ich probiere es noch/mal (prosagedicht)

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
overtillt

Beitragvon overtillt » 15.07.2010, 16:39

Stück für...

Ich hätte sie lieben gelernt
Und ihre liebe auch zulassen können
Ihre wahl
Mich zu lieben
Zumindest respektiert
Doch sie hätte die entscheidung mir überlassen sollen
Das leben
Das land
Das weite feld
Uns gemeinsam
In einer nähe
Die zeit gebraucht
Stattdessen hat sie alles falsch gemacht
Und lässt mich wieder von vorne beginnen
Ehrlich
Ich dachte es mir anfangs schon

15. juli 2010 michael koehn

Max

Beitragvon Max » 16.07.2010, 09:59

Hallo Michael,

zunächst zum Formalen: Vielleicht würde das Gedicht noch besser in die Erzählgedichte passen, für die wir hier ja auch eine eigene Sektion haben. Allerdings frage ich mich auch ein wenig, was dieses Text überhaupt zu einem Gedicht macht. Darüber, was denn ein Gedicht ist, lässt sich sicher lange gut streiten, aber allein, dass es die Zeilen nicht am vom Papier vorgeschriebenen Zeilenende bricht, finde ich ein bisschen wenig. Dazu entsteht für mich auch ein ein wenig seltsamer Euindruck aus der Mischung von gemäßigter Kleinschreibung und Deiner (bzw. Words) Eigenart die Zeilenanfänge groß zu schreiben. Aber das ist sicher nebeensächlich.

Inhaltlich ist mir der Text zu ungefiltert. Da hat jemand die Erfahrung gemacht, dass auf ihn Durck ausgeübt wurde, er möge jemanden lieben - und das ist 8wie immer) schief gegangen. Dies ganze wird in einem Satz gebündelt, wobei plötzlich ein wenig bezuglos noch

Das leben
Das land
Das weite feld


auftaucht. Dieser Satz wird so stehen gelassen, wie er entstand, an ihm ist nicht gearbeitet worden. Das kann natürlich ein Stilmittel sein, aber mir ist nicht klar, was der Satz trägt, wenn man ihn aus der ganz konkreten Situation herausnimmt, in der er geboren wurde.

Liebe Grüße
Max

overtillt

Beitragvon overtillt » 16.07.2010, 12:09

ty, Max -

natürlich trägt das gedicht keinen einzelnen satz
und kein einzelner satz das gedicht
so wenig wie an den begriffen 'leben, land, feld' als attitüde zu feilen wäre
nein
diese prosa ist (von mir) in der negierten erwartung - die liebe für den prot. bedeutet - gebündelt
mehr nicht
...wenn das nicht rüberkommt: sorry :-(

gr.
M.

Max

Beitragvon Max » 16.07.2010, 21:05

diese prosa ist (von mir) in der negierten erwartung - die liebe für den prot. bedeutet - gebündelt
mehr nicht


Vielleicht verstehe ich das Gedicht so wenig wie diesen Satz - könntest Du das erläutern?

Liebe Grüße
Max

overtillt

Beitragvon overtillt » 17.07.2010, 07:00

lieber Max -

mein 'gedicht' steht in 'freies weben', wo die werke stehen, die in keine kategorie passen.
nun soll es deiner meinung nach in erzählgedichte, obwohl es deiner meinung gar kein gedicht ist.
dann ist es noch der stil, den du bemängelst und eine gewisse bezuglosigkeit...
es wäre also so oder so für die tonne :-), interpretiere ich dich - und jedes weitere wort zuviel.
ich bin darüber nicht traurig!
kann aber am text leider auch nichts ändern.

nun, ich habe mal nachgeschaut und konnte festellen, dass ich im laufe der jahre
600 seiten din a4 solcher 'werke' geschrieben habe.
nur wenige wurden - gegen cash an mich - gedruckt.
das sagt eigentlich alles darüber - ob ich stimmungen treffe - oder nicht.

thx, Max.

gr.
M.

Max

Beitragvon Max » 17.07.2010, 09:19

Hallo Michael,

natürlich sieht ein positiver Kommentar von mir anders aus, aber mein letzter Beitrag war wirklich eine Rückfrage, ob ich etwas an Deinem Text falsch verstanden habe.
Und - so lange es ein paar Texte gibt, die gedruckt werden - lohnen sich in meinen Aigen alle anderen.

Liebe Grüße
Max

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Zefira
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Beitragvon Zefira » 17.07.2010, 10:56

Also, mal grundsätzlich - ob ein Text gedruckt wird, hängt von derart vielen verschiedenen Faktoren ab, dass das Gedrucktwerden an sich mit Sicherheit kein Qualitätsmaßstab ist. Sonst gäbe es übrigens auch nicht so furchtbar viele grottenschlechte und nichtsdestotrotz gedruckte Texte ...

Gruß von Zefira
Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.

(Ikkyu Sojun)

overtillt

Beitragvon overtillt » 17.07.2010, 11:28

--->Sonst gäbe es übrigens auch nicht so furchtbar viele grottenschlechte und nichtsdestotrotz gedruckte Texte ... <---

klar
drucken kann man viel -
geld im voraus bezahlen jedoch die wenigsten (für schwund von einem no name) :-)
...wie es auch sei: ich bin eine schreibende probierstunde
und werde es wohl auch bleiben
deshalb keine panik
ich kann nicht anders
und nehme mich auch nur im !realen rahmen wichtig - lol


thx euch 2en

gr.
M.

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Ylvi
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Registriert: 04.03.2006

Beitragvon Ylvi » 20.07.2010, 12:03

Hallo Michael,

mir geht es ähnlich wie Max. Es lässt sich 1:1 lesen und weder zwischen den Zeilen noch durch sie hindurch wirkt etwas für mich weiter. Wenn es als Gedicht angelegt ist, fehlen mir persönlich Bilder, Klänge, Rhythmen, Eigensprachliches... Für Prosa fehlt mir entweder die Geschichte, die sich dahinter verbirgt, oder eine Offenheiten, in der sich Etwas, eine Stimmung, aufschwingen kann. Was ich lese empfinde ich eher als Erklärung, die mir zudem in ihrer Haltung der Schuldzuweisung und Überheblichkeit wenig sympathisch ist. Das ist zwar kein Kriterium an sich, auch negative oder unsympathische Texte können natürlich wirken, aber hier hilft es eben auch nicht. ;-)
Das leben
Das land
Das weite feld
Große leere Worte für mich, die das Gedicht nicht füllen kann.
kann aber am text leider auch nichts ändern.
Warum? Gehört er für dich zu den 10% deiner guten Texte, oder arbeitest du grundsätzlich nicht an Texten?
nun, ich habe mal nachgeschaut und konnte festellen, dass ich im laufe der jahre
600 seiten din a4 solcher 'werke' geschrieben habe.
nur wenige wurden - gegen cash an mich - gedruckt.
das sagt eigentlich alles darüber - ob ich stimmungen treffe - oder nicht.
Das sagt für mich erst mal gar nichts und ändert auch nichts an meinem Lesen. Ich denke es geht hier doch um diesen eingestellten Text, der schon für sich selbst stehen können muss und auch da wären Abdruck und Geld kein Argument für mich.
Ich warte dann wohl einfach mal, ob mich die Stimmung eines deiner anderen Texte trifft. :-)

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

overtillt

Beitragvon overtillt » 20.07.2010, 15:12

die 'leeren' worte 'dieser abrechnung' in prosa kann man schon im kontext lesen, oder?
'Doch sie hätte die entscheidung mir überlassen sollen
Das leben
Das land
Das weite feld'

oder sollte ich dazu die entscheidung die der prot. abfordert/e mit einem
'Für' das land (wie ich es mir vorstellte) grün blau mit moosen farnen flüssen und grünen hügeln und blablabla
'Für' das leben (wie ich es mir vorstellte) ...
'Für' das weite land (wie ich es mir vorstellte) ...
o.ä. begründen? :-)

doch ich merke schon
und las schon:
es ist (hier) ein weites feld
einer perlenschnur gleich ...

dazu respekt
und
herzliche grüße
M.


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