Geschenk

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Zakkinen
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Beitragvon Zakkinen » 27.09.2010, 23:00

Auf dem Grund eines Sees
traf ich Dich, Deine Augen,
die grünen, erzählten
eine Geschichte vom Leben
bis zum letzten Atemzug.

Ich beschloss, Dir
meinen Stein zu schenken.

Klara
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Beitragvon Klara » 28.09.2010, 08:10

Mann - ein Bild!

Das ist toll, man kann es richtig sehen, und es läuft mir beim Gucken den Rücken runter (Angst? Sehnsucht? irgendeine Sentimentalität - keine Ahnung)

Spannend, wie das zugleich bewegt ist und steht wie ein Foto, die Aufnahme eines Fließens, das zum Ende kommt - wirklich stark.

(Zuerst hab ich noch überlegt, kann man nicht hier am Rhythmus, dort an einzelnen Buchstaben herumwischen, wetzen, setzen... - nein! auf keinen Fall. Geht nicht. Weil es ein Bild ist, und weil unter Wasser klingt. Weil da alles drin ist.)

Gefällt mir sehr!


Herzlich
klara

MarleneGeselle

Beitragvon MarleneGeselle » 28.09.2010, 08:48

Na, das nenn ich mal eine Liebeserklärung. Man sieht richtig im Geiste, wie der Stein langsam versinkt und dabei Wellen schlägt bis zum Rand der Iris.

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leonie
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Beitragvon leonie » 28.09.2010, 15:41

Lieber Henkki,

das gefällt mir. Auf dem Grund der Augen ein See habe ich schon oft gehört. Aber auf dem Grund des Sees: Augen: und dann der Stein dazu: Das ist originell, öffnet Assoziationsräume, die Bilder beginnen eine Geschichte zu erzählen.

Sehr schön, finde ich!

Liebe Grüße

leonie

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Zakkinen
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Beitragvon Zakkinen » 28.09.2010, 16:19

Hallo zusammen,

ich bin überrascht, dass Geschichten bei Euch entstehen. Und sehr froh, dass ich diese kleine Idee so offen gelassen habe, dass sie entstehen können. Ich will daher auch gar nicht erklären, was ich dabei gedacht habe. Freut mich, wenn es Euch gefällt.

Grüße
Henkki

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Zefira
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Beitragvon Zefira » 28.09.2010, 19:01

Hallo Henkki,
warum schreibst Du eigentlich nicht "Ich schenkte Dir meinen Stein"?

Frag nur mal so ...
Gruß von Zefira

/edit: Obwohl, dieses "schenken" am Ende fließt so schön ...
Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.

(Ikkyu Sojun)

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Zakkinen
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Beitragvon Zakkinen » 28.09.2010, 20:37

Hallo Zefira,

ich habe nicht wirklich drüber nachgedacht. Wenn ich es aber jetzt tue, dann ist das Beschließen wichtig. Der ganze Satz steht für einen anderen Entschluss, eine wichtige Entscheidung. Auch Dir mag ich nicht mehr erklären, mein Bild würde die anderen zerstören. Wenn Du es wissen willst, was mein Bild war, schicke ich Dir eine PN. Nur nicht enttäuscht sein dann :)

Lieben Gruß
Henkki

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Thomas Milser
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Beitragvon Thomas Milser » 28.09.2010, 23:11

Mein Lieber,

das ist ... einfach stark.

Ende.

Tom
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)

Sam

Beitragvon Sam » 29.09.2010, 17:03

Hallo Henkki,

mir gefällt das sehr und zwar durch die Verbindung von "am Grund eines Sees traf ich dich" und "Leben bis zum letzten Atemzug". Das geht unhinterfragt ins Innere und wühlt es wohlig auf.

Gruß

Sam

Max

Beitragvon Max » 29.09.2010, 21:34

Lieber Henkki,

ich weiß nicht, ob ich heute besonders kritisch bin, aber ich war zunächst ob der Kombination aus "See" und "grünen Augen" ziemlich alarmiert ... Ich verstehe aber, dass das Bild wohl im wahrsten Sinne des Wortes tiefer liegt. Ich muss ihm wohl noch Zeit geben, mich zu berühren.

Liebe Grüße
Max

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Zefira
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Beitragvon Zefira » 29.09.2010, 21:59

Hm Henkki, ich habe zwar nicht ganz verstanden, was Du mir schicken willst, aber schick gern mal, ich verspreche auch, dass ich nicht enttäuscht bin ...
Gruß von Zefira
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(Ikkyu Sojun)

Nicole

Beitragvon Nicole » 30.09.2010, 10:41

Oje, ich fall mal wieder aus dem Rahmen, fürchte ich. Warum habe ich ein ganz anderes Bild vor Augen? Für ich hat LI sich einen Stein um den Hals gehängt und ist damit in einen See gesprungen (um sich umzubringen) Auf dem Grund des Sees sieht er Ldu (hier bin ich unschlüssig, ob ein/der Wassergeister oder ev. ein anderes Suizidopfer) und verschenkt den Stein, den er um den Hals trägt. Hier bin ich wieder unsicher: entweder LI taucht dann auf (der beschwerenden Stein fehlt ja nun) und atmet - oder LI bleibt auch ohne den beschwerenden Stein unten, dann aus eigenem Antrieb... Das wieder auftauchen und weiteratmen allerdings erscheint mir in meiner Leseart prausibeler.

Ich weiß, ich denke vermutlich mal wieder unlyrisch verquer...

Nicole

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 30.09.2010, 11:06

ich habe noch eine andere assoziation. und zwar: dieses bis zum letzten atemzug gelebte leben, dieses vorbild wird zerstört durch den stein, der das wasser in bewegung bringt.
also dieses geschenk ist für mich sehr zweideutig. und genau das mag ich.

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Zakkinen
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Beitragvon Zakkinen » 30.09.2010, 12:49

Dass soll ja hier nun keine Rateveranstaltung werden. So geheimnisvoll und tiefgründig ist das Ganze nicht. Nicole versteht den Text so, wie ich ihn gedacht habe. LyrIch geht mit Stein um den Hals in den See. Trifft dort unten eine Wasserleiche, ein früheres Suizidopfer. Schon leicht angemodert (grün). Liest aus dessen Zügen die Angst, den Schrecken des Wasser-Atmens. Entscheidet sich im letzten Moment, wieder aufzutauchen. Dazu muss der Stein unten bleiben. LyrIch "schenkt" LyrDu den Stein, sich selbst das Leben, die mögliche Geschichte bis zum dann irgendwann von selber eintretenden letzten Atemzug. Es gab noch ein paar mehr Worte, Zeilen, die es eindeutiger gemacht hatten. Die hatte ich gestrichen, weil sie zu erklärend waren.

Jetzt ist sicherlich der Text kaputt, aber wir sind hier ja nicht da, zu loben und zu preisen, sondern um zu diskutieren, oder? Und außerdem darf jede(r) den Text so lesen, wie sie/er will.

Würde mich nur noch interessieren, was Max erschreckt hat :)

Liebe Grüße
Henkki


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