Gescheitert
So knackt mit den Kiefern
kein Mensch, aber er tuts.
Perlmutt , eingebleut -
Blender, nichts als Blender.
Nun gut, ich gehe zurück. Ich atme, ich
atme. Es atmet mich.
Das wird es sein. Leib, der mich atmet.
Ich werde ihn lieben, er trägt.
Erträgt meinen Geist.
Das ist es. Nur noch meinen Leib.
Das harzige, atmende Scheit.
So knackt kein Mensch.
So atmet sich’s nicht.
Das sind Kronen, die zerbrechen.
Das ist Holz, das brennt.
Gescheitert
Kräftig...
Das kommt mir gescheit vor,
und gut, sogar zu gut, als wär's ein Plagiat...
Wenn's keines ist - Hut ab! Dann hat hier ein Dichter gesprochen.
(Scheitern ist was Anderes :))
Edit: Ich wurde darauf hingewiesen, dass mein Kommentar etwas zu grob klingen könnte. Deshalb präzisiere ich vorsorglich noch mal: Hier wollte ich kein Plagiieren unterstellen, sondern in erster Linie ein Kompliment ausdrücken. Allerdings gab es auch hier im Salon schon Plagiatsfälle, die Dunkelziffer in diesen Dingen im Internet ist vermutlich wegen der Anonymität naturgemäß sehr hoch, und der Nick "Räuber Kneißl" http://de.wikipedia.org/wiki/Mathias_Knei%C3%9Fl verführt ja geradezu zu solchen Verdächtigungen bei jemandem, der neu in einen virtuellen Raum kmmt, sich bisher nicht vorgestellt oder anders gezeigt hätte. Denn ein Räuber, was tut der? Er klautl. Und es sind allerlei Gestalten (auch im literaturinteressierten) Netz unterwegs, die seltsame und mitunter nicht ganz koschere Dinge tun. Wahrscheinlicher ist aber sicherlich, dass ich vielleicht zu misstrauisch bin. Die Hauptaussage meines Kommentars war und ist: Das Gedicht ist gelungen, kräftig, unangreifbar in der Bildsprache, steht also, für mich, über jeder Kritik.
Das kommt mir gescheit vor,
und gut, sogar zu gut, als wär's ein Plagiat...
Wenn's keines ist - Hut ab! Dann hat hier ein Dichter gesprochen.
(Scheitern ist was Anderes :))
Edit: Ich wurde darauf hingewiesen, dass mein Kommentar etwas zu grob klingen könnte. Deshalb präzisiere ich vorsorglich noch mal: Hier wollte ich kein Plagiieren unterstellen, sondern in erster Linie ein Kompliment ausdrücken. Allerdings gab es auch hier im Salon schon Plagiatsfälle, die Dunkelziffer in diesen Dingen im Internet ist vermutlich wegen der Anonymität naturgemäß sehr hoch, und der Nick "Räuber Kneißl" http://de.wikipedia.org/wiki/Mathias_Knei%C3%9Fl verführt ja geradezu zu solchen Verdächtigungen bei jemandem, der neu in einen virtuellen Raum kmmt, sich bisher nicht vorgestellt oder anders gezeigt hätte. Denn ein Räuber, was tut der? Er klautl. Und es sind allerlei Gestalten (auch im literaturinteressierten) Netz unterwegs, die seltsame und mitunter nicht ganz koschere Dinge tun. Wahrscheinlicher ist aber sicherlich, dass ich vielleicht zu misstrauisch bin. Die Hauptaussage meines Kommentars war und ist: Das Gedicht ist gelungen, kräftig, unangreifbar in der Bildsprache, steht also, für mich, über jeder Kritik.
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RäuberKneißl
Hallo Klara,
deine Sorgen in allen Ehren, doch der Räuber gibt es solche und solche, z.B. den bayerisch-populären Kneißl oder den zumindest vom Mythos her ähnlich gestrickten Schillerschen Burschen; letzterer diente als Anreger für den Nick.
Unter Umständen habe ich mit dem Einstellen gegen interne Ettikette verstoßen, die ein vorheriges Vorstellen verlangen? Ich werde das Profil in nächster Zeit ergänzen, ich muss zugeben, dass ich bisher zwar viele Texte und ihre Diskussion gelesen habe, aber wenig Autorenprofile und deshalb unsicher war, was ich da reinschreiben soll.
Inhaltlich freue ich mich über das Lob; mit Ausdrücken wie 'unangreifbar' oder 'über jeder Kritik' fühle ich mich jedoch nicht mehr wohl. Der Text war ursprünglich zum Monatsthema 'Angst' angelegt, der Titel wechselte dann von 'Zerspaltung' über 'Trennung' zum Jetzigen.
deine Sorgen in allen Ehren, doch der Räuber gibt es solche und solche, z.B. den bayerisch-populären Kneißl oder den zumindest vom Mythos her ähnlich gestrickten Schillerschen Burschen; letzterer diente als Anreger für den Nick.
Unter Umständen habe ich mit dem Einstellen gegen interne Ettikette verstoßen, die ein vorheriges Vorstellen verlangen? Ich werde das Profil in nächster Zeit ergänzen, ich muss zugeben, dass ich bisher zwar viele Texte und ihre Diskussion gelesen habe, aber wenig Autorenprofile und deshalb unsicher war, was ich da reinschreiben soll.
Inhaltlich freue ich mich über das Lob; mit Ausdrücken wie 'unangreifbar' oder 'über jeder Kritik' fühle ich mich jedoch nicht mehr wohl. Der Text war ursprünglich zum Monatsthema 'Angst' angelegt, der Titel wechselte dann von 'Zerspaltung' über 'Trennung' zum Jetzigen.
- Thomas Milser
- Beiträge: 6069
- Registriert: 14.05.2006
- Geschlecht:
Ähj, Klara,
also, jemanden mit einem Plagiatsverdacht zu begrüßen, nur, weil der Text Hammer und der Nick seltsam ist, finde ich aber ganz schön schräg ...
Tach Räuber,
und willkommen im Salon!
Zunächst mal zur Vorstellung:
Um deiner vermeintlichen Schattengestalt etwas Licht einzuhauchen, könntest du dich - wie es bei uns Ouzo ist - kurz im Blauen Cafe vorstellen. Das wird eher wahrgenommen als Einträge ins Profil.
Zum Text:
Bin beeindruckt. Rhythmik, Komposition und Bildsprache (die in keiner Weise bemüht daherkommt): Sehr stark! Das macht Spaß zu lesen, es fesselt, tönt und klingt, gibt Gas und bremst. Die Bilder ehrlich, hart und wahr. Da könnte ich mehr von vertragen.
Ahoi,
Tom.
also, jemanden mit einem Plagiatsverdacht zu begrüßen, nur, weil der Text Hammer und der Nick seltsam ist, finde ich aber ganz schön schräg ...
Tach Räuber,
und willkommen im Salon!
Zunächst mal zur Vorstellung:
Um deiner vermeintlichen Schattengestalt etwas Licht einzuhauchen, könntest du dich - wie es bei uns Ouzo ist - kurz im Blauen Cafe vorstellen. Das wird eher wahrgenommen als Einträge ins Profil.
Zum Text:
Bin beeindruckt. Rhythmik, Komposition und Bildsprache (die in keiner Weise bemüht daherkommt): Sehr stark! Das macht Spaß zu lesen, es fesselt, tönt und klingt, gibt Gas und bremst. Die Bilder ehrlich, hart und wahr. Da könnte ich mehr von vertragen.
Ahoi,
Tom.
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)
Hallo,
Tom, ich hab ja schon versucht, das zu präzisieren. War vielleicht n bisschen spontan von mir. Mir war nicht klar, dass das so arg schräg rüberkommt.
RäuberKneißl, hallo noch mal - ist eine Entschuldigung nötig, oder kannst du mit der "schrägen" Begrüßung leben? (Ich freu mich auf deinen nächsten Text!)
Grüße!
klara
Tom, ich hab ja schon versucht, das zu präzisieren. War vielleicht n bisschen spontan von mir. Mir war nicht klar, dass das so arg schräg rüberkommt.
RäuberKneißl, hallo noch mal - ist eine Entschuldigung nötig, oder kannst du mit der "schrägen" Begrüßung leben? (Ich freu mich auf deinen nächsten Text!)
Grüße!
klara
Stimme den anderen zu, toller Text! Zwar etwas rätselhaft, erst dachte ich an eine Szene im Wald, einen Baum der gefällt wird, jemand tritt zurück und schaut zu, lässt los, lässt den Atem fließen. Aber nein, du sprichst doch wohl von einem Menschen. Aber wenn dessen Kronen brechen, das Holz brennt? Ein Mensch, der entflammt ist? Der bezwungen wird?
Reich an Bezugsebenen und Deutungsweisen, dieser Text. Auch ich bin gespannt auf Weiteres von dir.
Viele Grüße
fenestra
Reich an Bezugsebenen und Deutungsweisen, dieser Text. Auch ich bin gespannt auf Weiteres von dir.
Viele Grüße
fenestra
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RäuberKneißl
Oh, die Erotik erstaunt mich!
Das lag beim Schreiben sehr fern, sehe ich auch jetzt noch nicht so ganz.
@Fenestra: Die Stimmung war von mir sehr finster gemeint. Also in die Richtung, wenn Grundlegendes schief ging - und man versucht, ein paar Reste des Selbst wieder einzusammeln, mit wenig Erfolg - ein Fegefeuer der Eitelkeiten ...
Nochmal danke für die freundliche Aufnahme in die Community!
Das lag beim Schreiben sehr fern, sehe ich auch jetzt noch nicht so ganz.
@Fenestra: Die Stimmung war von mir sehr finster gemeint. Also in die Richtung, wenn Grundlegendes schief ging - und man versucht, ein paar Reste des Selbst wieder einzusammeln, mit wenig Erfolg - ein Fegefeuer der Eitelkeiten ...
Nochmal danke für die freundliche Aufnahme in die Community!
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Last
"It's better to burn out than to fade away."
Ich sehe hier auch eher einen schizophrenen Selbstbestimmungsversuch als Erotik. Das "er" lese ich als exemplativ mit dem "ich" identisch (im Sinne einer Entfremdung).
"Scheitern" ist ursprünglich eine Metapher, mit der Verbrennung eines Verbrechers als Bildspender, eine Strafe also, die auf ein allgemeines Versagen reflektiert wird. Hier wird nicht mehr mit sich selbst ins Gericht gegangen, das Urteil ist vom ersten Vers an gefällt.
Ansprechend finde ich das Flimmern der Sprache, das durch die Suche nach der wesentlichen Bedeutung der verwendeten Worte jede Bedeutung zu verlieren droht.
Dieser Sprachverlust wird hier, neben der Titelmetapher, vor allem durch Zeilenumbrüche und damit verwobene Wortspiele arrangiert. Aber am besten gefällt mir die auf dem ersten Blick unscheinbare Äußerung: "Nun gut, ich gehe zurück." Einerseits kündigt sie die Selbstaufgabe an, scheinbar einem äußeren Druck nachgebend, scheinbar beiläufig. Andererseits ist der Rückzug ein durchweg geplanter Schritt der Selbstbehauptung.
"Nun gut", heißt es und es ist nicht klar, ob das als Höflichkeitsfloskel gegenüber einer Bedrängung, als Folgerung auf die als Blendwerk empfundene Umwelt oder als positive Grundhaltung gegenüber dem eigenen Verhalten gemeint ist. Auch das Zurückgehen nehme ich verschwommen wahr; ist es nun Beschreibend gemeint, geht wirklich jemand zurück oder ist es eine Befehlsform: Gehe zurück, mein Ich, die nur eine Absicht erklärt, die im Folgenden eventuell ausgeführt werden kann?
Durch diese Unbestimmtheiten geht das Ich in Rauch auf. Es ist alle Möglichkeiten gleichzeitig oder nur eine einzige oder keine, je nach Bedarf. Dort wo es vermutet wird, weicht es aus: geht zurück.
Gelungen sind auch die sich wiederholenden definitorischen Sätze ("Das ist ..."). Äußerungen also, die klarer nicht sein könnten, eigentlich, die jedoch eine nur scheinbare Klarheit als Hülle gebrauchen, um sich in maximaler Unbestimmtheit zu transzendieren. Mit Nachdruck wird auf etwas gezeigt, das man nicht sehen kann. (Man versuche z.B. zu bestimmen, was das "es" in Vers 10 konkret ist.)
Gescheitert werden ist keine Strafe mehr, sondern ein Opfertod. Das Ich ist durch seine Selbstaufgabe kein Mensch mehr, sondern ein Märtyrer; es ist alles, bloß nie etwas greifbares wie dieser verbrennende Scheit, den es Leib nennt.
Was hier brennt, macht das Gedicht so kräftig. Denn der Zunder ist Selbstaufgabe und Selbsterhaltung gleichermaßen. Das sich verlierende Ich macht sich an etwas fest, von dem es sich gleichzeitig löst. Solange es brennen kann, ist es noch etwas, wenigstens ein Holzscheit. Aber wenn es nicht mehr brennen würde, drohte es völlig zu verblassen.
----------
Was mich noch irritiert sind Kleinigkeiten:
- Vers 3: Leerzeichen zwischen Perlmutt und Komma ein Tippfehler?
- Vers 2: Warum in "tuts" keine Schreibweise mit Apostroph (wie in Vers 13 bei "sich's")
Sollen diese Sonderlichkeiten der Zeichensetzung etwas betonen? Z.B. "sich's" als Verschmelzung und als Trennung von sich und es?
- Vorletzte Strophe: Satzübergreifend ist "meinen Leib" noch immer an den Vers davor gebunden: "Erträgt meinen Geist." Ich lese also als Correctio: Erträgt nur noch meinen Leib.
Ich lese: ihn = meinen Körper, der meinen Geist trägt. Dann lautet aber der angesprochene Vers: Mein Leib erträgt nur noch meinen Leib. Was sogar noch Sinn macht, weil der Schizophrene seinen Körper, der ja etwas festes, etwas greifbares ist, als feindliches Objekt der Außenwelt versteht und ihm somit feindlich gegenübersteht, sich von ihm ausgeschlossen fühlt.
Für meinen Geschmack ist das aber zu pathetisch. Weshalb ich mir wünschen würde (falls das erlaubt ist), dass es lauten würde: Nur noch mein Leib. Die Entgrenzung wäre darin genau so enthalten und das Radikale durch die Verbrennungsmetaphorik sowieso gegeben. Was meinst du?
Ich sehe hier auch eher einen schizophrenen Selbstbestimmungsversuch als Erotik. Das "er" lese ich als exemplativ mit dem "ich" identisch (im Sinne einer Entfremdung).
"Scheitern" ist ursprünglich eine Metapher, mit der Verbrennung eines Verbrechers als Bildspender, eine Strafe also, die auf ein allgemeines Versagen reflektiert wird. Hier wird nicht mehr mit sich selbst ins Gericht gegangen, das Urteil ist vom ersten Vers an gefällt.
Ansprechend finde ich das Flimmern der Sprache, das durch die Suche nach der wesentlichen Bedeutung der verwendeten Worte jede Bedeutung zu verlieren droht.
Dieser Sprachverlust wird hier, neben der Titelmetapher, vor allem durch Zeilenumbrüche und damit verwobene Wortspiele arrangiert. Aber am besten gefällt mir die auf dem ersten Blick unscheinbare Äußerung: "Nun gut, ich gehe zurück." Einerseits kündigt sie die Selbstaufgabe an, scheinbar einem äußeren Druck nachgebend, scheinbar beiläufig. Andererseits ist der Rückzug ein durchweg geplanter Schritt der Selbstbehauptung.
"Nun gut", heißt es und es ist nicht klar, ob das als Höflichkeitsfloskel gegenüber einer Bedrängung, als Folgerung auf die als Blendwerk empfundene Umwelt oder als positive Grundhaltung gegenüber dem eigenen Verhalten gemeint ist. Auch das Zurückgehen nehme ich verschwommen wahr; ist es nun Beschreibend gemeint, geht wirklich jemand zurück oder ist es eine Befehlsform: Gehe zurück, mein Ich, die nur eine Absicht erklärt, die im Folgenden eventuell ausgeführt werden kann?
Durch diese Unbestimmtheiten geht das Ich in Rauch auf. Es ist alle Möglichkeiten gleichzeitig oder nur eine einzige oder keine, je nach Bedarf. Dort wo es vermutet wird, weicht es aus: geht zurück.
Gelungen sind auch die sich wiederholenden definitorischen Sätze ("Das ist ..."). Äußerungen also, die klarer nicht sein könnten, eigentlich, die jedoch eine nur scheinbare Klarheit als Hülle gebrauchen, um sich in maximaler Unbestimmtheit zu transzendieren. Mit Nachdruck wird auf etwas gezeigt, das man nicht sehen kann. (Man versuche z.B. zu bestimmen, was das "es" in Vers 10 konkret ist.)
Gescheitert werden ist keine Strafe mehr, sondern ein Opfertod. Das Ich ist durch seine Selbstaufgabe kein Mensch mehr, sondern ein Märtyrer; es ist alles, bloß nie etwas greifbares wie dieser verbrennende Scheit, den es Leib nennt.
Was hier brennt, macht das Gedicht so kräftig. Denn der Zunder ist Selbstaufgabe und Selbsterhaltung gleichermaßen. Das sich verlierende Ich macht sich an etwas fest, von dem es sich gleichzeitig löst. Solange es brennen kann, ist es noch etwas, wenigstens ein Holzscheit. Aber wenn es nicht mehr brennen würde, drohte es völlig zu verblassen.
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Was mich noch irritiert sind Kleinigkeiten:
- Vers 3: Leerzeichen zwischen Perlmutt und Komma ein Tippfehler?
- Vers 2: Warum in "tuts" keine Schreibweise mit Apostroph (wie in Vers 13 bei "sich's")
Sollen diese Sonderlichkeiten der Zeichensetzung etwas betonen? Z.B. "sich's" als Verschmelzung und als Trennung von sich und es?
- Vorletzte Strophe: Satzübergreifend ist "meinen Leib" noch immer an den Vers davor gebunden: "Erträgt meinen Geist." Ich lese also als Correctio: Erträgt nur noch meinen Leib.
Ich lese: ihn = meinen Körper, der meinen Geist trägt. Dann lautet aber der angesprochene Vers: Mein Leib erträgt nur noch meinen Leib. Was sogar noch Sinn macht, weil der Schizophrene seinen Körper, der ja etwas festes, etwas greifbares ist, als feindliches Objekt der Außenwelt versteht und ihm somit feindlich gegenübersteht, sich von ihm ausgeschlossen fühlt.
Für meinen Geschmack ist das aber zu pathetisch. Weshalb ich mir wünschen würde (falls das erlaubt ist), dass es lauten würde: Nur noch mein Leib. Die Entgrenzung wäre darin genau so enthalten und das Radikale durch die Verbrennungsmetaphorik sowieso gegeben. Was meinst du?
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Yorick
Toller Text! Sehr gerne gelesen.
Ich habe darin ein dopeltes Bild gesehen, ein Scheit im Kamin (Feuer), gleichzeitig Selbstbetrachtung und hartes Gericht, LI ist dieser Scheit. Versucht zu "sein" (atmen), scheitert am Sein. Vergeht.
Habe den Text jetzt mehrfach laut (szenisch) gelesen und großen Spaß gehabt!
Viele Grüße,
Yorick.
Ich habe darin ein dopeltes Bild gesehen, ein Scheit im Kamin (Feuer), gleichzeitig Selbstbetrachtung und hartes Gericht, LI ist dieser Scheit. Versucht zu "sein" (atmen), scheitert am Sein. Vergeht.
Habe den Text jetzt mehrfach laut (szenisch) gelesen und großen Spaß gehabt!
Viele Grüße,
Yorick.
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RäuberKneißl
Last, die genannten beiden Kleinigkeiten sind ohne tieferen Sinn, reine Schlampereien.
Der dritte Punkt: die erste Variante via 'Correctio' würde ich als widersinnig empfinden, hatte ich auch gar nicht als Lesart gesehen. Gemeint war die zweite Variante, affirmativ - dein Vorschlag ist wahrscheinlich klarer.
Irritiert hat mich bei deiner brillianten Besprechung einzig der Label "schizophrenen Selbstbestimmungsversuch" ( eventuell meintest du eher schizoid?) Mir sagen die medizinischen Kategorien als Mittel der Literaturkritik meist zu wenig. Auch wenn was dran wäre (meine Ichs schütteln ausnahmslos die Köpfe): das Thema ist letztlich ein archaisches Motiv - der 'alte Adam' Leib muss, wenn's hart auf hart kommt, als Sündenbock herhalten.
Buenas noches!
Der dritte Punkt: die erste Variante via 'Correctio' würde ich als widersinnig empfinden, hatte ich auch gar nicht als Lesart gesehen. Gemeint war die zweite Variante, affirmativ - dein Vorschlag ist wahrscheinlich klarer.
Irritiert hat mich bei deiner brillianten Besprechung einzig der Label "schizophrenen Selbstbestimmungsversuch" ( eventuell meintest du eher schizoid?) Mir sagen die medizinischen Kategorien als Mittel der Literaturkritik meist zu wenig. Auch wenn was dran wäre (meine Ichs schütteln ausnahmslos die Köpfe): das Thema ist letztlich ein archaisches Motiv - der 'alte Adam' Leib muss, wenn's hart auf hart kommt, als Sündenbock herhalten.
Buenas noches!
- Thomas Milser
- Beiträge: 6069
- Registriert: 14.05.2006
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Es ist eine Wonne,
Euch zuzuhören ...
Euch zuzuhören ...
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)
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