bewusst sein

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Niko

Beitragvon Niko » 07.08.2010, 15:48




bewusst sein

die scheiben blind
und bücher voller leere
keine tür sehnt sich nach öffnung
meine hand reibt
blättert drückt
doch hält nichts

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 08.08.2010, 10:34

das ist ein sehr philosophisches gedicht. eines das ganz wenige zeilen anbietet, ein paar bilder und damit die geschichte des bewusstseins erzählt, wie alles nichts wird sozusagen, alles was man festhalten will jedenfalls. ich habe nur irgendwie so ein gefühl, als müsste es eine fortsetzung geben, weil mir die hier im gedicht thematisierte seite nur das negative abzubilden scheint, also wie man nichts sieht, wenn man etwas festhalten will, so eine kleine tür, ein lichtstrahl wie es anders gehen kann würde mir gefallen, aber vielleicht ist das auch ganz dumm und würd das gedicht zerstören. was für mich spannend war beim lesen, war dieser widerstand, dass ich das erst einmal abgelehnt habe und mir gesagt habe, das stimmt doch nicht, wieso denn blinde scheiben und bücher; herrje bücher sind doch nie und nimmer leer, aber durch den titel und den letzten satz erhält es ja seine richtigkeit.

Max

Beitragvon Max » 08.08.2010, 14:11

Lieber Niko,

ein Sinnbild für Suche, das ich gut so stehen lassen kann.

Naja, nicht ganz ;-) ... kennst mich ja. Das

"meine hand reibt"

verstehe ich - also alle anderen Verben, die folgen, schon, aber was die Hand nun gerade reibt?

Liebe Grüße
Max

Niko

Beitragvon Niko » 08.08.2010, 15:53

nuja, max........an der scheibe reiben, in büchern blättern, türen drücken.....aber nichts halten. alles verben, die der suche folgen. aber das halten steht ja auch für gefunden haben, etwas entdecktes, gefundenes halten wollen....

sollte so verzwickt, verquickt das ausdrücken.

es mag sein, xanthippe, das es unvollständig scheint. es ist ja meinerseits jedenfalls mehr als schlaglicht, als ein beleuchten einer stimmung oder vielleicht eines momentes gedacht. im zusammenhang mit dem titel wollte ich auch darstellen, dass das bewusstsein im ständigen streben nach selbigem und der unvollkommenheit, es zu erlangen, sich immer weiter (aus)prägt. bewusstsein und bewusst sein spielt da ja als wortspiel drauf hin. für mich jedenfalls.

liebe grüße: niko und - danke für euer auseinandersetzen!

Max

Beitragvon Max » 08.08.2010, 18:50

Sorry, Niko, klar, an der Scheibe reiben, damit man durchgucken kann, hast ja Recht - da fehlte mir gerade der Durchblick ;-)

Liebe Grüße
Max


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