in gedenken an
-
Niko
in gedenken an
wo kommt der hafen her
wenn die tage versickern
bleibt der nordwind standhaft
und fragt jemand
warum es füße gibt
kein schritt in der breiigen masse
die augen bleiben
gebrochen die gespräche
mit sich selbst
ist im reinen
was nicht rein sein kann
ich sinke dem horizont zu
am verfallsdatum küss ich die erde
bis sie mich aufnimmt
.
ich mag dieses gedicht, was sich mir nicht gleich erschlossen hat. ich dachte zunächst, dass einiges nicht stimmt, nicht passt, aber dann wenn man es noch einmal und noch einmal liest, nimmt es den leser mit auf eine reise, eine reise vom hafen aus über den horizont, vom nordwind getragen und wieder fallen gelassen in die breiige masse, wo die füße sich selbst vorgaukeln festen boden unter sich zu haben. bis zur erde die man küsst, nicht ohne vorher noch einen blick zum horizont geschickt zu haben
-
Max
Hallo Niko,
ich verstehe das Gedicht leider nur in Bruchstücken. So kann ich mir beispielsweise die letzte Strophe erschließen, während sich mir die erste und zweite Strophe er verschließen. Schwer machen es mir da Sätze, die ich als lose Ende empfinde, so beispielsweise
und fragt jemand
warum es füße gibt
und die Passagen wie
wenn die tage versickern
oder
mit sich selbst
die eine Doppelfunktion haben. Es wöre vermutlich einfacher, wenn ich vorher eine Idee besäße, was das Gedicht sagen möchte - so ist es für mich eine zusätzliche Schwierigkeit.
Es tut mir leid, hier kein positiveres Feedback geben zu können.
Liebe Grüße
Max
ich verstehe das Gedicht leider nur in Bruchstücken. So kann ich mir beispielsweise die letzte Strophe erschließen, während sich mir die erste und zweite Strophe er verschließen. Schwer machen es mir da Sätze, die ich als lose Ende empfinde, so beispielsweise
und fragt jemand
warum es füße gibt
und die Passagen wie
wenn die tage versickern
oder
mit sich selbst
die eine Doppelfunktion haben. Es wöre vermutlich einfacher, wenn ich vorher eine Idee besäße, was das Gedicht sagen möchte - so ist es für mich eine zusätzliche Schwierigkeit.
Es tut mir leid, hier kein positiveres Feedback geben zu können.
Liebe Grüße
Max
-
Niko
hallo max!
so ist es wohl manchmal, dass die bilder nicht jeden erreichen (können?).
"die tage versickern" bezieht sich auf die zeile darüber. wenn das wasser versickert, so gibt es keinen hafen. was in der realität schier unmöglich scheint (der klimawandel wird unsere nachfahren da evtl. noch eines besseren belehren), funktioniert reibungslos auf anderer ebene. wenn die tage versickern, das heißt, wenn sie bedeutungslos sind / werden, was kann dann hafen sein? was gibt mir heimat, einen ort des wohlbehütet seins?
"und fragt jemand, warum es füße gibt" ist kein strofenanhängsel für mich, sondern eine kernaussage. auch im zusammenhang mit dem nordwind erklärbar: der standhafte nordwind - ihm entgegentreten. ihm standhalten und trotzen. füße stehen für bewegung, für ein weiterkommen, für ortsveränderung, standortwechsel. das sollen sie hier symbolisieren.
mit sich selbst ist im reinen, was nicht im reinen sein kann....- eine schlüssige aussage, wie ich finde. und die funktion mit der zeile darüber: gebrochen die gespräche mit sich selbst - müsste doch eigentlich auch verständlich sein. oder?
ich verstehe, dass es manchmal schwierig ist, verschachteltes zu entschlüsseln. und ich höre auch oft die frage: warum schreibst du es dann nicht so, wie du es erklärst? zum einen könnte ich es tatsächlich nicht so schreiben. aus stil-gründen und - mein leitspruch - ich schreibe lyrik, weil ich schlecht erklären kann - es fällt mir leichter - oft - gedanken komprimiert und gefühlt niederzuschreiben, als entfühlt und klar strukturiert. - was sicher für den leser einfacher wäre.
andererseits denke und hoffe ich, dass solche lyrik mehr neugierde erzeugt als ein klar erkennbares gedicht. mir geht es jedenfalls fast immer so.
vielleicht konnte ich dir ein paar anhaltspunkte geben? würde mich freuen!
liebe grüße: Niko
so ist es wohl manchmal, dass die bilder nicht jeden erreichen (können?).
"die tage versickern" bezieht sich auf die zeile darüber. wenn das wasser versickert, so gibt es keinen hafen. was in der realität schier unmöglich scheint (der klimawandel wird unsere nachfahren da evtl. noch eines besseren belehren), funktioniert reibungslos auf anderer ebene. wenn die tage versickern, das heißt, wenn sie bedeutungslos sind / werden, was kann dann hafen sein? was gibt mir heimat, einen ort des wohlbehütet seins?
"und fragt jemand, warum es füße gibt" ist kein strofenanhängsel für mich, sondern eine kernaussage. auch im zusammenhang mit dem nordwind erklärbar: der standhafte nordwind - ihm entgegentreten. ihm standhalten und trotzen. füße stehen für bewegung, für ein weiterkommen, für ortsveränderung, standortwechsel. das sollen sie hier symbolisieren.
mit sich selbst ist im reinen, was nicht im reinen sein kann....- eine schlüssige aussage, wie ich finde. und die funktion mit der zeile darüber: gebrochen die gespräche mit sich selbst - müsste doch eigentlich auch verständlich sein. oder?
ich verstehe, dass es manchmal schwierig ist, verschachteltes zu entschlüsseln. und ich höre auch oft die frage: warum schreibst du es dann nicht so, wie du es erklärst? zum einen könnte ich es tatsächlich nicht so schreiben. aus stil-gründen und - mein leitspruch - ich schreibe lyrik, weil ich schlecht erklären kann - es fällt mir leichter - oft - gedanken komprimiert und gefühlt niederzuschreiben, als entfühlt und klar strukturiert. - was sicher für den leser einfacher wäre.
andererseits denke und hoffe ich, dass solche lyrik mehr neugierde erzeugt als ein klar erkennbares gedicht. mir geht es jedenfalls fast immer so.
vielleicht konnte ich dir ein paar anhaltspunkte geben? würde mich freuen!
liebe grüße: Niko
-
Niko
danke scarlett!
liebe xanthippe........sorry......ich habe deinen kommentar ganz gleich nach dem erscheinen gelesen, wollte auf weitere antworten warten und dann kam die antwort von max später und dann habe ich mich nur auf diesen kommentar konzentriert. nur nicht, dass du falsches denkst!!!
mich freut deine sichtweise zwischen den zeilen. hat sie auch schon beim ersten lesen getan
mir gefällt vor allem an deinem kommentar, dass ich als verfasser mitbekomme, wie dein leseprozess ist, was sich in den einzelnen stadien des lesens so alles auftut und wie letztendlich deine lesart ist, die sich in weiten teilen mit meiner intention deckt.
schön, verstanden zu werden!
liebe grüße euch allen: Niko
liebe xanthippe........sorry......ich habe deinen kommentar ganz gleich nach dem erscheinen gelesen, wollte auf weitere antworten warten und dann kam die antwort von max später und dann habe ich mich nur auf diesen kommentar konzentriert. nur nicht, dass du falsches denkst!!!
mich freut deine sichtweise zwischen den zeilen. hat sie auch schon beim ersten lesen getan
mir gefällt vor allem an deinem kommentar, dass ich als verfasser mitbekomme, wie dein leseprozess ist, was sich in den einzelnen stadien des lesens so alles auftut und wie letztendlich deine lesart ist, die sich in weiten teilen mit meiner intention deckt.schön, verstanden zu werden!
liebe grüße euch allen: Niko
Nun müsste wieder alles angezeigt werden
(Wenn du noch mehr solche Fäden findest, bitte Bescheid geben, ich muss die alle einzeln reparieren)
liebe Grüße,
Lisa
(Wenn du noch mehr solche Fäden findest, bitte Bescheid geben, ich muss die alle einzeln reparieren)liebe Grüße,
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 6 Gäste