine persönliche und doch teilweise allgemeingültigen Charakter besitzt,
wieder geschickt verknüpt. Aktuelle Themen, die mir gefallen, wie du sie
servierst.
lg
african queen

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 07.12.2010, 12:55

Hallo noel,

ich weiß, das muss ermüdend für dich sein, .-) doch hier geht es mir mal wieder so, dass mich die Großbuchstaben so rausreißen, dass ich das Gedicht darüber verliere, (vor allem beim geDankensTurm ist mir das einfach zu viel) sie also nicht einen weiteren Raum öffnen, oder meine Aufmerksamkeit verstärken. Dabei sind da so schöne, starke Bilder drin, die doch ganz ohne "Hilfe" bestehen und wirken können.

die äpfel die wir
pflücken, nur gezüchtete
überraschungen. was wissen wir,
vom wahn den wir säten,
außer stil
_blüten die sich unsäglich
in uns breiten.

gedankensturm, du,
nur du
fegst alles hin
&weg. kannst du auch
neon auspusten
hinter meiner schläfe?

ich weiß, du
suchst nicht
glanz in dem ganzen geläut
du bindest astern zur wintersstatt,
doch ich suche die wärme der sonnenblume.

du, lass mich
leben in legenden
der buchstaben,
ohne dass ich mich
deplatziert empfinde
Bis hierher gefällt es mir sehr in seiner Eigenheit! Aber klanglich und inhaltlich kommt es für mich hier an, daher würde ich es hier auch gerne enden lassen. :-)

was uns verband
verdient(e) ein prädikat,
eher post-
diktat. doch 5 buchstaben
an denen sich kreaturen
ihre menschlichkeit spuren,
an denen sie sich
laben, um ihre gaben
zu beWeisen suchen,
ist mir nicht
genug, scheint es doch
wie ein trug,
solch abgeschmackte
hüllsel wie ein füllsel
in unsere distanz
zu spucken.
Im letzten Abschnitt zeigt es für mich unvermittelt zu weit und auch zu belehrend, sich selbst erhöhend, hinaus, verändert auch sein Sprache und wirkt eigentümlich angehängt auf mich. Vielleicht übersehe ich aber auch etwas. Ich würde es eher als Extraschnipsel kenntlich machen und für sich stehen lassen.

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)


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