ich bin vogel genug

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Mucki
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Beitragvon Mucki » 06.04.2013, 17:45


Endfassung:

ich bin vogel genug
meine flügel zu fiedern
für die hellen orte

zu horten
die dunklen zeiten
im alten winternest

zwitschernd zu zählen
die sonnenträume

ich bin vogel genug
für den flug




Zwischenfassung

ich bin vogel genug
meine flügel zu fiedern
für die hellen orte
mit spitzem schnabel
gut zu entsorgen
die dunklen zeiten
aus altem nest
zwitschernd zu zählen
die sonnenträume

ich bin vogel genug
für den flug



1. Fassung:

ich bin vogel genug
meine flügel zu fiedern
für die hellen orte
gut zu horten
die dunklen zeiten
im alten winternest
zwitschernd zu zählen
die fiebrigen sonnenträume
ich bin vogel genug
für den flug

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 06.04.2013, 18:04

Liebe Gabriella,

das ist ganz wunderbar! Ein Text, den ich mir zu Herzen nehme, wenn ich mich immer wieder vergebens aufs Frühjahr einstelle.

Sollte man aber die dunklen Zeiten wirklich horten? Oder doch lieber aus dem Nest schmeißen?

Vogelfreie Grüße
fenestra

Mucki
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Beitragvon Mucki » 06.04.2013, 18:13

Huhu fenestra,

danke dir! Du hast genau die Stelle erwähnt, bei der ich mir auch nicht sicher war: die dunklen zeiten horten.
Hast du eine Idee wie ich die dunklen Zeiten aus dem Nest werfen könnte, also einen Ersatz für "gut zu horten"?
"die dunklen zeiten" können ja bleiben und aus "im alten winternest" könnte ich "aus dem alten winternest" machen.

Liebe Grüße
Gabi

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 06.04.2013, 18:17

Wie wäre den so etwas:


ich bin vogel genug
meine flügel zu fiedern
für die hellen orte
all die reste
dunkler zeiten
aus altem nest
heraus zu schälen
zwitschernd zu zählen
die fiebrigen sonnenträume

ich bin vogel genug
für den flug

Mucki
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Beitragvon Mucki » 06.04.2013, 18:44

"heraus zu schälen" wäre nicht mehr so sehr "Vogelsprache", oder? Vllt. ginge

gut rauszupicken
die dunklen zeiten
aus altem winternest


Was meinst du? Wobei das "gut" m.E. noch nicht stimmig ist. Es soll die Sorgfalt mit reinspielen, da würde dieses "heraus zu schälen" schon besser passen, nur das "schälen" nicht. Statt "gut" müsste da ein anderes, einsilbiges Wort hin.
Den von dir vorgeschlagenen Absatz finde ich gut. Den übernehme ich auf jeden Fall.

oder

heraus zu picken
die dunklen zeiten
aus altem winternest


Ja, ich glaube, das wäre eine Lösung, hm?

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Zefira
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Beitragvon Zefira » 06.04.2013, 18:52

... die dunklen zeiten gut zu bebrüten?
Wäre jedenfalls ein Vogelbild ...
Sehr schönes, helles Gedicht!

Grüße von Zefira
Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.

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Beitragvon Mucki » 06.04.2013, 18:58

Huhu Zefi,

aber "bebrüten" enthält doch, dass LI als Vogel "die dunklen zeiten" nicht nur erhalten, sondern sich sogar schützend auf sie setzt, oder? Und im alten Winternest hält sich ein Vogel doch eh nicht mehr auf.
Ja, es soll ein helles, positives Gedicht sein. :-)

Liebe Grüße
Gabi

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Beitragvon Zefira » 06.04.2013, 19:04

Ja, "bebrüten" sagt ähnliches aus wie "horten", deshalb der Vorschlag.
(Mir gefällt es so besser, als sie rauszuwerfen.)
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Beitragvon Mucki » 06.04.2013, 19:05

Ich glaub, jetzt hab ich es:

ich bin vogel genug
meine flügel zu fiedern
für die hellen orte
fein rauszupicken
die dunklen zeiten
aus altem nest
zwitschernd zu zählen
die sonnenträume

ich bin vogel genug
für den flug


Was meint ihr? Das "fiebrige" vor "sonnenträume" hab ich noch rausgeworfen.

P.S. Echt, Zefi? Du würdest das "horten" drinlassen?

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Beitragvon Zefira » 06.04.2013, 19:07

Also mir gefällt das "rauszupicken" nicht, das hat so einen flapsigen Klang - ich würde dann eher "auszupicken" schreiben.
Oder willst Du, dass die Redensart "ich bin fein raus" mitschwingt?

Sonst mag ich es so gern.

Grüße von Zefira
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Cicero
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Beitragvon Cicero » 06.04.2013, 19:09

ich bin vogel genug
meine flügel zu fiedern
für die hellen orte

mit spitzem schnabel
gut zu entsorgen
die dunklen zeiten
aus dem winternest

freiraum

für sonnenträume
fiebrige
die ich zähle
zwitschernd

ich bin vogel genug
für den flug

vogel genug
für den
flug

für den
flug

flug
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Mucki
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Beitragvon Mucki » 06.04.2013, 19:21

Hi Zefi,

nein, diese Redewendung soll da nicht mitschwingen. Mit dem "fein" wollte ich dieses Sorgfältige ausdrücken. "auszupicken" ginge wohl auch, doch da kommt dann noch mal "aus" zwei Zeilen weiter.

Hi Franz,

deine Idee mit dem "spitzen schnabel" und "gut zu entsorgen" hat was. Der Rest ist mir ein bisschen zu auseinandergezogen, mir nicht fließend genug. Danke für deine Idee!

Das klänge dann so:

ich bin vogel genug
meine flügel zu fiedern
für die hellen orte
mit spitzem schnabel
gut zu entsorgen
die dunklen zeiten
aus altem nest
zwitschernd zu zählen
die sonnenträume

ich bin vogel genug
für den flug


Liebe Grüße
Gabi

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Cicero
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Beitragvon Cicero » 06.04.2013, 19:35

Hi Gabi,

wäre natürlich schön, wenn Du am Ende des Textes wegfliegst.

Das erreicht man möglicherweise auch mit sich verkleinernder Schrift:

ich bin vogel genug
für den flug


für den flug

für den flug

Herzlichst
Franz
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Beitragvon Mucki » 06.04.2013, 20:09

Hi Franz,

man könnte das optisch auch durch den Fade-Effekt erzielen:

in bin vogel genug
für den flug


Doch, keine Ahnung warum, bei diesem Text möchte ich keine Wiederholungen am Schluss oder optischen Effekte einsetzen. Dieser Schluss "für den flug" sagt alles aus, finde ich.

Ich setze die letzte Idee oben mal als 2. Fassung ein.

Liebe Grüße
Gabi


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