frustbericht
einst schrieb ich einem schlusslichtsalmler ein gedicht
doch zum verdruss gelang der schluss mir einfach nicht
ich schuf zunächst den fluss im algendämmerlicht
dann setzte ich den salmler ein und nahm ihn in die pflicht
er sollte nur so tun, wie es sein name immerhin verspricht
doch schlug er mit der hinterflosse und - entwich
so muss verzichten auf schlussendliche erhellung dies gedicht
nur an des salmlers ende blinkt voll zuversicht ein .....
frustbericht
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Renée Lomris
Liebe Fenestra, ein besonders heiteres Morgensterngedicht: zwar ersetzt die Dichterin den Spaziergang zum Bachgeriesel durch Schaffung eines Biotops (???) doch die Begegnung mit dem scheuen Tier bleibt ähnlich. Ich hba das sehr genossen. Nur eine Frage: was sollte er tun? Sollte er salmeln? Was ist das? Oder Schlusslicht sein? Wie erkennt man das? Dieser Zeile noch einen Schuss hellen Sinns zu geben .... das wäre toll...
lG
Ren@e
lG
Ren@e
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keinsilbig
hach, wie entzückend, fenestra!
als aquarianerin gehört mein herz auch der gattung der salmler (von denen es ja jede menge gibt - also mit sicherheit auch einen schlusslichtsalmler) und der schlusslichtsalmler fehlte noch in meiner sammlung. jetzt weiß ich auch, warum.
sehr gern gelesen!
danke,
keinsilbig
als aquarianerin gehört mein herz auch der gattung der salmler (von denen es ja jede menge gibt - also mit sicherheit auch einen schlusslichtsalmler) und der schlusslichtsalmler fehlte noch in meiner sammlung. jetzt weiß ich auch, warum.
sehr gern gelesen!
danke,
keinsilbig
Hallo, keinsilbig,
ja, es gibt den Schlusslichtsalmler tatsächlich - im Gegensatz zu Morgensterns Nasobem trat er nicht erst aus fenestras Leier ans Licht!
Liebe fenestra,
der Titel ist zu unliebenswürdig für diesen liebenswürdigen Text (finde ich). Dann habe ich versucht, am Gleichmaß der Verse zu drechseln - aber mir ist nichts überzeugend Besseres eingefallen. Eingebaut sähe ich gern noch den "Wicht" eventuell an Stelle des nicht reimenden "entwich".
Gruß
Quoth
ja, es gibt den Schlusslichtsalmler tatsächlich - im Gegensatz zu Morgensterns Nasobem trat er nicht erst aus fenestras Leier ans Licht!
Liebe fenestra,
der Titel ist zu unliebenswürdig für diesen liebenswürdigen Text (finde ich). Dann habe ich versucht, am Gleichmaß der Verse zu drechseln - aber mir ist nichts überzeugend Besseres eingefallen. Eingebaut sähe ich gern noch den "Wicht" eventuell an Stelle des nicht reimenden "entwich".
Gruß
Quoth
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.
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keinsilbig
Quoth hat geschrieben:Hallo, keinsilbig,
ja, es gibt den Schlusslichtsalmler tatsächlich - im Gegensatz zu Morgensterns Nasobem trat er nicht erst aus fenestras Leier ans Licht!
lach, quoth,
hätte mich eigentlich auch wirklich gewundert, wenn´s den nicht tatsächlich gäbe. danke für die aufklärung!
"liebenswürdig" find ich, trifft den charakter des gedichts übrigens ganz ausgezeichnet!
lg,
keinsilbig
Hallo, ihr Lieben, ich könnte jetzt einen Frustbericht abgeben, warum ich erst heute antworte, aber ich lasse es lieber ...
Liebe Renée, danke für den Vergleich mit Morgenstern! In der Tat hat der Schlusslichtsalmler einiges mit dem Kieselwiesel gemeinsam!
Natürlich! Dass du das fragst, macht mich etwas ratlos, denn wenn das aus dem Kontext nicht klar wird, geht die Pointe mit dem Fischlein den Bach runter.
Liebe keinsilbig,
ich liebe diese bunten Fischchen auch, daher war ich neulich einfach so zum Schauen in einer Aquarienhandlung. Als ich den Namen "Schlusslichtsalmler" auf einem Etikett las, wusste ich, das sowas ins Gedicht gehört! Grüß deine Fischlein von mir, schön dass es dir gefällt!
Lieber Quoth,
der Titel klingt für sich allein vielleicht etwas lustlos, aber er passt sowohl inhaltlich als auch von der Silben-Assonanz her so gut zum Text, dass ich dafür keine Alternative suchen möchte.
Ein Gleichmaß der Verse hätte ich herstellen können, habe das aber bewusst nicht getan. Erinnerst du dich noch an unsere andernorts erbitterten Diskussionen deswegen? Leiern oder nicht leiern? Hebungen zählen oder nicht? Hier handelt es sich ja eigentlich nicht um ein Gedicht, sondern um einen Bericht über ein misslungenes Gedicht. ;) Daher mögen die verschieden langen Zeilen erlaubt sein. Gleiches gilt für das assonantische "entwich", dass ja gerade den Punkt markiert, an dem das Gedicht mißlingt. Außerdem finde ich, dass es genug Binnenreime und Binnen-Assonanzen gibt, die das Gewicht weg vom Endreim verlagern und daher diese bewusste Nachlässigkeit gut einbetten. Jedenfalls für mein Ohr.
Was ich eher als Mangel empfinde, ist die Tatsache, dass es mir nicht gelang, in Z4 eine Silbe mit dunklem U einzubauen, so wie es in allen anderen Zeilen geschah. Wer da eine Idee hat, gerne her damit!
Lieber Max, in welcher Rubrik musst du denn öfter schmunzeln... ? ;)
Viele Grüße
fenestra
Liebe Renée, danke für den Vergleich mit Morgenstern! In der Tat hat der Schlusslichtsalmler einiges mit dem Kieselwiesel gemeinsam!
Nur eine Frage: was sollte er tun? ... Schlusslicht sein?
Natürlich! Dass du das fragst, macht mich etwas ratlos, denn wenn das aus dem Kontext nicht klar wird, geht die Pointe mit dem Fischlein den Bach runter.
Liebe keinsilbig,
ich liebe diese bunten Fischchen auch, daher war ich neulich einfach so zum Schauen in einer Aquarienhandlung. Als ich den Namen "Schlusslichtsalmler" auf einem Etikett las, wusste ich, das sowas ins Gedicht gehört! Grüß deine Fischlein von mir, schön dass es dir gefällt!
Lieber Quoth,
der Titel klingt für sich allein vielleicht etwas lustlos, aber er passt sowohl inhaltlich als auch von der Silben-Assonanz her so gut zum Text, dass ich dafür keine Alternative suchen möchte.
Ein Gleichmaß der Verse hätte ich herstellen können, habe das aber bewusst nicht getan. Erinnerst du dich noch an unsere andernorts erbitterten Diskussionen deswegen? Leiern oder nicht leiern? Hebungen zählen oder nicht? Hier handelt es sich ja eigentlich nicht um ein Gedicht, sondern um einen Bericht über ein misslungenes Gedicht. ;) Daher mögen die verschieden langen Zeilen erlaubt sein. Gleiches gilt für das assonantische "entwich", dass ja gerade den Punkt markiert, an dem das Gedicht mißlingt. Außerdem finde ich, dass es genug Binnenreime und Binnen-Assonanzen gibt, die das Gewicht weg vom Endreim verlagern und daher diese bewusste Nachlässigkeit gut einbetten. Jedenfalls für mein Ohr.
Was ich eher als Mangel empfinde, ist die Tatsache, dass es mir nicht gelang, in Z4 eine Silbe mit dunklem U einzubauen, so wie es in allen anderen Zeilen geschah. Wer da eine Idee hat, gerne her damit!
Lieber Max, in welcher Rubrik musst du denn öfter schmunzeln... ? ;)
Viele Grüße
fenestra
Hallo fenestra,
das gefällt mir auch gut. Eine schöne Idee toll umgesetzt!
Liebe Grüße
Flora
das gefällt mir auch gut. Eine schöne Idee toll umgesetzt!
Vielleicht kann man ihn statt einsetzen tunken?Was ich eher als Mangel empfinde, ist die Tatsache, dass es mir nicht gelang, in Z4 eine Silbe mit dunklem U einzubauen, so wie es in allen anderen Zeilen geschah. Wer da eine Idee hat, gerne her damit!
Hier stört mich klanglich und auch ein wenig, weil es so sehr mit dem Zaunpfahl winkt, .-) das "schlussendliche", brauchst du das an der Stelle?so muss verzichten auf schlussendliche erhellung dies gedicht
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
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Renée Lomris
Liebe Fenestra,
Genau an dem Punkt: soll er Schlusslicht sein, und deiner Antwort (natürlich, was sonst, - habe ich aus deiner Antwort herausgelesen) zieht sich für mich eine Grenze unterschiedlicher Lyrikwege. Wir spielen im Garten Morgenstern, und das ist wunderbar, und ja, dein Gedicht ist entzückend. Es öag einen Hintersinn haben - solche Gedichte haben ihn dann meistens, und ich grinse auch, erfreut ... die Lacher sind da, egal auf welcher Seite des Baches. Und das ist eben letztlich nicht die poetische Haltung, die mir die wichtigste ist.
Das ist allerdings nur meine Meinung, die vielleicht nicht geteilt wird. Braucht sie auch nicht! Ich wollte hier nur einen Punkt herau stellen, den ich auf andere Art bei Xanthippe angesprochen habe.
liebe Grüße
Renée
Genau an dem Punkt: soll er Schlusslicht sein, und deiner Antwort (natürlich, was sonst, - habe ich aus deiner Antwort herausgelesen) zieht sich für mich eine Grenze unterschiedlicher Lyrikwege. Wir spielen im Garten Morgenstern, und das ist wunderbar, und ja, dein Gedicht ist entzückend. Es öag einen Hintersinn haben - solche Gedichte haben ihn dann meistens, und ich grinse auch, erfreut ... die Lacher sind da, egal auf welcher Seite des Baches. Und das ist eben letztlich nicht die poetische Haltung, die mir die wichtigste ist.
Das ist allerdings nur meine Meinung, die vielleicht nicht geteilt wird. Braucht sie auch nicht! Ich wollte hier nur einen Punkt herau stellen, den ich auf andere Art bei Xanthippe angesprochen habe.
liebe Grüße
Renée
Liebe Flora, du meinst:
ich schuf zunächst den fluss im algendämmerlicht
dann tunkte ich den salmler ein und nahm ihn in die pflicht
Klingt witzig! Und es wundert einen dann auch nicht mehr, dass der Salmler ein schnelles Fortkommen sucht. Ich überleg mal, ob ich es so mache.
Das Wort "schlussendlich" mag ich an dieser Stelle, weil noch einmal ein -uss vorkommt, und es geht ja auch explizit auf die Erhellung am Schluss.
Liebe Renée
Was soll ich dazu sagen? Mir auch nicht - ich schreibe ja nicht nur solche Gedichte. Aber ab und zu darf man doch mal spielen, oder? Außerdem sagt der Hintersinn, dass man die Tiere/Dinge nicht ohne Weiteres für seine Texte instrumentalisieren kann. Ich finde, es kann nicht schaden, sich das ab und zu in Erinnerung zu rufen.
Viele Grüße
fenestra
ich schuf zunächst den fluss im algendämmerlicht
dann tunkte ich den salmler ein und nahm ihn in die pflicht
Klingt witzig! Und es wundert einen dann auch nicht mehr, dass der Salmler ein schnelles Fortkommen sucht. Ich überleg mal, ob ich es so mache.
Das Wort "schlussendlich" mag ich an dieser Stelle, weil noch einmal ein -uss vorkommt, und es geht ja auch explizit auf die Erhellung am Schluss.
Liebe Renée
Und das ist eben letztlich nicht die poetische Haltung, die mir die wichtigste ist.
Was soll ich dazu sagen? Mir auch nicht - ich schreibe ja nicht nur solche Gedichte. Aber ab und zu darf man doch mal spielen, oder? Außerdem sagt der Hintersinn, dass man die Tiere/Dinge nicht ohne Weiteres für seine Texte instrumentalisieren kann. Ich finde, es kann nicht schaden, sich das ab und zu in Erinnerung zu rufen.
Viele Grüße
fenestra
Hallo Fenestra!
Dieser dein Text ist ein wenig ein Blindflug für mich, weil ich mir unter diesem Tier nicht das geringste vorstellen kann. Manche Zeilen erscheinen wirklich etwas lang - "immerhin", "schlussendliche" sind sehr sperrig (Z5 ist vorne ohnehin leer und insgesamt schwer zu lesen). Wo du ein "u" herbekommst, weiß ich um diese Tageszeit auch nicht... "dann tupfte ich den Salmler hin", "dann setzt' ich flugs den Salmler ein" - alles nichts
Ich finde ja dreimal "Schluss" schon heftig, sonst könntest du ja einfach nochmal "Schlusslichtsalmler" schreiben...
Ferdigruß!
Dieser dein Text ist ein wenig ein Blindflug für mich, weil ich mir unter diesem Tier nicht das geringste vorstellen kann. Manche Zeilen erscheinen wirklich etwas lang - "immerhin", "schlussendliche" sind sehr sperrig (Z5 ist vorne ohnehin leer und insgesamt schwer zu lesen). Wo du ein "u" herbekommst, weiß ich um diese Tageszeit auch nicht... "dann tupfte ich den Salmler hin", "dann setzt' ich flugs den Salmler ein" - alles nichts
Ich finde ja dreimal "Schluss" schon heftig, sonst könntest du ja einfach nochmal "Schlusslichtsalmler" schreiben...Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)
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