Vom Überdruck

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Niko

Beitragvon Niko » 31.03.2012, 20:07



Vom Überdruck


Die Tage streifen immer gleich durch´s Jahr,
Mal leicht, mal schwerer, doch niemals vollkommen.
Sie sehen nicht, was sein wird und was war
und machen unzufrieden und benommen.

Nur manchmal öffnen sich die Seelenschleusen,
wenn all das wankt, was mir ummauert war.
Dann wollen Herz und Hirn sich mir beweisen
und bauen Überdruck ab - Bar für Bar.

Das Wirken dieser Kräfte birgt Gefahr,
weil es zerstört die Lebensgaukeleien.
Es lehnt sich auf und krümmt mir jedes Haar
und stürmt mein "Ich" mit groben Raufereien.

Und Herz und Hirn sind Schlüssel meines Wesens,
vereint entfesseln sie sich gegenseitig.
Sie sind der Aderlass meines Genesens
und machen sich und mir das Leben streitig.

Doch dann, bevor ich sehe und erkenne
den Schlüsselbund verborgen auf dem Grund,
durchtrenne ich, dass ich mich nicht verrenne,
den unheilvollen Schmerz - und Qualenbund.


Jetzt weicht in eure Käfige zurück,
seid beide einzeln Schale meiner Waage!
Gemeinsam tötet ihr den Blick für´s Glück.
Weicht! Und vereint euch nur, wenn ich es sage!



.

Niko

Beitragvon Niko » 13.09.2012, 22:44

da mir nix neues in den kopf kommt an gedicht, bin ich mal so frei und hol ein älteres unkommentiertes von mir selbst nochmal hoch....ich hoffe, ich darf das.
mich würde wirklich interessieren, ob´s schrott ist, oder vor dem leser besteht....

liebe grüße: niko

Timo

Beitragvon Timo » 14.09.2012, 14:12

Hallo Niko,
das Gedicht besagt die innere Zerissenheit eines Menschen, der sich nicht wagt, den Mut nicht hat, etwas zu ändern.
Herzlichst
Timo


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