so wägt man und wägt –
unmöglich, möglich, lichlich
und es gibt einen nicht, man ist nur eine
inkarnation des dazwischen, unkenntlich
man überlebt, man weiß nicht, wie
und hat sich schon überlebt
das ist alles
-
Niko
vor allem die letzten beiden zeilen sind sehr stark, ecb. auch die zweite strofe hat es in sich und ist "perfekt". das "lichlich" ist mir bei der ernsthaftigkeit des textes zu verspielt.
nix desto trotz: leseschmaus
liebe grüße: niko
mehr als inspiration durch deinen text habe ich die ersten zeilen mal verändert:
so wägt man ab und wiegt auf
unmöglich, möglich, lich
und es gibt einen nicht, man ist nur eine
inkarnation des dazwischen, unkenntlich
man überlebt, man weiß nicht, wie
und hat sich schon überlebt
nix desto trotz: leseschmaus
liebe grüße: niko
mehr als inspiration durch deinen text habe ich die ersten zeilen mal verändert:
so wägt man ab und wiegt auf
unmöglich, möglich, lich
und es gibt einen nicht, man ist nur eine
inkarnation des dazwischen, unkenntlich
man überlebt, man weiß nicht, wie
und hat sich schon überlebt
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ecb
Das ist eine dankbare Idee, das mit dem "aufwiegen", die mir sehr gut gefällt, Niko.
Ich würde sie sehr gern übernehmen, wenn da nicht meine ursprüngliche Absicht wäre, in den ersten beiden Zeilen gerade durch die Wiederholung und das "lichlich" einen Zustand aufzuzeigen - nicht den mangelnder Ernsthaftigkeit, aber einer ungewissen Schwebe, etwa so.
Ich wüßte, bevor ich eventuell diese Änderung vornehme, sehr gern, wie das auf andere Leser wirkt.
Erstmal vielen Dank für dein mitgehendes Lesen und liebe Grüße
Eva
Ich würde sie sehr gern übernehmen, wenn da nicht meine ursprüngliche Absicht wäre, in den ersten beiden Zeilen gerade durch die Wiederholung und das "lichlich" einen Zustand aufzuzeigen - nicht den mangelnder Ernsthaftigkeit, aber einer ungewissen Schwebe, etwa so.
Ich wüßte, bevor ich eventuell diese Änderung vornehme, sehr gern, wie das auf andere Leser wirkt.
Erstmal vielen Dank für dein mitgehendes Lesen und liebe Grüße
Eva
Hallo Eva!
So wägt man und wägt gefällt mir erheblich besser, ich muss aber sagen, dass ich das lichlich ungünstig finde. Da ziehe ich Nikos Vorschlag vor, weil ja die Wiederholung schon deutlich ist durch die beiden Wörter, die mich -lich enden bzw. überhaupt schon da ist durch möglich, lich (sonst hättest Du ja dreimal mög-lich-lich-lich).
Womit ich aber Probleme habe, ist das man. Wahrscheinlich steh' ich allein da mit meiner Meinung, ich sag's aber trotzdem: Mitunter wird wir als "übergriffig" empfunden, weil man sich als Leser (zu sehr mit-) angesprochen fühlt. Mir geht das nicht so, das wir in einem Text bezieht sich für mich immer auch mindestens zwei - sozusagen - lyrische "Iche", ein Paar, eine Gruppe, die mit mir als Leser gar nichts zu tun hat (außer, dass ich durch das Lesen mit dieser Wir-Gruppe verbunden bin/ kommuniziere). Bei man geht es mir da völlig anders, DAS vereinnahmt mich.
So wägt man und wägt gefällt mir erheblich besser, ich muss aber sagen, dass ich das lichlich ungünstig finde. Da ziehe ich Nikos Vorschlag vor, weil ja die Wiederholung schon deutlich ist durch die beiden Wörter, die mich -lich enden bzw. überhaupt schon da ist durch möglich, lich (sonst hättest Du ja dreimal mög-lich-lich-lich).
Womit ich aber Probleme habe, ist das man. Wahrscheinlich steh' ich allein da mit meiner Meinung, ich sag's aber trotzdem: Mitunter wird wir als "übergriffig" empfunden, weil man sich als Leser (zu sehr mit-) angesprochen fühlt. Mir geht das nicht so, das wir in einem Text bezieht sich für mich immer auch mindestens zwei - sozusagen - lyrische "Iche", ein Paar, eine Gruppe, die mit mir als Leser gar nichts zu tun hat (außer, dass ich durch das Lesen mit dieser Wir-Gruppe verbunden bin/ kommuniziere). Bei man geht es mir da völlig anders, DAS vereinnahmt mich.
Hallo Eva,
ich mag das man, es liegt für mich eine Offenheit darin, eine Zurücknahme. Ich mag auch das lichlich sehr und das wägt und wägt. Aber mir fehlt ein vielleicht an Stelle des "und" in der zweiten Strophe. In der Härte der Aussage und Sicherheit, wird das Schwebende des "lichlich", das (Ab)Wägen, das Dazwischen für mich abgeschlossen und verliert für mich so auch seine Kraft und Glaubwürdigkeit. Darin läge aber gerade in Verbindung mit dem "man" für mich die Stärker des Gedichtes, dass es einen in dieser Schwebe lässt und ins Wanken bringt, ins Nachdenken. So wird es für mich zur Behauptung und will die Einnahme eines klaren Standpunktes erzwingen, eine Entscheidung, ein Ja, oder Nein, was mich auf Distanz gehen lässt.
Liebe Grüße
Flora
ich mag das man, es liegt für mich eine Offenheit darin, eine Zurücknahme. Ich mag auch das lichlich sehr und das wägt und wägt. Aber mir fehlt ein vielleicht an Stelle des "und" in der zweiten Strophe. In der Härte der Aussage und Sicherheit, wird das Schwebende des "lichlich", das (Ab)Wägen, das Dazwischen für mich abgeschlossen und verliert für mich so auch seine Kraft und Glaubwürdigkeit. Darin läge aber gerade in Verbindung mit dem "man" für mich die Stärker des Gedichtes, dass es einen in dieser Schwebe lässt und ins Wanken bringt, ins Nachdenken. So wird es für mich zur Behauptung und will die Einnahme eines klaren Standpunktes erzwingen, eine Entscheidung, ein Ja, oder Nein, was mich auf Distanz gehen lässt.
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
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Niko
wenn da nicht meine ursprüngliche Absicht wäre, in den ersten beiden Zeilen gerade durch die Wiederholung und das "lichlich" einen Zustand aufzuzeigen - nicht den mangelnder Ernsthaftigkeit, aber einer ungewissen Schwebe, etwa so.
das ist auch völlig in ordnung so, ecb. letztendlich ist der verfasser eines textes immer in einem dilemma. er möchte etwas aussagen. und das in seiner ganzen individualität. weil gerade das ein (gutes) gedicht ausmacht. es gibt dabei formulierungen, die so eins sind mit dem autor, dass sie ihm ans herz gewachsen sind. weil sie, wie nichts anderes, das eigene empfinden auf den punkt bringen.
andererseits ist da der leser, der genau nach soetwas ja sucht, aber eben ein anderer mensch ist, mit anderem empfinden, mit einem anderen leben, anderen erfahrungen, ängsten, vorlieben und sichtweisen. das gedicht hat viele stellen, die individuell wie möglich sind und so allgemein wie nötig, dass sie erreichen, zu herzen gehen, berühren. aber manchmal gibt es dann diese konflikte wie in deinem gedicht: lichlich - der leser hat eine ahnung, was es bezweckt, kann rational den zusammenhang finden. emotional aber ist es für mich als leser ein break. es holt mich aus dem frischen wohlfühl-eintauchen wieder raus. auch wenn die folgezeilen wieder hineinführen, so haben sie die kraft nicht mehr, weil ein lichlich sie geschwächt haben.
so muss der autor abwägen, ob das gedicht "mein gedicht" bleiben soll, in all seiner echtheit, oder ob man an einer stelle diese echtheit abschwächt um das ganze für den leser stärker sein zu lassen.
schwieriges thema. immer wieder.....
liebe grüße: niko
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