Mein alter Mantel

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Zakkinen
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Beitragvon Zakkinen » 13.02.2010, 20:36

[tabs][tabs: 21.2.2010]Mein alter Mantel

Ich trag ihn noch, mit abgeschabten Schößen,
Wenn auch nicht immer, nicht mehr jeden Tag.
Schlüpf ich hinein, dann spüre ich die Wärme
Der Zeit, zu der mein Hut noch Schellen trug.

Dann lache ich noch mal mein altes Lachen
Und zwinkre Pärchen in den Straßen zu.
In seinen Taschen find ich Staub von Sternen,
und Scherben, und von Deinem Zopf ein Band.

Ich trage neue Jacken.
Ich hab 'nen neuen Hut.
Ich lache, wenn man sagt ich soll es machen.
Ich denke schon, ich mach das ziemlich gut.

Du hast Dein Haar geschnitten.
Du singst im Radio.
Du lachst im Blitzgewitter für die Massen.
Du bist jetzt selbst ein Stern für sie.

Ich hab ihn noch mit seinen abgestoßnen Ärmeln.
Er ist jetzt schwarz, ich trag ihn nur bei Nacht.
Dann stehe ich und blicke auf zum Himmel
Und singe böse lachend unser Lied.


(Ich denke, dabei lasse ich es jetzt erst mal)
[tabs: 17.2.2010]Mein alter Mantel

Ich trag ihn noch, mit abgeschabten Schößen,
Wenn auch nicht immer, nicht mehr jeden Tag.
Schlüpf ich hinein, dann spüre ich die Wärme
Der Zeit, zu der mein Hut noch Schellen trug.

Dann lache ich noch mal mein altes Lachen
Und zwinkre Pärchen in den Straßen zu.
In seinen Taschen find ich Staub von Sternen,
und Bonbons und aus Deinem Zopf ein Band.

Ich trage neue Jacken.
Ich hab 'nen neuen Hut.
Ich lache, wenn man sagt ich soll es machen.
Ich denke schon, ich mach das ziemlich gut.

Du hast Dein Haar geschnitten.
Du singst im Radio.
Du lachst im Blitzgewitter für die Massen.
Du bist jetzt selbst ein "Star" für sie.

Ich hab ihn noch mit seinen abgestoßnen Ärmeln.
Er ist jetzt schwarz, ich trag ihn nur bei Nacht.
Dann stehe ich und blicke auf zum Himmel.
Und singe nur für mich ein böses Lied.

[tabs: 15.2.2010]Mein alter Mantel

Ich trag ihn noch, mit abgeschabten Schößen,
Wenn auch nicht immer, nicht mehr jeden Tag.
Schlüpf ich hinein, dann spüre ich die Wärme
Der Zeit, zu der mein Hut noch Schellen trug.

Dann lache ich noch mal mein altes Lachen
Und zwinkre Pärchen in den Straßen zu.
In seinen Taschen find ich Staub von Sternen,
auch Muscheln, Steine, Noten, andren Tand.

Ich trage neue Jacken.
Ich hab 'nen neuen Hut.
Ich lache, wenn man sagt ich soll es machen.
Ich denke schon, ich mach das ziemlich gut.

Du hast mich schnell vergessen.
Du singst im Radio.
Du lachst im Blitzgewitter für die Massen.
Du bist jetzt selbst ein "Star" für sie.

Ich hab ihn noch mit seinen abgestoßnen Ärmeln.
Er ist jetzt schwarz, ich trag ihn nur bei Nacht.
Dann stehe ich und blicke auf zum Himmel.
Und singe nur für mich ein böses Lied.

[tabs: Original]Mein alter Mantel

Ich trag ihn noch mit abgeschabten Schößen,
Wenn auch nicht immer, nicht mehr jeden Tag.
Schlüpf ich hinein, dann spüre ich die Wärme
Der Zeit, zu der mein Hut noch Schellen trug.

Dann lache ich noch mal mein altes Lachen
Und zwink're Pärchen in den Straßen zu.
In seinen Taschen fand ich Staub von Sternen,
Zu denen reist ich Hand in Hand mit Dir.

Ich trage neue Jacken.
Ich hab 'nen neuen Hut.
Ich lache, wenn man sagt ich soll es machen.
Ich denke schon, ich mach das ziemlich gut.

Du hast mich schnell vergessen.
Du singst im Radio.
Du lachst im Blitzgewitter für die Massen.
Du bist jetzt selbst ein Stern für sie.

Ich hab ihn noch mit seinen abgestoßnen Ärmeln.
Er ist jetzt schwarz, ich trag ihn nur bei Nacht.
Dann stehe ich und blicke hoch zum Himmel.
Und singe leise lachend unser Lied.




(Valentinstagsschwachsinn?)[/tabs]
Zuletzt geändert von Zakkinen am 21.02.2010, 15:12, insgesamt 3-mal geändert.

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leonie
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Beitragvon leonie » 18.02.2010, 16:33

Lieber Henkki,

ich finde, der Text hat auf jeden Fall schon sehr gewonnen.
Mich irritiert immer noch ein wenig, dass man die abgeschabten Schöße auch auf das "Ich" beziehen kann, obwohl es durch das Komma schon gemildert ist...

Hier:

Dann lache ich noch mal mein altes Lachen

habe ich überlegt, ob das "noch mal" nicht weg könnte, da in der Zeile vorher schon ein "noch" steht. Vom Rhythmus her würde es (in meinen Ohren) trotzdem passen.

Renees Anmerkungen teile ich..

Ich mag den Text sehr.

Liebe Grüße

leonie

Klara
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Beitragvon Klara » 18.02.2010, 17:14

Hallo,
den Text mag ich (alte Version lieber),
aber mir fällt immer dieses Lied "Coat of many Colors" dazu ein (hat inhaltlich nichts damit zu tun!)

http://www.youtube.com/watch?v=ZanYJoD8L3M

sorry
Katharina

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Zakkinen
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Beitragvon Zakkinen » 18.02.2010, 20:10

@Renée: ich denke weiter. Manchmal tappe ich aber im Dunkel, was konkret Dich noch stört. Was stört dich an dem Band aus dem Zopf z.B. genau? "geht nicht" hilft mir nicht, zumal ich ja denke, es geht.
@leonie: "noch mal" raus und es ist nicht mehr fünfhebig. Die Wiederholung muss ich also anders knacken - oder lassen.
@Klara: welche der alten Versionen, bitte?

Lieben Dank Euch allen,
Henkki

Renée Lomris

Beitragvon Renée Lomris » 18.02.2010, 20:26

'geht nicht' war schnell formuliert.

mMn kann ein Band nicht AUS dem Zopf kommen?

Entweder ein Band aus geflochtenem Haar . oder ein Band vom (möglich, den von drückt in diesem Fall einen Ort aus, während "aus" die Herkunft, das stammen aus ausdrückt).

Auf jeden Fall ist das Band klanglich passend.

Nun hör ich aber auf. Ich will dein Gedicht nicht zerreden. Es hat mir von Anfang an gefallen. Manchmal muss man eine "schwache" Zeile akzeptieren, denn sie lässt etwas zu, was an anderer Stelle besonders gut gelungen ist . Hat Begleitfunktion. Vielleicht hat Klara Recht und du solltest zum Sand und Tand zurück, weil das die Stelle war, die dir selbst wichtig war.

Irgendwann ist mit Einmischen Schluss.


Nimm es mir nicht übel. : dein Text ist deiner.

LG
Renée

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Zakkinen
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Beitragvon Zakkinen » 18.02.2010, 22:20

Liebe Renée,

solange Du auf die Stellen zeigst, die ich selber noch als schwächelnd erkenne, ist es kein Zerreden. Und ich muss ja auch nicht jeden Hinweis annehmen. Tu ich ja auch meistens nicht. Ich find das immer wieder schön, wenn die Leser auf einen Satz zeigen und sagen: da! schwach! Und wenn ich dann eingestehen muss, dass mir genau da die Luft ausgegangen war und ich gefüllt und gemogelt habe. Kommt alles raus.

Man kann durchaus Bänder in einen Zopf flechten. Sieht eigentlich ganz gut aus. Das ganze kann vielleicht noch klarer gemacht werden. Aber, muss es das? Ich werde den etwas schwierigen Bezug in der ersten Zeile auch lassen. Ein wenig Mühe darf man den Lesern auch abverlangen, oder? Es gibt - auch hier - so viele Gedichte, die einem Leser so viel mehr Mühe abverlangen.

Gute Nacht,
Henkki

Renée Lomris

Beitragvon Renée Lomris » 18.02.2010, 22:43

Du hast Recht, mit dem Band: daran hatte ich nicht gedacht ... daran sieht man, dass man aus den inneren Bildern her Sprache vrsteht...

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 19.02.2010, 00:18

Hallo Henkki,

schöner Text. Wollte ich mal gesagt haben :-) Und die Arbeit hat ihm nochmal gut getan... Bis auf "Star" statt Stern: Warum da jetzt ein englisches Wort rein muss, und gar in Anführungszeichen, erschließt sich mir gar nicht. Aber na ja, Kleinkram :-)

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

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Zakkinen
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Beitragvon Zakkinen » 19.02.2010, 08:49

Hallo Ferdi,

der Star folgt einem Vorschlag. Kleinkram nicht unbedingt. Ich mache sicher noch eine Abschlussversion.

Danke,
Henkki

Klara
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Beitragvon Klara » 19.02.2010, 09:23

@Klara: welche der alten Versionen, bitte?

das Original

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leonie
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Beitragvon leonie » 19.02.2010, 15:19

Ja, das mit dem "Star" war mein Vorschlag. Ich finde es an der Stelle passender als "Stern". Weil komplexer, auch zum Teil negativer besetzt. So kriegt es für mein Empfinden eine ironische Note.

Aber Henkki entscheidet, was für ihn stimmiger ist, klaro...

Liebe Grüße

leonie

Mucki
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Beitragvon Mucki » 19.02.2010, 16:42

Hola Enrique,

für mein Empfinden änderst du viel zu schnell. "Valentinsschwachsinn?", wie du schreibst, ist es auf keinen Fall!
Aber lass dein Gedicht doch erst mal sacken, bevor du die xte Version einstellst.
Übrigens, meine Lieblingsstellen sind diese (aus Version 2):

Ich trag ihn noch, mit abgeschabten Schößen,
Wenn auch nicht immer, nicht mehr jeden Tag.
Schlüpf ich hinein, dann spüre ich die Wärme
Der Zeit, zu der mein Hut noch Schellen trug.

Dann lache ich noch mal mein altes Lachen
Und zwinkre Pärchen in den Straßen zu.
In seinen Taschen find ich Staub von Sternen,
auch Muscheln, Steine, Noten, andren Tand.

Ich trage neue Jacken.
Ich hab 'nen neuen Hut.


Es gab hier schon so viele Änderungsvorschläge. Ich werde keine weiteren hinzufügen. Der Stern (aus der Originalversion) gefiel mir so gut.

Saludos
Mucki

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Zakkinen
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Beitragvon Zakkinen » 21.02.2010, 15:13

Hin und her und zurück und jetzt erst mal stopp hier.

Danke für alle Beiträge
Henkki


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