nuancetten XXV - XXVII

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Benutzeravatar
noel
Beiträge: 2666
Registriert: 04.08.2006

Beitragvon noel » 31.08.2010, 14:26

Verstecken ist aktiviert
Um diesen versteckten Text lesen zu können, mußt du registriert und angemeldet sein.
Zuletzt geändert von noel am 06.09.2010, 20:04, insgesamt 2-mal geändert.
NOEL = Eine Dosis knapp unterhalb der Toxizität, ohne erkennbare Nebenwirkung (NOEL - no observable effect level).

Wir sind alle Meister/innen der Selektion und der konstruktiven Hoffnung, die man allgemein die WAHRHEIT nennt ©noel

Niko

Beitragvon Niko » 31.08.2010, 23:22

hallo noel!
hab gerade leider ganz wenig zeit. den ersten teil habe ich gelesen und genossen. muss jetzt nachtschicht einlegen. einmal in hannover den sohn abholen. und dann in einem gleich arbeiten.....nachtschlof adé...

aber ich melde mich nochmal. nicht, dass ich denke, dass dir so ungemein gelegen sein muss an meinen eindrücken. aber beui allem zeitmangel drängt es mich dazu.

liebe grüße erstmal: niko

Renée Lomris

Beitragvon Renée Lomris » 01.09.2010, 05:27

NOEL, deine Sprachkunst besticht mich immer. Keiner deiner Texte lässt mich gleichgültig. Weil ich diese Fertigkeit bewundere, aber auch bei manchen Stellen abwehrend (widerspenstig) reagiere, will ich einmal versuchen, diesen unterschiedlichen Empfindungen, Wahrnehmungen nach zu gehen.

zum ersten Text :

Janaan - spricht mich sehr an, es erinnert mich an die Liebe, die ich dem Gelobten Land entgegengebracht habe - das hat für mich eine besondere, sehr persönliche Bedeutung.

solche Stellen wie diese irritieren mich ob ihrer poetischen Glanzpapier-Art:
unsere minuten
haben zu viele namen
die die tage stunden


ich verstehe nicht wirklich, was dqs heißen mqg: nqmen, die die Tqge stunden ...
Dieser erste Text geht dann an mir vorüber wie ein allzu schöner, eleganter Mensch, dessen melancholische Eleganz ich gerade noch wahr nehme, aber nicht in mich hinein nehme ... Die Distanz ist sicherlich von dir so gewollt.

zum zweiten Text:

Er spricht mich formal am meisten an. Hier schwingt die Sprache virtuos, die Tonalität überzeugt. An solchen Sprachtrillern kann ich nicht vorbeigehen ohne Begeisterung;
deine worte zersätzen mich


und inhaltlich ist der letzte Vers großartig - ich lasse die formale Kunst weg: sie verfolgt dich überall.

zum dritten:

Hier sind die Zeilenbrüche, die Zungenbrüche, die Verlaufsbrüche das ins Auge FALLENDE Merkmal. Der Fluss Lethe, das Brackwasser = das ist mir zu poetisch...

So sehr ich die feinen Ziselierer unter den Sprachkünstlern bewundere und immer wieder zur Lieblingslektüre mache, so sehr wünsche ich eine Art Vulgärpoesie herbei, die das Dichterische im "einfachen" "ungestickten" Leben ansiedelt ...

gute N8

mal sehen, ob ich noch schlafen kann ...
lG
Renée

Louisa

Beitragvon Louisa » 04.09.2010, 10:05

Hallo Noel!

Also :smile: - an manchen kleinen Stellen könnte ich jetzt meckern, weil ich entweder glaube, dass das Bild schon zu oft benutzt wurde (selten) oder du es aber sprachlich zu lang gezogen hast (öfters) -

Andererseits gefällt mir dieser beschwörende, ruhige und Präzise Tonfall hier wieder so gut - und ich habe sogar den Eindruck du wüsstest selbst welche Stellen du evtl. überdenken oder kürzen könntest - sodass ich das jetzt mal für mich behalte und dir mitteile, dass ich den Text sehr schön finde.

Na gut, nur ein Beispiel für ein langgezogenes Bild:

unsere minuten
haben zu viele namen
die die tage stunden

- Verstehst du, was ich meine? Was danach kommt, der Widerhall, der KUmmer hinter die Stirn malt - das ist ja viel, viel bedeutsamer (meine ich) und viel origineller, aber wenn du vorher drei Mal Zeiteinheiten aneinanderreihst geht das meines Erachtens fast verloren (was danach Tolles kommt) - Auf sowas würde ich den Text noch einmal prüfen.

Sonst sehr angenehm melancholisch, herbstlich!

Ach ja, Farben könnte man ja mal ab und zu einbauen :smile: !

Schönes Wochenende!
l

Benutzeravatar
noel
Beiträge: 2666
Registriert: 04.08.2006

Beitragvon noel » 04.09.2010, 10:13

:Ö)
jepp
korrekt
ich pfände die dritte der zitierten
NOEL = Eine Dosis knapp unterhalb der Toxizität, ohne erkennbare Nebenwirkung (NOEL - no observable effect level).

Wir sind alle Meister/innen der Selektion und der konstruktiven Hoffnung, die man allgemein die WAHRHEIT nennt ©noel

Gerda

Beitragvon Gerda » 06.09.2010, 09:34

Verstecken ist aktiviert
Um diesen versteckten Text lesen zu können, mußt du registriert und angemeldet sein.

Benutzeravatar
noel
Beiträge: 2666
Registriert: 04.08.2006

Beitragvon noel » 06.09.2010, 20:02

Verstecken ist aktiviert
Um diesen versteckten Text lesen zu können, mußt du registriert und angemeldet sein.


Bei diesen Strophen habe ich Schwierigkeiten. Es betrifft die innere Logik dessen, was das lyr. Du sagt.

Durch die Zeile mit den Schwalben markierst du eine unterschwellige Hoffnung (auf die Rückkehr deselben, auf den Frühling).
Warum diese das Lyrich zersetzt (warum zersätzt? ist mir zu aufgesetzt es fehlt m. M. eine Notwendigkeit des äs im Kontext) bleibt außen vor.

Durch das Erwähnen der todgeweihten Blätter wird diese Hoffnung zunichte gemacht wird. Dieser Gegensatz scheint mir nicht textlogisch.



ich vertsehe nicht ganz das problem?
das du spricht von schwalben, das du will hoffnung haben...
das du verwendet die worte.. zersÄtzt
denn das ICH ist def. im herbst angekommen

& genauso schlieszt sich der folge absatz
das ICH hat & sieht schatten, die länger währen...
das DU blendet aus & sieht im herbst nur das feuer
doch das feuer ist das feuer der ersterbenden blätter;
wohlgemerkt positiv konnotiert vom DU

mir ist das schlüssig, aber ich stehe vielLeicht auch zu nah daran
NOEL = Eine Dosis knapp unterhalb der Toxizität, ohne erkennbare Nebenwirkung (NOEL - no observable effect level).

Wir sind alle Meister/innen der Selektion und der konstruktiven Hoffnung, die man allgemein die WAHRHEIT nennt ©noel

Max

Beitragvon Max » 11.09.2010, 21:56

Liebe Noel,

da geht es mir wie Louisa: Selbst wenn ich dächte, dass ich einige Bilder vielleicht schon mal anderornts gelesen hätte, son bindet mich der Tonfall.

Gerade im ersten Gedicht bin ich ganz gebannt.

Sehr gerne gelesen
max


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 12 Gäste