poesiealbum

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Thomas Milser
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Beitragvon Thomas Milser » 20.08.2010, 01:08

poesiealbum



die zeitfäden
haha
die spanne ich jetzt
fest wie spinnenseide

knete aus
trockenem mösenschleim
tonmännchen

unter die decke
und hänge led-strahler dran
in warmweiß

und beleuchte
geschichtspfützen

hisse die juistflagge
spucke ins poesiealbum

sinke in
speichelkissen

und halte ab jetzt
die fresse
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)

wüstenfuchs

Beitragvon wüstenfuchs » 22.08.2010, 10:36

Liebe Gerda, muss jetzt leider weg, was mir nur gleich aufgefallen ist, dass du einen veröffentlichten Text mit einem guten, ausgearbeiteten Text gleich setzt. Das ist nicht der Fall, was heutzutage alles veröffentlicht wird, hält nur zu einem geringen Teil, was es verspricht.

Auch die genannten Autoren sind Geschmacksache,

das geht nicht normativ...

viele Grüße
Fux

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leonie
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Beitragvon leonie » 22.08.2010, 10:42

Hm, seltsam, der Mösenschleim an sich macht mir nichts aus. Es gibt einfach kein wirklich schönes Wort für diese Körperöffnung. Scheidenausfluss fände ich auch nicht unbedingt schöner :-). Was mich jetzt aber doch beschäftigt ist das "knete", weil ich mir das ob der Konsistenz desselben schwer vorstellen kann...
Ich glaube auch nicht, dass man an der Wortwahl Charaktereigenschaften festmachen sollte. "Scheide" für politisch korrekt und einigermaßen verklemmt, "Möse" für die sich-Anbiedernden oder auch die Verruchten, ach, ich weiß nicht so recht, wie kann man sich denn da einigermaßen angemessen ausdrücken ohne in eine Schublade zu kommen?

Spannende Diskussionen hier!

Lieb Grüße

leonie (muss jetzt dringend los zum geburtstag feiern)

Gerda

Beitragvon Gerda » 22.08.2010, 10:48

Hallo,
wüstenfuchs hat geschrieben:muss jetzt leider weg, was mir nur gleich aufgefallen ist, dass du einen veröffentlichten Text mit einem guten, ausgearbeiteten Text gleich setzt.


Warum meinst du, ich solle das nicht tun?
Ich schraube ganz sicher meinen Qualitätsanspruch nicht runter... wem sollte das nützen?

wüstenfuchs hat geschrieben:Das ist nicht der Fall, was heutzutage alles veröffentlicht wird, hält nur zu einem geringen Teil, was es verspricht.


Was ist nicht der Fall,
der Rest: geschenkt, na klar, Papier ist gedulig aber darum geht es doch grad nicht.


wüstenfuchs hat geschrieben:Auch die genannten Autoren sind Geschmacksache,


Aber eben nicht ausschließlich ... Deren Lyrik ist lektoriert und veröffentlicht ... und hält so mancher Nagelprobe stand.


wüstenfuchs hat geschrieben:das geht nicht normativ...


... möglichweise jedoch mehr als manche Freizeitdichter glauben mögen...



Liebe Grüße
Gerda
Zuletzt geändert von Gerda am 22.08.2010, 16:54, insgesamt 1-mal geändert.

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Thomas Milser
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Beitragvon Thomas Milser » 22.08.2010, 10:51

Oh Trägerin des Heiligen Smegmas
lass mich formen aus deines Flusses geronnener Endmoräne
des Carniden Schweif!
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Thomas Milser
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Beitragvon Thomas Milser » 22.08.2010, 10:54

Mich interessiert nicht, ob irgendwelche Kunstwerke 'Nagelproben' standhalten.
Entweder sie rocken, oder nicht. Manche Autoren schaffen das in einem Rutsch (nehmen wir Buk), andere mit Schrauberei (nehmen wir Gernhardt), und die meisten schaffens nie.
Und dann hängts immer noch davon ab, wie weit der Horizont des Lesers reicht ...

Tom
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)

aram
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Beitragvon aram » 22.08.2010, 11:03

Thomas Milser hat geschrieben:schaffen das in einem Rutsch (nehmen wir Buk)
legendenalarm?

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Thomas Milser
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Beitragvon Thomas Milser » 22.08.2010, 11:12

exemplarisch
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)

aram
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Beitragvon aram » 22.08.2010, 11:22

hi tom, ich meinte: ich weiß es selbst nicht, da ich mich mit bukowskis art texte zu erzeugen nicht befasst habe -- aber woher glaubst du zu wissen, dass er sie (in veröffentlichter fassung) 'in einem rutsch' geschrieben hat?

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Beitragvon Thomas Milser » 22.08.2010, 11:35

Ich habe Carl Weissner zugehört und Neeli Cherkovski gelesen. Und ein paar hundert seiner Briefe.
Und wer seine Texte kennt weiß einfach, dass man sowas nicht erfinden bzw. montieren kann.
Und wenn man jedes Gedicht monatelang umwälzt und gerdaischen Formal- und Normierungsprinzipien unterzieht, kriegt man in einer normalen Lebenszeit keine 40 oder mehr Bücher voll mit saustarkem Zeug ... die meisten nicht mal Eins ...
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Beitragvon Klara » 22.08.2010, 11:41

Auch Bukowski ist u.A. Geschmackssache

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Beitragvon Thomas Milser » 22.08.2010, 11:42

Ja natürlich, Klara ... wobei es ja ganz unterschiedliche Sachen von ihm gibt. Die meisten Leute denken immer sofort an Fickgedichte, wenn sie den Namen hören ... was totaler Bullshit ist :o)
Und zwischen der ganzen Brutalität steckt immer ganz viel Zärtlichkeit, Schwachheit und ein ausgeprägtes Maß an Wahrnehmung ...

(Man nehme nur mal die todesnahen Texte von ihm)

Es geht auch nicht um Geschmack, sondern um die Berechtigung und vermeintlicher Nicht-Qualität von 'In-einem-Rutsch'-Texten ...
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Thomas Milser
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Beitragvon Thomas Milser » 22.08.2010, 11:59

Und überhaupt:

He, es macht Sauspaß, Texte wie diesen hier zu schreiben!

Ich hatte einen großartigen Abend! Alte Rockmusik gehört! Die Faust in den Nachthimmel gerammt! Einen edlen Whiskey dazu! So! Brauch ich noch was?

Und um wen gehts denn eigentlich beim Schreiben? Um den Autor? Oder etwa um den fuckin' Leser?
Dammich ...

Bild

Außerdem merke ich gerade, dass ich meiner letzten Zeile im Text nicht so ganz gerecht werde ...

Tom

[...]
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Gerda

Beitragvon Gerda » 22.08.2010, 12:13

hallo Tom

Thomas Milser hat geschrieben:Ja natürlich, Klara ... wobei es ja ganz unterschiedliche Sachen von ihm gibt. Die meisten Leute denken immer sofort an Fickgedichte, wenn sie den Namen hören ... was totaler Bullshit ist :o)
Und zwischen der ganzen Brutalität steckt immer ganz viel Zärtlichkeit, Schwachheit und ein ausgeprägtes Maß an Wahrnehmung ...

(Man nehme nur mal die todesnahen Texte von ihm)


Richtig und ganz viel Alkohol, sonst hätte er so früh ja möglicherweise gar nicht abtreten müssen.

Was bitte sind "gerdaischen Formal- und Normierungsprinzipien"

Was soll so etwas?

Es steht doch wohl fest, (auch wenn ihr das alle nicht gern hört), dass am Literaturbetrieb, (ich mag es auch nicht, wie dort fast ausschließlich profitorientiert gearbeitet wird), keiner vorbeikommt der veröffentlichen will und auch Bukowski hatte Lektoren.


Das führt hier nur zu Frust und deshalb sag

ich tschüss und schönen Sonntag
Gerda

aram
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Beitragvon aram » 22.08.2010, 12:17

Thomas Milser hat geschrieben: wer seine Texte kennt weiß einfach, dass man sowas nicht erfinden bzw. montieren kann.

genau hier beginnt der mythos - manche glauben ja sogar, bukowski schrieb (seine älteren, bekannstesten gedichte) 1:1 über sich selbst... sowas ist teil von literaturillusion.


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