inventur

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Niko

Beitragvon Niko » 16.09.2010, 21:58



inventur
*

und darin ist brot
sauerteig im ofen gebacken
von schwieligen händen geformt

und wieder darin
ein choral der reinen art
schwebend über hängenden aussichten

und darum
ein paket aus postkarten
bunt bedruckt und gestempelt

ein segeltuch über blauem mohn
möcht ich sein
doch in dem gestirnten
blüht ein irrlicht
das vergessen zur frucht



*vorher: ventur
"schwielenden" in "schwieligen" geändert
Zuletzt geändert von Niko am 03.10.2010, 11:20, insgesamt 4-mal geändert.

Niko

Beitragvon Niko » 03.10.2010, 10:39

trotz günter eich - er wird´s mir hoffentlich nachsehen - hab ich den titel jetzt in "inventur" abgeändert.

vielen dank euch allen nochmal für´s auseinandersetzen mit mir und dem text!

liebe grüße: niko

Quoth
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Beitragvon Quoth » 03.10.2010, 11:00

Lieber Niko,
ja, so hat es Hand und Fuß - wobei Hand mich auf meinen Wunsch bringt, die "schwielenden" durch "schwielige" Hände zu ersetzen. Aber diese Worterfindung scheinst Du für eine Bereicherung des Textes zu halten. Schwiele kommt von schwellen - schwellende Hände wären möglich, aber vielleicht weniger deutlich.
Gruß
Quoth
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.

Niko

Beitragvon Niko » 03.10.2010, 11:18

danke für deinen (erneuten) hinweis, quoth.... nö....nix bereicherung. schwielige hände werden es dann sein. denn von anschwellen wollte ich nicht reden, sondern von schwielen an den händen.....
werd´s ändern jetzt! danke für deine hartnäckigkeit!

grüße mal wieder: niko

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 03.10.2010, 11:58

Hallo, Niko,

ein ungewöhnlicher und assoziationsreicher Text von dir! Einzig die letzte Strophe ist mir zu kryptisch. Wieso möchte das lyr. Ich ein Segeltuch sein? Wird das Segeltuch dann zum gestirnten Himmel? Vergisst der Mohn, zu fruchten, so dass er keine Träume liefert? Über die Suche von Zusammenhängen in dieser scheinbar bedeutungsschwangeren Strophe vergesse ich die schönen Bilder der ersten drei Strophen.

Viele Grüße
fenestra

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 03.10.2010, 12:25

ich finde die letzte strophe sehr schön und voller bilder und assoziationen. denen man sich hingeben kann, die man (ich) aber auch verstehen kann.
sind es zu viele bilder und anspielungen, oder warum wirft dich das raus, fenestra? würde mich wirklich interessieren.
xanthi

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 03.10.2010, 12:58

Es handelt sich um eine Inventur, also um eine Bestandsaufnahme. Darin wird aufgezählt, was vorhanden ist, und diese Aufzählung hat Niko sehr interessant und assoziationsreich gestaltet. Dass da jemand etwas sein möchte, passt für mich nicht zu einer Inventur. Ich würde lieber in der reinen Aufzählung mit ihren vielen Möglichkeiten, zu assoziieren, was fehlt, was aufgebraucht wurde usw.. bleiben.

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 04.10.2010, 09:10

ja. das leuchtet mir ein. das leuchtet mir gut ein. obwohl ich es anders lese. und auch das berechtigt finde.
danke für die antwort.


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