summertime

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Gerda

Beitragvon Gerda » 13.06.2011, 13:18

Verstecken ist aktiviert
Um diesen versteckten Text lesen zu können, mußt du registriert und angemeldet sein.

Max

Beitragvon Max » 29.07.2011, 23:43

Liebe Gerda,

beim Titel "Summertime" geht es mir ähnlich wie Flora. Da erklingt Gershwin, da sehe ich einen fetten Südstaatensommer vor mir. Das kann der folgende Text dann doch nicht einlösen.
Der fauchende Bauch ist für mich wegen der Bauchvokabel ein bisschen problematisch. Inzwischen hat sich diese Unterscheidung in Kopf und Bauch so eingebürgert, dass viele wirklich meinen, sie dächten oder fühlten mit dem Bauch - dabei ist es weder Magen, noch Leber, noch Milz. Für mich trivialisiert es den Text unnötig.

Liebe Grüße
Max

Gerda

Beitragvon Gerda » 30.07.2011, 12:22

Lieber Max,

ich danke dir für deine rückmeldung.

Wenn ein Leser einen "Fetten Südstaatensommer" imaginiert kommt der Text nicht dagegen an, wohl war.
Aber intendiert Gerswihns Song aus Porgy and Bess tatsächlich dieses?
Diese Assoziation war von mir, mal abgesehen davon, nicht beabsichtigt, ich schrieb es w. o. schon an Flora. Möglicherweise hast du auch meine erste Stellungnahme an sie diesbezüglich gelesen und weißt, dass ich den Song anders höre und interpretiere.
Okay, aber so ist das nun mal mit Lyrik.
Der "Bauch" stört dich.
Ich kann deiner Begründung nicht folgen. Um welche Unterscheidung geht es dir?
Mein Intention ist folgende: Sexuellle Lust ist altersunabhängig und entsteht zunächst körperlich z. B. im Bauch. (Natürlich wird die Libido im Kopf wahrgenommen). Vielleicht ist ja sogar das Gefühl, dass es "nie aufhört" auch ziemlich trivial ... allerdings meine ich schon, dass das "fauchende Tier" hier doch einen Akzent setzen kann.

Liebe Grüße
Gerda

Max

Beitragvon Max » 31.07.2011, 16:13

Liebe Gerda,

tatsächlich intendiert Gershwin in meinen Augen zunächst einmal die Schilderung eines Südstaatensommers. Wenn ich mich in Finland befinde, ergibt halt "and the cotton is hight" keinen Sinn ;).

Ich denke, den Bauch verstehe ich schon ... ich mag aber das Bild als lyrisches Bild nicht, weil das Bauchgefühl spätestens seit Boris Becker, der sowas auch immer hatte, in aller Munde ist.

Liebe Grüße
Max

Renée Lomris

Beitragvon Renée Lomris » 01.08.2011, 10:00

Liebe Gerda und lieber Max,

entschuldigt, wenn ich mich in diese Diskussion einmische. Wie immer geglückt oder missglückt man die Begriffe findet, die in einem Gedicht auftauchen, so ist doch die Dichtkunst immer damit beschäftigt gewesen, die Schichten der Sprache so auszuforschen, umzuschichten, dass aus trivialen Bausteinen Hohes wird. Das Hohe Lied selbst baut mit sehr trivialen Körperbeschreibungen, der Bauch findet auch Erwähnung (behaupte ich jetzt mal, bin mir gar nicht sicher) .... mit dieser Behauptung, die auf die nochmalige Lektüre des Hohen Lieds zurückgreifen müsste, könnte, etc. ...

kurzum, es geht mir um die Tatsache, dass Triviales absolut zu Dichtung und Prosa dazu gehören. Natürlich muss es "stimmen": Die Dosierung ist dann wichtig.

Mir schien, dass dein Gedicht missverstanden wurde, Gerda, und verstehe immer noch nicht warum.

Dazu noch eines: (Summertime) ich habe auch an Gershwin gsdacht. Das hat die Assoziationen in Richtung Erotik (im reiferen Alter) keineswegs gestört. Im Gegenteil.


The Cotton is high - drückt genau diese Fülle, das Reifseins .... aus, und wenn man sich die Baumwollfelder ansieht, dann ist das Bild der Erotik vollendet:

mit Augustgrüßen
Renée

Gerda

Beitragvon Gerda » 01.08.2011, 23:32

Liebe Renée,

das freut meine Dichterseele sehr, dass du dem "summertime" so viel abgewinnen kannst - auch in Verbundung mit dem Song.
Vielen Dank für deine Stellungnahme.

Lieber Max,

wenn Borris Becker immer vom "Bauchgefühl" gesprochen hat (was mir völlig unbekannt), dir dieses Wort nachläuft, dass es dich, selbst bei einem Text stört, in dem das Wort: "Bauchgefühl" nicht genannt wird, sage ich mal keck: Da kann der Text aber nichts dafür.

Liebe Grüße
Gerda

Max

Beitragvon Max » 02.08.2011, 20:38

Liebe Gerda,

wenn Du Herz auf Schmerz reimtest, könnte der Text auch nix dafür - aber die Autorin ;) (aber lass es ruhig, ich muss nur halt sagen, was mir zu einem text eienfällt).

Liebe Grüße
Max


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste