la musica sei tu

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
ecb

Beitragvon ecb » 02.09.2012, 21:13

schläge
die mein herz imitieren
auskleiden

stimmen
wie ich eine eigene
nie hörte

trance suchen
wild und sanft
alles, was mich lindern kann

in jener mörderischen
vitalität
die sich nennt: leben

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 06.09.2012, 09:11

Hallo Ecb,

googeln hat mich als erstes zu zwei ... wunderlichen Videos geführt?!

Bezüglich der "Vitalität" wüsste ich noch gerne, worin denn diese "Bedeutungsnuancen" bestehen, von denen du schreibst? Ich bin gerade bei solchen "Nebelworten" (mein Ausdruck) sehr mißtrauisch, inwieweit solche erstens absicherbar sind und zweitens vermittelt werden können.

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

ecb

Beitragvon ecb » 06.09.2012, 10:21

"Absicherbar" ist in Sprache gar nichts, ferdi, Sprache ist per se ein Vorgang, ein Prozeß, in ständiger Entwicklung und Veränderung begriffen.
"Vermittelbar" sind die von mir angesprochenen Bedeutungsnuancen ohne weiteres, wie man an Leserreaktionen erkennen kann.

"Vitalität" ist ein abstrakter, kälterer, auch ambivalenter Begriff, während "Lebendigkeit" mehr warme, emotionale, positive Konnotationen aufweist.

LG Eva

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 06.09.2012, 11:07

Hallo Ecb,

hm ... Das beantwortet aber doch die Frage nicht, oder? Die wäre, bezogen auf deine letzte Ausführung: Was sind denn das für warme, emotionale, positive "Konnonationen" (Begriffsinhalte)?! Welche davon könnte "Vitalität" nicht zugeschrieben werden?

(Das in der Sprache "gar nichts absicherbar" ist - da gehen unsere Meinungen auseinander ... )

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

yaira

Beitragvon yaira » 11.09.2012, 13:13

Hallo,

schon lange bin ich hier angemeldet (danke für den Tip, ferdi), manchmal lese ich hier, nun will ich endlich etwas sagen.

Ecb, dein Gedicht spaltet die Leser, ich gehöre zu den Fans, obwohl ich das Ende etwas plakativ finde. Da ich aber gleichzeitig die Anspielung/Mehrdeutigkeit hinter der Vita(lität)/Leben-Verwendung zu entdecken glaube, will ich an diesem Punkt ansetzen und die von ferdi kritisierte "Nebelkerze" verteidigen. Ich sehe diesen Punkt gesellschaftskritisch: "die Gesellschaft/Mode/der Zeitgeist" fordert vom menschen, der funktionieren will, Vitalität bis ins hohe Alter und in jeder Lebenslage. Es geht nicht darum, "zu leben", sich lebendig zu fühlen, sondern darum, vital zu sein - Vitalität ist ein Modewort, ein Wort der Magazine und der Werbung, Vitalität ist eine Forderung, der das LI kaum entkommen kann, die es vorantreibt in Richtung Tod (mörderisch), ohne dass es dabei wirklich leben könnte.
Ecb, vielleicht gehen meine Gedanken an dieser Stelle zu weit, aber genau so lese ich es. Und ich finde diesen Umstand eigentlich sehr geschickt ausgedrückt, wenn auch die Klage, die darin steckt eben ein wenig plakativ erscheint. nachvollziehbar allerdings finde ich sie auch.

Der Rest des Textes beschreibt dieses Aufgahen in der Musik, mit Bildern, die knapp am Ungreifbaren vorbeischrammen, aber die Intensität des Gefühls deutlich wiedergeben. Mir persönlich gefällt gerade "was mich lindern kann" besonders. Sicherlich ist das kein konventioneller Sprachgebrauch, aber meiner Meinung nach eben eine sehr interessante Übertragung, die den Nagel auf den Kopf trifft...

Naja, wie man wohl lesen kann: ich bin mitgerissen.

Viele Grüße
yaira

ecb

Beitragvon ecb » 11.09.2012, 18:07

Hallo, yaira, ich freu mich natürlich besonders, daß du gerade bei diesem hier hängengeblieben bist und deinen Einstand geben willst mit dem "Etwas-dazu-Sagen". Und daß es dich mitgenommen hat.

Das mit dem Unterschied zwischen Vitalität und Lebendigkeit hast du ganz meinen Intentionen entsprechend aufgefaßt, was mir noch einmal bestätigt, daß es von Lesern durchaus so aufgefaßt werden kann und auch wird.
Vielen Dank für deine Gedanken dazu, hoffentlich gibt es in Zukunft öfter mal etwas von dir zu lesen!

LG Eva


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