am gate (war vorher: am abschiedsgate)

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
scarlett

Beitragvon scarlett » 01.11.2010, 22:41

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Zuletzt geändert von scarlett am 02.03.2011, 13:31, insgesamt 4-mal geändert.

wüstenfuchs

Beitragvon wüstenfuchs » 02.11.2010, 19:13

Ein stiller, schöner Abschiedsmoment, der die Vergangenheit einfängt, eine Sommerliebesgeschichte,


Lieben Gruß
Fux

keinsilbig

Beitragvon keinsilbig » 02.11.2010, 19:22

ein wirklich wunderschön leise-eindringlicher text, scarlett!!!


sprache und bilder erzeugen eine stimmung voll leiser melancholie und resten warmen erinnerns. das gefühl des nicht-loslassen-wollens durchdringt jede zeile.

lediglich den titel empfinde ich persönlich als hürde für den text, weil als ein "unangenehmes" wortkonglomerat aus zwei sprachteilen, die nicht so recht eine einheit bilden wollen.

etwas wie "abschied an (bei/am??) gate nr. 4" (oder welche nummer auch immer) fände ich da stimmiger und sprachlich anziehender.
aber ansonsten bin ich hin und weg. ein ausgesprochen schönes stück "abschieds-lyrik"! nicht zu dick aufgetragen und auch nicht zu distanziert - und DAS halte ich für eine wahrhaft hohe kunst.


liebe grüße,

keinsilbig

scarlett

Beitragvon scarlett » 02.11.2010, 19:33

mein gott, leute, ihr macht mich so glücklich!!!!

habt tausend dank für eure rückmeldung, ich dachte echt schon, dass das alles gar nix mehr taugt, was ich so schreibe!

ja, zum titel ...
liebe keinsilbig, ich werde da mal in mich gehen, intuitiv gebe ich dir schon recht, dennoch will ich das nochmal überdenken.

ganz liebe grüße an euch,
scarlett

aram
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Beitragvon aram » 02.11.2010, 23:59

liebe monika,

(warum dachtest du denn, es taugt nichts mehr? wegen mangelnder rückmeldung, nach deinem gefühl, aus anderen gründen?)

für mich tauchen an einigen stellen dieses textes fragen auf - wonach denn noch sehnsucht, bei 'ausgesetzter kontrolle'?
- und ließe sich letzteres auch anders sagen, sozusagen 'positiv', zugunsten stärkerer resonanz im 'unterbewussten', im fühlbaren?

der perspektivische übergang von s2 zu s3? (allein in s3 gibt es kein subjekt, soweit 'noch einmal' auf 'durchleuchtet' als aktive form deutet - oder so, jedenfalls komme ich da perspektivisch ein bisschen durcheinander, verstehst du weshalb?)

'winken' deutet auf einige entfernung, 'leise' auf nähe - in der kombination fällt ein räumliches bild der szene schwer, weil ich 'leise' aufs sprechen beziehen will, nicht nur aufs in der entfernung gehört werden (ich stelle mir hier vor, dass du ein klares /reales bild dieser szene hast, das sich mir auf diese weise noch nicht vermittelt -?)

'noch einen' lässt die schlusszeile entweder doppeldeutig wirken ('einen weiteren...') oder aber gegenüber dem bisherigen 'klang' des textes etwas banal/ floskelhaft; würde ich deshalb streichen (oder schriebe "du winkst / und wünscht mir guten / flug"; aber das wäre dann schon ein andrer text, d.h. hier zu knapp) -

für mich versucht dein text eine feine, durchgängige bewegung, die schön zu spüren ist, und an den erwähnten stellen noch brüchig scheint -

liebe grüße,
aram

scarlett

Beitragvon scarlett » 03.11.2010, 10:24

hallo aram,

ich danke dir für diesen einfühlsamen kommentar.
freut mich, dass dich mein text im großen und ganzen erreicht.

du fragst, sehnsucht wonach denn noch, bei ausgesetzter kontrolle.
es geht mir hier nicht um ein wonach, sondern lediglich um die sehnsucht an sich, der eine bestimmte qualität zugeschrieben wird: so wie die worte vorher weich waren, war die sehnsucht schwer ... vielleicht zu ertragen? war die beziehung zw li und ld schwer ... von sehnsucht geprägt? das könnte man doch damit durchaus auffüllen, meine ich, oder?

danach folgt ein "und": jede kontrolle war ausgesetzt- d. h. worte/sehnsucht flossen/war unkontrolliert, unterlagen keiner "zensur", vielleicht ungebremst? die ratio ausgeschaltet? allein gefühlsmäßiges erfassen bzw. zulassen?

damit wird automatisch, dachte ich, impliziert, dass das jetzt, zu winterbeginn (es geht ja richtung winter als gegensatz zum sommer), eben anders ist; jetzt wird dsa gepäck "durchleuchtet", genau geschaut, hinterfragt ... was da allein durch den winter getragen werden muss.

der übergang von s2 zu s3 und was das subjekt anbelangt: es ist der blick aus s1, der zunächst stürzt (in den vergangenen sommer), dann das gepäck durchleuchtet.
ist das zu weit weg, dieses subjekt? zumindest beim lautlesen/vortragen kam es mir nicht so vor, dass das verständnis erschwert sei.

winken und leise sprechen ... in der tat, das geht nicht so recht zusammen.
natürlich hab ich als autorin da ein konkretes bild vor augen, aber es trägt nicht, das muss ich jetzt zugeben.

ich werde das ändern, im zusammenhang mit dem auch wieder zu recht angesprochenen "noch" der letzten zeile; ich übernehme daher gerne deinen vorschlag, aram.

schade, dass du zum titel nichts gesagt hast; hätt mich noch interessiert, da ich ja aufgrund des hinweises von keinsilbig überlege, ob ih ihn ändern soll. momentan möchte ich allerdings noch nicht so recht ...

hab nochmals vielen dank!

lg
monika

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Elsa
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Beitragvon Elsa » 04.11.2010, 10:16

Liebe Mo,

das ist wundertraurig! Ich mag auch den Titel gern, er sagt doch alles aus, was hier vorgeht.

Allerdings würde ich es hier etwas verändern, da mir etwas fehlt zwischen kontrolle/durchleuchtet.
Ich würde den Schlussvers aufteilen:

scarlett hat geschrieben:
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Was für ein feiner Text!

LiebGruß
ELsa
Schreiben ist atmen

scarlett

Beitragvon scarlett » 05.11.2010, 07:44

Liebe Elsa,

hab dank für deine rückmeldung.

diesmal jedoch geh ich nicht mit dir konform, der text erschiene mir in deiner fassung zu "zerrissen".

bitte nicht bös sein, ich lasse ihn erstmal so stehen, wie er ist.

liebe grüße,
mo

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Beitragvon Elsa » 05.11.2010, 09:14

Liebe Mo,

wie könnte ich böse sein? War nur eine Idee, die Bewegung zu verstärken. Denn das Winken ist ja erst, wenn schon das Glas zwischen LI und LDu ist, da kann man nichts mehr sagen zueinander.

Liebe Grüße
ELsa
Schreiben ist atmen

Max

Beitragvon Max » 05.11.2010, 22:18

Liebe Scarlett,

der Text scheint mir gut gelungen - die Verbesserung in der letzten Strophe scheint mir den Text noch einmal vorangebracht zu haben, es nimmt ihm etwas an übeflüssiger Dramatik.
Ich frage mich, ob man der Überschrift nicht noch das "Abschieds" nehmen kann, dies scheint mir auch ein wenig dramatisch, dass es um Abschied geht, besagt ja auch der Text.

Ansonsten ein sehr schöner Text.

Liebe Grüße
Max

scarlett

Beitragvon scarlett » 07.11.2010, 11:00

lieber max,

es scheint mir nicht unbegründet, was du zum abschied im titel schreibst.
aber nur am gate - das wär mir irgendwie auch nicht so dolle ...
was mich wieder zu keinsilbig fürht, gedanklich, am gate ... 57?

hach ... ich suche in mir nach der für mich stimmigen antwort ... aber sie winkt mir diesmal nicht ...
wahrscheinlich ist sie mit dem flieger auf und davon ...

ich danke dir für deine rückmeldung,
ich werde weiter nachdenken

lg
scarlett

Max

Beitragvon Max » 08.11.2010, 18:41

Hm, vermutlich, nein ganz sicher haben wir verschiedenen Ohren :-) .. Bei mir klang "Am Gate" grad schön.

Aber schon ok.

Liebe grüße
Max

keinsilbig

Beitragvon keinsilbig » 08.11.2010, 18:47

Max hat geschrieben:Hm, vermutlich, nein ganz sicher haben wir verschiedenen Ohren :-) .. Bei mir klang "Am Gate" grad schön.

Aber schon ok.

Liebe grüße
Max



dann habe ich wohl dieselben ohren wie max *gg

für mich klingt "am gate" auch fein.
ev. auch mit nummer hintendran. dann hat es noch zusätzlich diesen "sterilen flughafen-charakter" mit dabei, der die kehle mit ein wenig mehr zuschnürt, wenn man ohnehin schlecht im verabschieden ist...


liebe grüße,

keinsilbig

scarlett

Beitragvon scarlett » 09.11.2010, 08:02

ok, ich hab entschieden.

das dingens heißt ab sofort:

am gate

Merci euch nochmals!

lg
scarlett


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