Die jagen so dahin

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Alma Marie Schneider
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Beitragvon Alma Marie Schneider » 17.10.2008, 10:27

Im Fallen
Werden die Farben dunkler
Nehmen heimlich ab
Weil sie in die Jahre gekommen sind
Den Nullpunkt kennt niemand
Bis dahin
Heißt es Geduld aufbringen
Nach jedem Halm greifen
Im Fallen
Wenn die Nähte reißen
Blutest du aus
Make up wird aufgetragen
Einen Versuch ist es wert
Die Schönheit erklärt man nicht, man empfindet sie (Peter Rosegger).

moshe.c

Beitragvon moshe.c » 18.10.2008, 21:36

Eine sehr gute Dichtung über die heimischen Umstände,

meint

Moshe

Alma Marie Schneider
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Beitragvon Alma Marie Schneider » 19.10.2008, 08:32

Danke Moshe :-)
Wünsche Dir einen heimelichen erholsamen Sonntag
Alma Marie
Die Schönheit erklärt man nicht, man empfindet sie (Peter Rosegger).

moshe.c

Beitragvon moshe.c » 19.10.2008, 18:48

Liebe Alma!

Du kannst so schreiben, daß es mich echt aus dem Sessel hebt.
Das ist selten. :daumen:

(Nebenbei: 'Sonntag' war hier gestern.)

Mit bestem Gruß

Moshe

MarleneGeselle

Beitragvon MarleneGeselle » 20.10.2008, 11:21

Hallo Alma,

sehr nachdenklich, besonders die Zeile mit den aufreißenden Nähten.

Liebe Grüße und einen wunderschönen Herbst.

Marlene

Alma Marie Schneider
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Beitragvon Alma Marie Schneider » 01.11.2008, 09:59

Danke Marlene, Dir auch einen wunderschönen Herbst und liebe Grüße
Alma Marie
Die Schönheit erklärt man nicht, man empfindet sie (Peter Rosegger).

Last

Beitragvon Last » 21.11.2008, 21:45

Hallo Alma Marie,

ich empfinde den Titel als eine Flüchtigkeit, die den gesamten Text trägt. Es bleibt unbestimmt wer denn „Die“ sind; sie werden nicht durch Namen, sondern eine Jagd charakterisiert, die wiederum ziellos bleibt. Lediglich das harmlose und wage „so“ in der Überschrift kann ihnen noch eine Existenz geben. Denn wie dahin gejagt wird, das erzählt der Text.
Er erklärt die Jagd zu einem rasanten Untergang („Im Fallen...“), wobei rasant nicht für das besonders schnelle Verstreichen von Zeit steht (Vgl. „Heißt es Geduld aufbringen...“), sondern für die Beiläufigkeit dessen, was für die Beschrieben von Belang ist. Die Unbestimmten, so nenne ich sie ab jetzt, fallen durch ein nebensächliches und oberflächliches Leben, das aufgrund seiner Flüchtigkeit keine Halt, keinen erwähnenswerten Halm bietet.
Der Fall zeigt auch die Fatalisierung dieser Lebenssituation, die Farben werden dunkler, nehmen (heimlich) ab. Schließlich blutet die Unbestimmte, jetzt mit „Du“ angesprochen, aus. Ihre innere Leere zu verstecken, ist einen Versuch wert, weil sie aus ihrem Fall, ihrer Leere heraus nichts zu verlieren hat.

Mich hat das Wage/ Unbestimmte des Textes sehr angesprochen. Zusammen mit der düsteren Stimmung, entwickelt sich eine Beklemmung. Da bin ich Fan von.
Gut gelungen auch das Zusammenbringen von Widersprüchlichem: Fallen, aber Geduld aufbringen.
Etwas irritierend finde ich das spätere konkrete „Du“. Ich weiß nicht recht, wo es her kommt. Sein Auftauchen beeinflusst aber weder die Gedanken, noch die Gefühle, die der Text weckt.

Alma Marie Schneider
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Beitragvon Alma Marie Schneider » 26.09.2010, 17:58

Hallo Last,

danke für Deine ausführliche Texterklärung. Sie trifft alle meine Gedanken und Aussagen. Späten Dank auch für Dein Lob. Ich freue mich sehr darüber.

Herzlich grüßt
Alma Marie
Die Schönheit erklärt man nicht, man empfindet sie (Peter Rosegger).


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