Das Grobe und das Feine

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Renée Lomris

Beitragvon Renée Lomris » 23.09.2010, 22:35

:mrgreen: :mrgreen:
Zuletzt geändert von Renée Lomris am 04.08.2011, 14:45, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
leonie
Beiträge: 8896
Registriert: 18.04.2006
Geschlecht:

Beitragvon leonie » 24.09.2010, 15:47

Hm, ich werde nicht recht schlau daraus. Dieses Spiel mit den Worten gefällt mir, die Variation in Adjektiv, Substantiv, Verb. Du zeigst da Neues auf, auf eine feine Weise wie ich finde....
Aber die Einordnung von Renée kann ich nur so lesen, dass sie augenzwinkernd geschrieben wurde..Außerdem frage ich mich, ob es nicht "zerrann" heißen müsste..

Liebe Grüße

leonie

Renée Lomris

Beitragvon Renée Lomris » 24.09.2010, 19:13

Liebe Leonie,

wie immer freue ich mich über Rückmeldung. Da schreibe und schreibe ich und es will nichts Rechtes werden. Warum dann Einstellen? Es ist etwas Besonderes, das reagieren zu sehen, was im Dunkeln nur blasse Wurzeln getrieben hätte. Mir geht es, wie du gemerkt hast, um die Überwindung der "Windrosen"-krankheit. Dabei verrenne ich mich manchmal, im Wesentlichen weiß ich jedoch wohin ich will.

Mir geht es um eine unkünstliche und dennoch künstlerisch anspruchsvolle Haltung, die den comediante in uns möglichst wirkungsvoll bearbeitet, unschädlich macht. Dabei weiß keiner von uns, welche Stimme laut wird: die Gefallsüchtige, Hoffärtige, oder die kränklich Lamentierende: das sind die beiden Gefahrenquellen.

Das Lamento oben ist hoffentlich durchbrochen durch das "Renée" -
Sprachliche Bescheidenheit ist mein Anliegen. Auch ich kaufe bei Lidl ein und benutze Wattestäbchen. Der Mond streicht selten durch mein struppig <Haar ... etc etc aber das war wohl klar.

das zerrann / zerronn habe ich wider mein Gefühl so gelassen, mir scheint es ist eine alte Variante.

Bis bald, diese Diskussion zur Sprache geht bestimmt weiter

liebe Grüße
Renée

Benutzeravatar
Lisa
Beiträge: 13944
Registriert: 29.06.2005
Geschlecht:

Beitragvon Lisa » 25.09.2010, 22:57

Liebe Renee,

ich mag diesen Text, er trifft mich - vielleicht auch, weil ich mich schon oft im Feinen und Groben hin und her gezogen habe und das Ende ähnlich setzen müsste (was ja nicht heißt, dass es so ist). Sprachlich geschickt, wie du zum einen die vorletzte Zeile mit dem beginnenden "eine" durch die sprachliche Nähe zum Feinen auf eben dieses Feine beziehst und zugleich damit die unausgesprochene (vielleicht gerade daher feststehende) Konsequenz schaffst, dass sich Renee eben auf das Grobe bezieht.
Und diese beiden Zeilen bauen auf einem vorhergehendem Text auf, der sich durch seine Vokabeln (Salz, Korn,, weben) geschichtlicher, "allmenschlicher" gibt und das finde ich gut erzählt und glaubwürdig, weil ich sagen kann: Ja, so kenne ich das auch. So empfinde ich das auch. Und die Konsequenz hängt auch damit zusammen, dass es diesen großen Bezugrahmen gibt, denn dieses Gefühl grob oder fein zu sein, diese Begriffe auf einen selbst anzuwenden, geschieht nicht aus einem selbst, sondern unter den anderen.

Der Text bildet für mich sehr fein ab, wie fremde Wertvorstellungen sich im Inneren zu Selbsturteilen aufrichten können, die man selbst schwerer als alles andere zu überwinden vermag, eben gerade, weil man selbst "ausführt".

Einzig etwas unbefriedigt lässt mich die Reihe "Stück, Ton, Wort" zurück - hier scheint mir der Kontakt zum Schmerz abgerissen zu sein und man ergeht sich dann ins Literarische und mündet im Wort...geht es wirklich darum? Oder: nur darum? Mir erscheint das zu ...~.

Nebenbei: In deiner Antwort an leonie finde ich meta-Überlegungen, dessen Formulierungen mich neidisch machen. Ich finde es bewundernswert, wie klar du dich da ausdrücken kannst und würde es mir gern in ein Büchlein schreiben, in das ich spieke, wenn es mir in Situationen wichtig wäre, mich fein auszudrücken.

liebe Grüße,
Lisa

ps:Und wie fein, dass der Titel dann wieder andersherum lautet: da steht das Feine am Ende, ich deute das hierarchisch
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 7 Gäste