Es sei gesagt,
ich habe dich gehasst.
Nicht eine Stunde, sondern viele.
Es war zuviel
Zu tragen und du hast
Nach meinem Leiden nie gefragt.
Es war zu spät,
als du mich ließest fallen:
mein Wunsch nach Abschied
den ich zu früh
verkündet und dein „Adieu, Madame“
ließ mich jäh
mit jenem Liebeswahn allein.
Du gingst zu spät
Für meine Rettung, zu früh,
für mein Begehren.
Und in der Mitte, ja,
in jener Leibesmitte
gelang‘s mir nicht
mich deiner
zu erwehren.
Es sei gesagt
Hallo Renée,
das ist mir zu 1:1, zu geradlinig, zu sehr Mitteilung (auch wenn das durch den Titel natürlich schon eingeleitet wird), zu erklärend, zu wenig spürbar. Besonders stark wird das für mich durch die Umstellung "als du mich ließest fallen:" deutlich, die in diesem Text auf mich wirkt, als wäre sich auch der Autor bewusst, dass es so nicht geht und wollte über dieses Mittel das lyrische Element erzwingen, oder beweisen.
Das kannst du besser. :)
Liebe Grüße
Flora
das ist mir zu 1:1, zu geradlinig, zu sehr Mitteilung (auch wenn das durch den Titel natürlich schon eingeleitet wird), zu erklärend, zu wenig spürbar. Besonders stark wird das für mich durch die Umstellung "als du mich ließest fallen:" deutlich, die in diesem Text auf mich wirkt, als wäre sich auch der Autor bewusst, dass es so nicht geht und wollte über dieses Mittel das lyrische Element erzwingen, oder beweisen.
Das kannst du besser. :)
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
-
Renée Lomris
Hallo Flora,
diese Reaktion hatte ich erwartet, und ich bin froh, dass sie kam. Mein alter Zweifel, ob ich überhaupt Lyrik schreibe. Es zieht mich immer wieder zu ihr hin, wobei ich die Verrätselung - auch die Celansche, die Mallarmé'sche nie wirklich mochte, oder anders gesagt, immer ein Befremden entstand.
Warum:
ein Zittern jagt den Schatten ...
was so ziemlich alles Mögliche bedeuten kann und eine Art Schummelunschärfe entstehen läßt,
und nicht
ein Zittern jagt die Angst (zB - nur eben näher an 1:! wie du es ausdrückst.
Ich würde behaupten: ein wirklich gutes 1:1 Resultat finden ist unglaublich schwer,
viel leichter werden am laufenden Meter produziert: schummelige, unscharfe, mehr bedeutsame Annäherungen als scharfe Umrisse eines Gedankens ...
Ansonsten glaube ich auch, dass obiges halbfertig, auf jeden Fall aber unzulänglich ist.
liebe Grüße und danke fürs Kommentieren
Renée
diese Reaktion hatte ich erwartet, und ich bin froh, dass sie kam. Mein alter Zweifel, ob ich überhaupt Lyrik schreibe. Es zieht mich immer wieder zu ihr hin, wobei ich die Verrätselung - auch die Celansche, die Mallarmé'sche nie wirklich mochte, oder anders gesagt, immer ein Befremden entstand.
Warum:
ein Zittern jagt den Schatten ...
was so ziemlich alles Mögliche bedeuten kann und eine Art Schummelunschärfe entstehen läßt,
und nicht
ein Zittern jagt die Angst (zB - nur eben näher an 1:! wie du es ausdrückst.
Ich würde behaupten: ein wirklich gutes 1:1 Resultat finden ist unglaublich schwer,
viel leichter werden am laufenden Meter produziert: schummelige, unscharfe, mehr bedeutsame Annäherungen als scharfe Umrisse eines Gedankens ...
Ansonsten glaube ich auch, dass obiges halbfertig, auf jeden Fall aber unzulänglich ist.
liebe Grüße und danke fürs Kommentieren
Renée
liebe renée,
'parts of it are excellent'.
die direkte ausdrucksweise sehe ich keinesfalls als lyrischen nachteil. das dreiteilige bild der letzten strophe, das über zeitrelationen die auf die körpermitte zielt, finde ich sehr gut.
evtl. könnte die mittelstrophe entfallen? ('liebeswahn', 'adieu, madame', und 'du ließest fallen' müssen nicht sein, finde ich.)
etwas unklar scheinen mir die umbrüche, und die groß/kleinschreibung am versbeginn.
es sei gesagt
ich habe dich gehasst
nicht eine stunde sondern viele
du gingst zu spät für
meine rettung, zu früh
für mein begehren
und in der mitte, ja
in jener leibesmitte
gelang‘s mir nicht
mich deiner
zu erwehren
'parts of it are excellent'.
die direkte ausdrucksweise sehe ich keinesfalls als lyrischen nachteil. das dreiteilige bild der letzten strophe, das über zeitrelationen die auf die körpermitte zielt, finde ich sehr gut.
evtl. könnte die mittelstrophe entfallen? ('liebeswahn', 'adieu, madame', und 'du ließest fallen' müssen nicht sein, finde ich.)
etwas unklar scheinen mir die umbrüche, und die groß/kleinschreibung am versbeginn.
es sei gesagt
ich habe dich gehasst
nicht eine stunde sondern viele
du gingst zu spät für
meine rettung, zu früh
für mein begehren
und in der mitte, ja
in jener leibesmitte
gelang‘s mir nicht
mich deiner
zu erwehren
danke, dass du fragst - ja.Renée Lomris hat geschrieben:darf ich das so behalten?
"Es war zuviel / Zu tragen und du hast / Nach meinem Leiden nie gefragt" ließe sich aber auch gut behalten; aramsche arbeitsversionen sind oft erstmal radikal -
ist mir bei dir eine ehre, liebe renée

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