Am Ende

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 02.04.2013, 15:59

Am Ende

Es ist ein Schmerz
der durchs Lebensdach tropft
wenn die Abwesenheit von das Ableben der Liebe
uns trifft
schadhafte Stellen
zeigten sich längst
schienen doch klein
und behebbar
unsere Worte beflügeln nicht mehr
hängen sich bleiern
an jeden Blick
jede Stunde
auf der Zunge dieses Gallige
man hätte doch süße Worte
dagegen
Zuletzt geändert von Amanita am 04.04.2013, 21:49, insgesamt 1-mal geändert.

galapapa

Beitragvon galapapa » 04.04.2013, 09:09

Hallo Amanita,
ein ansprechendes Gedicht, das die Sehnsucht nach dem Geliebtzuwerden ausdrückt.
Besonders gefällt mir das Bild mit dem Lebensdach.
Herzliche Grüße!
galapapa

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 04.04.2013, 19:25

Ich danke, galapapa.

Herby

Beitragvon Herby » 04.04.2013, 20:34

Das ist für mich ein feiner Text ohne Larmoyanz, nüchterne Bilanz eines Prozesses in die Sprachlosigkeit trotz Sprache.
Nur Vers 3 kommt mir durch das Nomen etwas sperrig vor, außerdem hab ich auch inhaltliche Bedenken. Ich gehe stattdessen in Richtung "wenn erkaltete Liebe ...", doch dann passt das Verb "trifft" nicht mehr gut in den Kontext oder auch "wenn der Verlust der Liebe". "Abwesenheit" macht in meinen Augen nicht deutlich, dass ja mal irgendwann Liebe da gewesen sein muss - jedenfalls verstehe ich den Text so (s. die Passage mit den schadhaften Stellen). In dem Nomen "Abwesenheit" wird nicht die graduelle Veränderung, der Verlauf angesprochen, den dein Text ja deutlich macht, sondern direkt das Ergebnis dieses Prozesses, da fehlt nach meinem Lesen was.

Herzlich
Herby

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 04.04.2013, 20:49

Hallo Herby,

ich verstehe, was Du meinst - aber ich hätte Probleme, wenn die erkaltete oder erloschene Liebe "treffen" soll, sie ist m. E. dafür schon zu lahm geworden. Ich kann mir da nur ein Nomen vorstellen.

Vielleicht so?

...
wenn das Ableben der Liebe
uns trifft


??

Herby

Beitragvon Herby » 04.04.2013, 21:26

Ab-leben finde ich gar nicht schlecht, Amanita, wegen der Doppeldeutigkeit, die diesem Wort innewohnt. Man kann Liebe auch ableben, ja. Und das scheint ja hier passiert zu sein bei den Charakteren deines Textes.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 04.04.2013, 21:49

Ja, so ähnlich dachte ich's auch - und "trifft" wird ebenfalls doppeldeutig. Danke für den Tipp, Herby.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 07.04.2013, 14:11

Eine Synthese aus allen Anregungen, auch von anderswo:


Es ist ein Schmerz
der durchs Lebensdach tropft
wenn das Ableben der Liebe
uns trifft
schadhafte Stellen
zeigten sich längst
schienen doch klein
und behebbar

Unsere Sprache beflügelt nicht mehr
sie hängt sich bleiern
an jeden Blick
jede Stunde
auf der Zunge dieses Gallige
man hätte doch süße Worte
dagegen

Mucki
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Beitragvon Mucki » 07.04.2013, 15:09

Hallo Amanita,

deine neue Version gefällt mir sehr gut. Der Absatz macht Sinn und "Sprache" statt "Worte", da du damit eine Dopplung von "Worte" umgehst. Ich würde übrigens als Titel "Es ist ein Schmerz" nehmen (und diesen im Text in der ersten Zeile fett markieren) anstelle des "Am Ende".

Saludos
Gabriella

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Beitragvon Amanita » 07.04.2013, 15:11

Danke, liebe Gabriella, das ist tatsächlich eine Überlegung wert!


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